Asunción: Das ehemalige Model Graciela Núñez prangert eine gravierende Ungleichbehandlung durch die Justiz an. Sie wurde in ihrer Anwaltskanzlei festgenommen, nachdem ein Haftbefehl wegen häuslicher Gewalt erlassen worden war. Während die Anzeige ihres Ex-Partners innerhalb von nur einer Woche zu Ergebnissen führte, liegt ihre eigene Anzeige, die sie Monate zuvor eingereicht hatte, weiterhin auf Eis.
Dem Bericht der Betroffenen zufolge erfolgte die Festnahme am vergangenen 14. August, als Núñez, die als Anwältin tätig ist, in ihrer Kanzlei arbeitete. Als sie auf den Gehweg trat, um einen Gegenstand aus ihrem Geländewagen zu holen, näherte sich ein Streifenwagen. Nach Überprüfung ihrer Identität teilten die Polizeibeamten ihr mit, dass sie festgenommen werde, da gegen sie ein Haftbefehl vorliege, von dem sie zuvor nicht in Kenntnis gesetzt worden war.
Während des Zugriffs verlasen die Polizeikräfte zwar den Bericht der Festnahmeanordnung, konnten in diesem Moment jedoch weder das genaue Aktenzeichen noch die exakten Gründe für die Maßnahme angeben, da sie selbst erklärten, die Details des Falls nicht zu kennen.
Nach der Überstellung in die Ermittlungszentrale erklärten die Behörden ihr, dass der Haftbefehl und ihre Anklage auf ein Verfahren wegen häuslicher Gewalt zurückzuführen seien. In diesem Moment erfuhr Núñez, dass ihr Ex-Partner sie am vergangenen 8. August angezeigt hatte – knapp sechs oder sieben Tage bevor ihre Festnahme vollstreckt wurde.
Angesichts dieses Szenarios hinterfragte Núñez mit Entrüstung die Ungleichbehandlung und die selektive Schnelligkeit, mit der ihr Fall bearbeitet wurde. Wie sie berichtete, hatte sie bereits am 18. Juni 2026 eine Anzeige gegen ihren Ex-Partner erstattet. Zu diesem Zeitpunkt legte sie Beweismittel vor, darunter Screenshots und Videos, auf denen sie angeblich als Opfer von Übergriffen durch diesen Mann zu sehen ist.
Trotz der Schwere der im Juni vorgelegten Beweise und der verstrichenen Zeit beklagte das ehemalige Model, dass ihr Ex-Partner bis heute weder von der Justiz vorgeladen wurde noch eine ähnliche Situation durchmachen musste wie die, der sie sich aktuell gegenübersteht, was eine ungleiche Behandlung im gerichtlichen Verfahren beider Anzeigen deutlich mache.
Wochenblatt / Hoy















