Landbesetzungen und legitime Titel

Asunción: Landbesetzungen sind stetig ein Thema in Paraguay, diese Praktik als Straftat zu betiteln und sie demnach höher zu bestrafen ist ganz besonders im Interesse der Cartes-Gruppe, wenngleich andere Politiker wie Fidel Zavala wegen ihrer Besitztümer gleiche Interessen haben.

In den Cartes-Medien werden wiederholt die Zustände der Estancia Pindó ins Licht gerückt, als gebe es keine anderen Landbesetzungen im Lande. Hierbei ist wichtig, dass man weiß wer die Eigentümer der Estancia sind. Nein es ist nicht Horacio Cartes, doch die Schwiegereltern seiner jüngsten Tochter, die deutsche Familie Bendlin.

In den zahlreichen Berichten der Zeitungen aus dem Hause Cartes wird speziell dieses Detail gerne ausgelassen, da ja die Aktiengesellschaft Agroganadera Pindó als Betreiber auftritt. Also, die Aktionäre der Firma sind Rainer Maria und Axel Bendlin.

Die Rechtsvertreterin der Agroganadera Pindó SA, Margarita Colmán, wies darauf hin, dass die Estancia Pindó zwar dem Privatsektor angehöre und ein Unternehmen betreffe, aber zu einem Banner des Produktionssektors geworden sei, das für die Verteidigung der Produktion, des Privateigentums und des Schutzes des menschlichen Lebens stehe. In diesem Sinne betonte sie, dass es an der Zeit sei, dass die Regierung von Mario Abdo Benítez definiere, ob sie für das Privateigentum und die Einhaltung der Verfassung eintrete oder ob sie die Ausplünderung und den Missbrauch der Produktion zulassen werde.

In einem Gespräch mit der Cartes-Zeitung La Nación sagte Colmán, wenn die Regierung nicht reagiere und die Invasion und andere Verbrechen weiterlaufen lasse, werde es zu einem gescheiterten Staat ohne Autorität kommen. “Es ist an der Zeit, dass der paraguayische Staat Stellung bezieht. Wir warten auf diese Antwort des Präsidenten, seines Teams im Innenministerium, der Polizei und der Justizbehörden”, betonte die Anwältin, die anscheinend auf eine Räumung drängt.

Sie wies auch darauf hin, dass die Verteidigung der Estancia Pindó als eine nationale Sache betrachtet werden sollte, zur Verteidigung der Produktion, zur Verteidigung des Privateigentums und zum Schutz des menschlichen Lebens, weil sie sich innerhalb dieses Besitzes nicht nur illegal große Landflächen angeeignet haben, sondern auch mehrere Menschen geschlagen, ihrer Freiheit beraubt und die Arbeiter der Estancia beraubt und ausgeplündert haben.

Sie bedauerte jedoch, dass es entgegen ihrer Erwartungen von den politischen Sektoren, insbesondere von der Frente Guasu, bei mehreren Gelegenheiten feststellen musste, dass diese nicht nur die Eindringlinge verteidigten, sondern sie auch zum Widerstand vor Ort aufforderten, bis das Land enteignet sei.

Sie erinnerte daran, dass sie im vergangenen Jahr eine Klage gegen die drei Senatoren Sixto Pereira, Hugo Richer und Pedro Santacruz eingereicht hatte, mit den entsprechenden Beweisen für die Zeiten, in denen sie sich auf dem Grundstück aufhielten und die Eindringlinge mit dem Versprechen der Enteignung bedrängten.

Auf was sich die Senatoren beziehen, sagte sie jedoch nicht, denn wenn ein Eigentumstitel frei von Interpretationen ist, sollte der Besitzer vor Ort sein Eigentum problemlos vor Besetzungen schützen können.

Doch laut Versionen der Landbesetzer schenkte Alfredo Stroessner 1963 rund 2.000 ha Land Enrique Bendlin, womit der Grund für die seit 2013 anhaltenden Probleme bekannt ist.

Wochenblatt / ABC Color / Senado / La Nación / Última Hora

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