Kuriositäten und Wissenswertes aus Paraguays Vergangenheit – Teil 4

Concepción, die Opulente

Der ständige Fortschritt den die Stadt Concepción zwischen 1880 und 1915 verspürte, dank des Verkaufs von Naturrohstoffen aus der Region wie zum Beispiel Tannin, brachte ihr den Namen „Die Opulente“ ein. Der nicht bremsbare Auftrieb der Stadt spiegelte sich in der kommerziellen Aktivität aller Einwohner wieder. Es wurden soziale Klubs gegründet, Hotels der Ober- und Mittelklasse sowie sieben Bars und 20 Lebensmittelläden eröffnet. Fünf Schulen und ein Kollege wurden auch gegründet. Neben sieben Arztpraxen gab es auch vier Boutiquen. Im Jahr 1890 brachte Remigio Albertini den ersten Straßenzug nach Concepción, der wie auch einst in Asunción mit Maultieren angetrieben wurde. Die Strecke verlief damals vom Hafen bis nach Villa Armando. Insgesamt gab es auch noch achtzehn Yerba-Lager, fünf große Ölfabriken, drei Tageszeitungen, eine Eis- und eine Limonadenfabrik, sechs Bäcker, zwei Nudelfabriken, zwei Seifenhersteller, fünf Tischlerwerkstätten, achtzehn Fleischereien, einen riesigen Wochenmarkt, vier Sägewerke für Holz und vier Schneider.

Plaza Uruguaya

In den letzten Regierungsjahren des Diktators Francia, wurde das alte „San Francisco“ Gebäude zerstört welches seit 1824 als Kaserne Benutzung fand. Der Ort verwandelte sich sehr schnell in eine sandige Gegend. Als 1849 eine Neuordnung der Straßen in Asunción stattfand, wurde der aktuelle Platz geformt. Der Platz erhielt den Namen „San Francisco“ von dem Gebäude welches hier einmal stand. Während des Triple Allianz Krieges wurden auf dem Platz die Rekruten, die per Zug aus dem Camp „Cerro León“ kamen, eingewiesen. Bis vor einhundert Jahren war der Platz mit einem Metallzaun umgeben. Danach wurde für rund 30 bis 40 Jahre Balustraden rundherum angebracht. Als am 31. Mai 1885 die offizielle Delegation aus Uruguay nach Asunción kam und die Kriegstrophäen Paraguay zurückgab, wurde der Platz offiziell in den Namen „Plaza República del Uruguay“ umbenannt. Die Einwohner nennen ihn allerdings nur Plaza Uruguaya.

Nazismus in Paraguay

Im Jahr 1928 wurde in der Kolonie Independencia (Guairá) von ein paar Männern die paraguayische der NSDAP gegründet. Der hauptsächlichste Mann im Rampenlicht war Bruno Fricke. Die Paraguayische Nazi-Partei war die erste außerhalb Deutschlands. Ein Jahr später wurde sie von der deutschen Führung offiziell anerkannt. Erst 1932 wurde sie in die Kategorie „Ortsgruppe“ aufgenommen. Herr Fricke zog sich zurück vom Nazismus, zusammen mit anderen Kollegen und gründete die Gruppe „Frente Negro“ – „Schwarze Front“, um die Nazis zu bekämpfen.

Von links nach rechts

Vor fast 67 Jahren am 25. Januar 1945 wurde per Dekret festgelegt, dass die Fahrzeuge nicht mehr auf der linken sondern auf der rechten Fahrbahnhälfte zu fahren hatten. Damit war Paraguay eines der letzten Länder auf dem Kontinent, die das englische System noch innehatten.

Steuerbefreiung mit Folgen

Am 17. Mai 1905 trat ein Gesetz in Kraft, welches die Besteuerung von importierten Fahrzeugen aufhob. Daraufhin importierte der italienische Geschäftsmann Jorge Barzi das erste Automobil was Paraguay bis dahin gesehen hatte, einen Einzylinder Cadillac mit 10 PS. Der erste registrierte Unfall mit einem Fahrzeug passierte ebenso dem Italiener. Als er sein Gefährt vom Schiff herabfuhr prallte er gegen den Posten des Zollbeamten, der zum Glück nicht auf seinem Platz war.

(Wochenblatt / Luis Verón)

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

1 Kommentar zu “Kuriositäten und Wissenswertes aus Paraguays Vergangenheit – Teil 4

  1. ————Wiedereinführung des Gesetzes———-
    Am 17. Mai 1905 trat ein Gesetz in Kraft, welches die Besteuerung von importierten Fahrzeugen aufhob.

    Und Heute? Dann gäbe es weniger geklaute Autos.

Kommentar hinzufügen