Villarrica: Mehr als 400 Menschen erhielten im Rahmen der achten Ausgabe von “Pire Porã Rekávo 2026“ Zugang zu dermatologischen Konsultationen, diagnostischen Untersuchungen und spezialisierten Behandlungen. Die Kampagne ermöglichte die rechtzeitige Erkennung von Fällen von Lepra, Melanomen und anderen Hautkrebsarten und stärkte gleichzeitig die Weiterbildung von Fachkräften im Gesundheitswesen.
Die Früherkennung von dermatologischen Erkrankungen hat sich nach dem Abschluss der Kampagne einmal mehr als ein Schlüsselinstrument für die öffentliche Gesundheit erwiesen. Die Initiative bot mehr als 400 Menschen im Department Guairá fachärztliche Hilfe und half dabei, Erkrankungen zu identifizieren, die eine sofortige Behandlung erfordern.
Während der Kampagne wurden 461 spezialisierte dermatologische Konsultationen sowie 75 Eingriffe, 29 mikrobiologische Untersuchungen, 30 Röntgenaufnahmen zur Tuberkulose-Erkennung – bei denen ein positiver Fall bestätigt wurde – und 80 Tests auf Syphilis und HIV (alle mit negativem Ergebnis) durchgeführt.
Wichtige medizinische Befunde
Unter den relevantesten Befunden entdeckten die Spezialisten:
-2 neue Fälle von Lepra
-11 Fälle von Basalzellkarzinomen
-1 Fall von Melanom (schwarzer Hautkrebs)
-1 Fall von Plattenepithelkarzinom
Nach Angaben des Ministeriums für öffentliche Gesundheit und soziale Fürsorge erhielten alle betroffenen Patienten noch während des Aktionstages eine medizinische Intervention, was eine zeitnahe Behandlung dieser Krankheiten begünstigt.
Rahmen und akademische Weiterbildung
Die Aktivitäten fanden auf dem Campus der Katholischen Universität von Villarrica im Rahmen des Welt-Hautgesundheitstages 2026 statt – einer weltweiten Initiative der Internationalen Liga Dermatologischer Gesellschaften (ILDS) und der Internationalen Gesellschaft für Dermatologie (ISD). Organisiert wurde die Kampagne vom paraguayischen Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der Paraguayischen Gesellschaft für Dermatologie, um spezialisierte Versorgung in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu solchen Dienstleistungen zu bringen.
Neben der medizinischen Hilfe nahmen 180 Fachkräfte und Studierende an einem akademischen Fortbildungsprogramm teil. Dieses richtete sich an Ärzte der Primärversorgung, Pflegekräfte und andere Mitglieder von Gesundheitsteams. Die Schulungen behandelten Themen wie Lepra, Piodermitis, Virusinfektionen, Leishmaniose, die Labordiagnose vernachlässigter tropischer Hautkrankheiten, den rationalen Einsatz von Antibiotika, Mykosen, Hautkrebs und Präventionsstrategien.
Eine Erfolgsgeschichte im ganzen Land
Seit ihrer Gründung hat die Kampagne “Pire Porã Rekávo“ (Guaraní für “Auf der Suche nach einer gesunden Haut“) bereits 3.975 Menschen in verschiedenen Departements des Landes geholfen und zur Ausbildung von 942 medizinischen Fachkräften beigetragen. Dadurch wurde die Kapazität des Gesundheitssystems zur Früherkennung und Behandlung von Hautkrankheiten nachhaltig gestärkt.
Die Kampagne zielt zudem darauf ab, die Bevölkerung zu ermutigen, bereits bei ersten verdächtigen Hautveränderungen einen Arzt aufzusuchen, den Sonnenschutz zu fördern und den Nachweis von Krankheiten wie Lepra, Leishmaniose, Syphilis und HIV zu erleichtern.
Das Programm wurde anfangs zwischen 2016 und 2018 in San Pedro, Caaguazú und Misiones durchgeführt. Nach einer Pause wurde es 2023 in Caazapá wieder aufgenommen, 2024 in Ñeembucú und 2025 in Concepción fortgesetzt, bis es dieses Jahr Guairá erreichte. Hierbei wurden erneut medizinische Versorgung, berufliche Weiterbildung und interinstitutionelle Zusammenarbeit erfolgreich miteinander kombiniert.
An dem Aktionstag nahmen unter anderem Vertreter der Katholischen Universität, der Paraguayischen Gesellschaft für Dermatologie, der Regionaldirektor von Guairá, Rigoberto Alarcón, und die Leiterin des Nationalen Lepra-Programms, Olga Aldama, teil.
Wochenblatt / La Nación














