Lugos Regierung erhielt 114 Millionen US-Dollar bolivarische Unterstützung

Asunción/Caracas: So kurz vor der Präsidentschaftswahl im Norden Südamerikas wurden Dokumente von der Opposition Venezuelas an die Öffentlichkeit gegeben, von der die hiesige Bevölkerung sowie der Rest der Welt nichts wussten. Es handelte sich um bolivarische Unterstützungszahlungen, die an Länder gingen, die etwas Führung und Beistand bei schwierigen Entscheidungen brauchten. Dass die Aufnahme in den Mercosur Verband dazu zählt ist schwer von der Hand zu weisen.

Um die bolivarische Revolution zu „exportieren“ wurden insgesamt 114,5 Millionen US-Dollar an die Regierung von Fernando Lugo gezahlt. Die breite Öffentlichkeit wusste gerade Mal von 1 Million US-Dollar, was als Hilfe für die Brandkatastrophe im Chaco deklariert war und eigentlich mehr als anderthalbmal so hoch war.

Henrique Capriles, Oppositionsführer in Venezuela und Führer des Vereinten Tisches des Demokratie (MUD) ließ eine Entsandte nach Argentinien reisen, die auch diese Informationen für Paraguay im Gepäck hatte. Seit dem Jahr 2000 ist das Machen von Geschenken eine beliebte Methode im Karibikland.

Von den 114,5 Millionen US-Dollar ist nur die Summe von 113 Millionen aufsehenerregend, da diese ohne Begründung schon im Jahr 2008 an Lugos Regierung überwiesen wurde und nirgendwo offiziell auftaucht. Die damalige Regierung machte nur das Geschenk von 1 Million US-Dollar für den Chaco offiziell. Es kann auch sein, dass Paraguay im Wert von 113 Millionen US-Dollar Kraftstoff aus Venezuela erhalten hat jedoch sind nirgendwo Belege dafür auffindbar.

Die Summe die Hugo Chávez für Paraguay aufgewendet hat ist jedoch nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Hilfszahlungen an die anderen Mercosurländer, da wurden 9 Milliarden US-Dollar, ohne Brasilien dazu zuzählen, hin entsendet.

Caracas kaufte 2007 die 3 Milliarden US-Dollar  Schulden Argentiniens beim Weltwährungsfond auf. Diese Aktion brachte Chávez die volle Unterstützung der Kirchners ein.

Diese großzügigen Zahlungen weiteten sich auf Brasilien, Uruguay und Bolivien aus, um eine ständige Unterstützung eigener Belange zu garantieren.

(Wochenblatt / Abc / Clarín)

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9 Kommentare zu “Lugos Regierung erhielt 114 Millionen US-Dollar bolivarische Unterstützung

  1. was mag jemand meinen, der sagt, man wolle die „bolivarische Revolution“ exportieren. Sollte damit die Änderung der in den jeweiligen Ländern vorhandenen Verfassung im Sinne der von Venezuela genutzten Verfassung gemeint sein, so wäre das sicher zu begrüßen. In anderen lateinamerikanischen Staaten werden aber bereits vergleichbare Präsidialverfassungen angewendet. Also ein solcher Export würde keinen Sinn machen. Sollte damit die bedingungslose Ausschaltung des politischen Einflusses auf die Politik anderer Länder gemeint sein, so wäre das sehr zu begrüßen. Wie sehr der Einfluß der USA aber auch der BRD auf die innenpolitischen Wahlvorbereitungen ist, mag man einmal hier nachlesen:
    http://seniora.org/index.php?option=com_content&task=view&id=854&Itemid=58
    Ich bin ganz sicher, daß die Venezuelaner dennoch ihre Wahlentscheidung in ihrem Sinne treffen werden und sich durch das große Geld für die politische Opposition im Lande nicht beeinflussen läßt.

  2. Unglaublich! Die bolivianische Regierung hat offenbar zu wenig Geld um bspw. den Lehrern, Polizisten, der Feuerwehr im eigenen Land einen anständigen Lohn zu bezahlen, konnte aber der Regierung Lugos über 100 Mio. USD „Unterstützungszahlungen“ spenden, welche „offiziell nirgendwo auftaucht“?
    Wenn der „kleine“ bolivianische Bürger dies wüsste würde man die Verantwortlichen vermutlich teeren und federn. Und danach vierteilen.

    1. Werter Rambo,
      die bolivarische Revolution hat gar nichts mit Bolivien zu tun sondern mit Simon Bolivar, dem großen lateinamerikanischen Freiheitskämpfer des 19. Jahrhunderts, der bis heute von den Völkern in allen Ländern Südamerikas hoch verehrt wird.
      Bitte lernen Sie Geschichte.

    2. Werter Juan Manez
      Da erzählen Sie mir nichts Neues, die Unabhängigkeitsbestrebungen Südamerikas nach dem Wiener Kongress im 19. Jahrhundert sind mir bekannt, Stufe Abitur/Matura. Geschichte habe ich nicht studiert.
      Möchte mich trotzdem für Ihre Belehrungen und Ihrem negativen Tonfall bedanken. Machen Sie weiter so, bis Sie einmal an ein anderes Kaliber als mich gelangen, ich bin nicht derjenige, der Streit sucht.
      Des Weiteren möchte ich mich entschuldigen, dass ich „bolivianische Unterstützungszahlungen“ statt „bolivarische Unterstützungszahlungen“ im ersten Absatz gelesen habe und danach ein paar leicht zu erfassende Tatsachen stark durcheinander gebracht habe. Da habe ich tatsächlich etwas durcheinander gebracht.
      Ich würde Ihnen ja gerne empfehlen Anstand zu lernen, aber das bringt ja nichts. Geschichte kann ich aber im Gegensatz immer noch lernen.

  3. leider ist aufgrund der westlichen Propaganda, der jeder Politiker ausgesetzt ist, der nicht im Sinne der Weltmacht USA arbeitet, Hugo Chavez vollkommen verteufelt worden. Mit Hitler, Gadhafi, Assat oder Putin geschah und geschieht das gleiche. Es wäre gut etwas mehr über die politische Arbeit nach der Annahme der neuen Verfassung in Venezuela zu erfahren. Ich habe daher einmal diesen, schon etwas älteren Beitrag von Michael Zeuske, Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte an der Universität Köln, herausgesucht und empfehle ihn aufmerksam zu lesen. So stelle ich mir die Führung eines Staates vor, von unten nach oben und nicht umgekehrt. Welches Parlament und welche Regierung in den Ländern der westlichen Wertegemeinschaft beachtet denn noch den Willen der Bürger? Die Politiker haben sich doch längstens gut eingerichtet und machen was sie wollen. Sie halten große Reden vor Wahlen und hinterher machen sie das genaue Gegenteil. Da finde ich die Regelung in Venezuela, daß die Vertreter gewählt und auch abgewählt werden können und zwar sofort und nicht erst nach Jahren, genau richtig.
    http://www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/ringger_wsp_55.pdf

  4. Komisch Herr Asuncion45,

    Lugo wurde nach der Verfassung von Paraguay auch abgewählt
    und das verurteilten Sie als Putsch,

    man merkt, auch Sie drehen ihre Fahne in den Wind, wie so oft.

  5. vielleicht, lieber Erich, sollten sie sich einmal das Wahlverfahren in Paraguay etwas genauer ansehen und sich die Frage stellen, ob es dabei möglich ist, die Strukturen des Landes nach dem Willen der Mehrheit des Volkes zu ändern oder ob sich eine kleine Elite dazu auserkoren hat, die Geschicke des Landes nach eigenem gut dünken zu lenken. Besonderen Augenmerk sollten sie dabei auf die internen Wahlen der politischen Parteien richten. Übrigens lohnt es sich die Wahlen in den USA unter dem gleichen Gesichtspunkt zu betrachten. Sicher werden sie auch dabei feststellen, daß die Abwahl eines ungeliebten, vom Volk gewählten Präsidenten, sehr leicht ist. Ob das aber im Sinne des Volkes und der Fortentwicklung des Staatswesens ist, sei einfach mal dahin gestellt. Die Abwahl Lugos war vielleicht verfassungsmäßig ob sie politisch klug war, wage ich nach wie vor zu bezweifeln. Wenn ich mir, als politische Kraft eines Landes sicher bin, daß der amtierende Präsident die falsche Politik macht, dann sorge ich entweder in der Koalition für eine Änderung dieser Politik oder aber ich warte in Ruhe bis die Wahlperiode zu Ende ist, da ja eine Wiederwahl hier ohnehin nicht möglich ist. Aber diese Abwahl war zu hektisch um glaubhaft zu sein. Es mußte offensichtlich etwas verhindert oder vertuscht werden, sonst wäre keine solche Eile geboten gewesen. Die Liberalen werden sicherlich die Quittung bei den nächsten und zahlreichen folgenden Wahlen bekommen, denn alle lieben den Verrat aber keiner den Verräter.

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