Krieg um Asphalt spaltet die Bevölkerung einer Stadt

Quyquyhó: Die meisten Bürger sind froh, wenn Straßen asphaltiert werden. So auch die Bewohner von Quyquyhó. Jedoch kommt es trotzdem zu einem Krieg zwischen einer starken Opposition mit großem Einfluss bei dem Thema.

Die Ruhe in der Stadt Quyquyhó, Paraguarí – 170 km von Asunción – wird durch eine Maschine unterbrochen, die eine Asphaltschicht aufträgt.

Eine Arbeit, nach der die Einwohner jahrelang gebeten haben. Die Mehrheit von ihnen, Hausfrauen, Kaufleute, medizinisches Personal und andere sind dafür, sogar im Bereich der Kolonialhäuser. Für sie bedeutet es Fortschritt.

Quyquyhó wurde 1776 gegründet und ist eine der ältesten Städte in Paraguay. Die sozioökonomische Entwicklung verzögert sich jedoch noch immer.

Der Name dieser ruhigen Gemeinde steht jedoch in dieser Woche auf nationaler Ebene überall im Mittelpunkt. Das geschah nach der Mobilisierung zahlreicher Einwohner gegen die Historikerin Milda Rivarola und deren Anhänger. Sie fordern die Behörden auf, die Altstadt nicht mit Asphalt zu verändern und schlugen vor, alles so belassen wie es jetzt ist, nämlich mit Pflastersteinen.

„Menschen, die gegen eine Asphaltierung sind, wohnen nicht einmal in der Gemeinde oder sind von Natur aus nicht hier. Sie kaufen nicht ein. Sie kommen nur zu bestimmten Terminen. Sie wissen nicht, was es bedeutet, täglich durch diese gepflasterten Straßen zu laufen oder isoliert zu sein“, sagt Nicolás Lezcano, ein Einwohner der Stadt.

Die historischen Gebäude, die vom Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, sind noch weitgehend erhalten. In anderen repräsentativen Häusern aus der Kolonialzeit wurden jedoch Interventionen wie eine Sanierung der Wandverkleidungen oder Fußböden vorgenommen, um die Feuchtigkeit zu beseitigen.

Die Zeit ist in den malerischen Straßen stehen geblieben und ist ein stiller Zeuge der Abwanderung ihrer Bewohner, die bessere Möglichkeiten suchen. Die Hauptwirtschaftstätigkeit ist die Landwirtschaft und Viehzucht.

„Vor Jahren haben wir uns nach Asphalt gesehnt. Als die Straße nach Caapucú (32 km) nicht einmal asphaltiert war, sondern Schlaglöcher und schlechtes Wetter herrschte, waren wir bereits verzweifelt, wenn ein Patient nicht ärztliche Hilfe bekommen konnte, weil die Straße unpassierbar war. Wir, meine Kollegen und isch, sind auch dafür, dass das gesamte Stadtgebiet gepflastert wird“, sagt die örtliche Krankenschwester Silvia Torres.

Nelly Rodriguez, eine Unternehmerin der Region, sagt, dass die Asphaltschicht eine Chance für wirtschaftlichen Fortschritt sei. „Nicht, weil wir Asphalt haben, werden wir deshalb mehr Kriminelle bekommen und alles wird sich ändern. Es ist ein Bedürfnis, das wir seit Jahren haben“, betonte sie.

Um die Änderungen an den alten Gebäuden zu rechtfertigen, die vielen Historikern ein Dorn im Auge sind, weist Rodriguez darauf hin, dass der Erhalt der Struktur von Lehm und Stroh eine Herausforderung darstelle und ein großes Budget erfordere, das nicht jeder zur Verfügung habe.

Auf Druck der Medien einigten sich Vertreter des Nationalen Kultursekretariats, des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und die Bürgermeisterin, Patricia Corvalán, darauf, keine Asphaltierung in den Straßen rund um die historische Kirche “Natividad de la Virgen Maria“ durchzuführen. Dies ist ein Teil des historischen Erbes und Stadtkerns, wie es von einigen Bevölkerungsgruppen zum Ausdruck gebracht wurde und so erhalten bleiben soll, wie es immer in der Vergangenheit gewesen sei.

Corvalán behauptet, die Idee sei, dass eine Asphaltierung im städtischen Gebiet in der Zukunft dazu führe, dass sich mehr Unternehmen in der Region ansiedeln und auch den benachbarten Gemeinden zugutekäme.

Wochenblatt / Ultima Hora

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