Mennoniten: Die Herkunft am Nachnamen erkennen

Filadelfia: Nachnamen geben Rückschlüsse auf die Familiengeschichte, auf die geografische Herkunft, auf den Stand und eventuell ausgeübte Berufe, so auch bei den in Paraguay ansässigen Mennoniten.

Die deutschsprachigen Mennoniten tragen eine relativ eingeschränkte und dafür typische Auswahl von Familiennamen. Diese sind zum großen Teil Zeugnis ihrer Herkunft aus den Niederlanden, dem unteren Rheingebiet beziehungsweise aus Ostpreußen und Polen.

Typisch für die Niederlande und Norddeutschland sind Namen wie Dyck (vom Deich) oder gar Teichgraef (der Deichgraf, der Deichaufseher) und die verschiedenen Nachnamen mit der Endsilbe -sen, also Sohn wie Derksen, Klassen, Thiessen, Janzen, Knelsen (Sohn von Dietrich, Nikolaus, Matthias, Johann/Jan, Cornelius) oder diese Endung noch einmal verkürzt auf wie Pauls, Peters, Martens, Willms oder Simons beziehungsweise Siemens.

Darüber hinaus zählt Horst Penner, Autor von Weltweite Bruderschaft, weitere Fakten auf: Ein mennonitisches Geschichtsbuch, in dem, u. a. folgende Namen mit niederländischer, beziehungsweise norddeutscher Herkunft, zu finden sind: Enns, Epp, Fast, Quiring, Regier, Wiebe und Wiens.

Aus anderen Teilen Deutschlands kommen Namen wie Balzer (Oberbaden), Penner (Baden), Rempel (Oberschlesien), Unruh/Unrau (Niederschlesien),Walde (Schlesien) und Warkentin (Mecklenburg) vor. Aus der Schweiz stammen Berg/Barg, Funk, Vogt/Foth, Wieler. In Preußen und angrenzenden Gebieten haben folgende Namen ihren Ursprung: Harder, Ratzlaff, Sawatzky, Schapanski.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wochenblatt / Michael Rudolph / menonitica.org

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3 Kommentare zu “Mennoniten: Die Herkunft am Nachnamen erkennen

  1. Ähnliches findet sich unter den Paraguayern. In den sogenannten „höheren Kreisen“ wird bei Zusammenkünften schnell nach den Familiennamen gefragt. Dementsprechend sind die Gesprächspartner als „würdig“ und „angesehen“ einzustufen und genießen damit automatisch eine Art Vorzugsstellung mit vielen Privilegien. Will heißen, man hält in diesen Kreisen zusammen, schanzt sich die besten Geschäfte zu, deckt sich gegenseitig bis zum Gehtnichtmehr und fühlt sich gegenüber dem einfachen Volk überlegen. In den „höheren Kreisen“ ist körperliche Arbeit verpönt, (haben wir nicht notwendig) gehört Angabe und Überheblichkeit wie ein zweite Haut dazu. Politische Ämter sind in diesen Kreisen nicht unüblich und werden quasi „vererbt“. Wer nicht in diese Kreise hinein geboren wurde, hat kaum eine Chance von ihnen aufgenommen oder anerkannt zu werden. Wie heißt es in einem alten Lied: „Die guten Früchten hängen immer auf den hohen Bäumen, und weil wir klein sind, erreichen wir sie nie“!

    1. Das stimmt absolut. Das habe ich auch beobachtet.
      Was für uns Europäer schon kurios anmutet, wenn der Nachname so wie ein Statussymbol gedeutet wird, ist das in Paraguay oft ein Freifahrtsschein.
      Häufig ist auch, das Frauen, die von einem der bekannten Nachnamen dank der Vorfahren profitieren, sich bei der Hochzeit weigern den Namen des Ehemannes anzunehmen, falls dieser zu „gewöhnlich“ ist. Umgekehrt nehmen aber Frauen mit gewöhnlichen Namen sehr gerne den Nachnamen eines „exklusiven“ Nachnamens bzw. wird dieser am Mädchenname „angehängt“.

      1. So kurios ist es für Europäer auch nicht.Viele Frauen von Akademikern lassen sich mit Frau Dr.
        Studiert haben nicht aber Dr.spiele kennen sie! Heute weniger Früher mehr!
        Die Eierei die Du beschreibst gibt es ganz egal in Deutschland auch.
        Frau Merkel ist das beste Beispiel,Merkel Familienname erste Ehe,sie müsste Sauer oder Sauer-Kasner(Mädchenname) heißen.Das passt ja schlecht in der Politik,der Spott ein S mehr:“Sauerer Kassler.“

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