Marihuana: Zahlen, Fakten und Anbau

Salto del Guairá: Früher regte sich der Ex-Fußballer César “Tigre” Ramirez auf, wenn Journalisten sagten, dass 50% der wirtschaftlichen Aktivität in seinem Departement auf Marihuana zurückzuführen ist. Heute bestätigt er es.

Vom Fußballer zum Politiker machte Cesar Ramirez den Sprung zum Gouverneur und gesteht ein, dass sich arme Menschen immer wieder darauf einlassen.

“Als ich früher von einigen Journalisten gehört habe, dass die Wirtschaft von Canindeyú zu 50% vom Drogenanbau und Verkauf abhängt, ärgerte ich mich. Leider habe ich später feststellen müssen, dass es so ist und viele auf die Einnahmen angewiesen sind. Wir können Sies jedoch nicht einfach hinnehmen, da es eine Straftat ist“, sagte Ramirez bei einem Radiointerview.

Man müsse den armen Menschen Alternativen anbieten, damit sie damit aufhören und andere Möglichkeiten wahrnehmen um ihre Familien zu ernähren.

Der paraguayische Staat weiß von dem Problem und tut bis auf einige Beschlagnahmungen nichts dagegen. Paraguay ist neben Mexiko der größte Marihuana Produzent der Welt. Man hat sich arrangiert mit dem Problem zu leben und fürs wegsehen stillschweigend zu kassieren. Alle anderen Ausflüchte weswegen man nichts dagegen tun kann sind einfach nur auf Unwillen zurückzuführen. Eines der besten Beispiele ist die Colonia Kamba Rembé in San Pedro (45 km von General Resquín), in der praktisch jeder vom Marihuana Anbau lebt. Mit einigen angekündigten Beschlagnahmungsaktionen wurde da kein Erfolg erzielt. Jetzt lässt mas es ganz. Alle leben damit und davon. Wenn es einmal einen Kampf dagegen gegeben hat, ist er mittlerweile verloren.

Wieviel verdient ein Bauer für den Anbau von Marihuana?

Ein Bauer erklärte: „Ich habe einen Hektar Marihuana (10.000 m2) immer mit Marihuana angepflanzt und das schon seit 1990. Pro Hektar erntet man 1.000 kg. Der Preis pro Kilogramm liegt bei 10.000 Guaranies (1,35 €). Wenn das Klima gut ist kann man bis zu 15 Millionen Guaranies (fast 2.000 €) pro Hektar rausholen“.

Was verdient man, wenn man einen Hektar mit Maniok anpflanzt?

„Gut, es ist ein legaler Anbau. Er bringt jedoch nur 2.000.000 Guaranies pro Hektar (knapp 300 €)“, fügte der Bauer hinzu.

Wochenblatt / Hoy / Telefuturo

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7 Kommentare zu “Marihuana: Zahlen, Fakten und Anbau

  1. Ah, welch ein interessanter Artikel.
    Hier (https://www.elsol.com.ar/el-precio-de-la-marihuana-luego-de-pasar-por-mendoza.html) sagt es dass der Endpreis des Kilogram Marihuana 2015 in Chile 3.500 US$ betrug. Der Bauer in Paraguay bekommt also nicht mal 2 US$ von diesen 3.500 US$ pro Kg. Sagen wir mal der Bauer bekommt 2 USD dann hat der Drogenhandel in diesem Beispiel einen Mark Up (Rendite) von sagenhaften 174.900% (ein hundert vier und siebzig tausend neun hunder verdammte Prozent). Dank der effektiven Polizei errechnete ein Unterkomissariat der EU eine Rendite von 3.900% fuer die Drogen die nach Europa kommen.
    Der Bauer aus Ostparaguay bekommt also etwa 0.0571% vom Endpreis der Marihuana – verschissen wenig.
    Gibts schon ne Senacsa Liste von eingeschriebenen Marihuanaviehfenzen fuer den Chilemarkt? Wenn ja, dann bitte hier posten…

    1. Das Video gibt an dass der Bauer zwischen 2.3 und 3.1 USD pro Kg Marihuana bekommt. Das sind dann etwa 0.1% vom Endpreis in Chile (2015 Chileendpreis). Das sind dann 20 Millionen Guaranies pro Hektar bei einem Ertrag von 1000 Kg/ha und Preis von 20000 Gs/Kg. Davon kann so ein Bauer und seine ganze Familie gut und gerne 1 oder mehrere Jahre von leben.

  2. Der Staat muss gar nichts tun, um diesen Menschen eine Alternative zum Drogenanbau zu bieten. Drogenanbau bleibt Drogenanbau und ist strafbar. Der Staat muss einzig die Staatsgewalt durchsetzen und die grassierende Korruption bekämpfen. Dann werden sich die Drogenanbauer überlegen, ob sie lieber ins Gefängnis oder arbeiten möchten.
    Wo kämen wir den da hin. Ich meine, da wo ich wohne kommt auch niemand vorbei und bringt mir Plata, wenn ich unter dem Mango sitze. Soll ich jetzt Drogen anbauen und warten auf dass mir der Staat Alternativen anbietet?

  3. Nun im Video (2015) wird gesagt dass der Bauer (also 2015) 20.000 Gs pro Kg Marihuana bekam. Und heute im Jahr 2019 nach dem Artikel sind es 10.000 Guaranies/Kg? Damit hat man denen ja die haelfte des Preises gesenkt. Gibt es ein Ueberangebot an Marihuana so dass der Markt gesaettigt wurde? 2015 hatte der Bauer ein Einkommen von 60 Millionen Guaranies pro 2 Hektar von je 1.500 Kg Ertrag. Er hatte fuer diese 2 Hektar etwa 22.5 Millionen Guaranies an Kosten und Ausgaben gehabt. Das sind dann 30 Millionen Guaranies Bruttoeinkommen pro Hektar (1.500 Kg Ertrag pro Hektar) und rund 11 Millionen Ausgaben pro Hektar. Da bleiben ihm noch rund 19 Millionen an Reingewinn oder Marge welches rund 63% an Rendite ist. Allerdings wurde dieses Marihuana im Innland von Paraguay fuer 40.000 Gs bis 60.000 Gs/Kg auf dem Markt gebracht fuer den Konsum. Also der „Export“ der Drogen macht diese so teuer, bzw die „Gefahrenzulage“ verteuern die Drogen.
    Was auffaellt ist dass der Bauer sich die Kosten und Ausgaben mit dem „Kreditgeber“ 50/50 teilt, also der Financier uebernimmt also rund 6 Millionen Gs an Ausgaben so dass der Bauer dann 30 Millionen brutto Einnimmt aber nur 6 Millionen Gs pro Hektar an Ausgaben hat. das waeren dann eine Rendite von rund 24 Millionen Guaranies oder 80%. Einen ROI (Return of Inversion) von 80% ist natuerlich eine saftige Sache was bedeutet dass er fast nur Einnahmen hat.
    Solche ROI kennt eigentlich nur die Viehzucht die auch an 80% bis 95% Retorno de Inversion kommen duerfte in jedem Jahr – dank der hohen Fleischpreise.
    Kornelsen, der Mennonit als Chef der paraguayischen Fleischkammer, freute sich heute ueber Radio ZP30 das die EU jetzt das Abkommen mit Paraguay unterschrieben haette da man jetzt das ganze Fleisch in die EU bringen koenne zu Hoechstpreisen – und damit den Untergang des gesamten Waldbestandes von Paraguay besiegelt hat, denn mehr Markt bedeutet das jetzt alles Abgeholzt wird. Dank der EU.
    Wird hoechste Zeit dass das Laborfleisch auf den Markt kommt.

  4. Was hier wieder für ein Schwachsinn verbreitet wird !!!! 1,35 € pro kilo. Selbst ein erfahrener und sehr schneller Erntehelfer benötigt ca 90 Minuten, realistischer 2 stunden für das abschneiden und Blatt von Blüte trennen und anschließende verpacken von einem kilo. Also wenn dann der Bauer sich mit 35 cent pro kilo zufrieden gibt, dann bleibt dem Erntehelfer 50 cent pro Stunde. Wer arbeitet für so einen Lohn ????
    Und selbst das ist noch unrealistisch. Der Bauer müsse auch noch Phosphor kaufen. Benzin für die Fahrzeug. 2 oder Wichser wo nachts bewaffnet bei den Feldern sitzen. Dass niemand mit der gartenschere ankommt. Dann wollen die putos noch Taschengeld usw…….
    Also in San Pedro 1,35 das kilo hahaahahah
    Und ein kilo Kokain verkaufen sie wahrscheinlich dann um 25 €, ungeachtet das die Chemikalien zur Herstellung schon ca. 600 € pro kilo verbrauchen.
    Vielen dank für diese gut recherchierten Neuigkeiten

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