Minenbesitzer stellen Strafanzeige

Vor einigen Wochen berichteten wir über zwei nordamerikanische Investoren, die eine Mine in Paso Yobái im Department Guairá erwarben und darlegten, man wolle ihnen ihre Investition mit juristischen Winkelzügen entreißen. Die beiden hatten den früheren Vizeminister für Bergbau und Energie, Emilio Buongermini und Eduardo Heisecke indirekt beschuldigt, Drahtzieher des Versuchs, die Mine zu übernehmen, zu sein.

Buongermini hatte eingeräumt, die beiden zu kennen und im Rahmen seiner Funktion ein „herzliches aber distanziertes“ Verhältnis gehabt zu haben. Er bekräftigte: „Niemals habe ich irgendeine Form von freundschaftlicher Verbindung (zu den beiden) unterhalten.“

Dalrymple und Klaver haben inzwischen formal Anzeige in der Abteilung für Wirtschaftsdelikte bei der Nationalpolizei erstattet. In der Abschrift beschreiben sie eine Begebenheit, die sich vor den Problemen mit der Mine ereignet haben soll. Im April 2013 habe Buongermini ihnen den Franzosen Frederic Pierre de Albert de Kermenguy vorgestellt, ein Spezialist auf dem Gebiet von Smaragden und Diamanten sowie den Rechtsanwalt Pastor José Tomas Verdún Grassi.

Kermenguy und Verdún hätten ein Los Diamanten im Wert von 200.000 US-Dollar angeboten, die aber noch aus Brasilien importiert werden mussten. Die Tochter von Dalrymple überwies daraufhin den Betrag auf ein schweizer Bankkonto und als Sicherheit erhielten die Investoren ein Los Smaragde, welches im Safe einer Sicherheitsfirma verwahrt wurde. Der Franzose reiste nach Brasilien und übergab die Diamanten Anfang Mai an die Käufer.

Dalrymple, Klaver, Buongermini, Kermenguy und Grassi flogen nach New York, wo der Verkauf der Steine 500.000 USD erbringen sollte, allerdings gaben Spezialisten den Wert mit nur 15.000 USD an. Die Smaragde hätten sie gar nicht begutachten wollen, da diese vollkommen wertlos gewesen seien.

Man habe die Steine daraufhin an den Franzosen übergeben, der versicherte, die Diamanten für eine halbe Million Dollar verkaufen zu können. Das Geld wollte er ihnen innerhalb einer Woche aushändigen. Seither seien Kermenguy und Verdún nicht mehr erreichbar.

Als Beweisstücke fügten Dalrymple und Klaver der Anzeige Fotos von ihrem Aufenthalt in New York bei, die sie zusammen mit Buongermini zeigen. Sie gaben auch zu Protokoll, dass sie das Zimmer mit ihm geteilt hätten. Gegenüber der Zeitung Última Hora bestätigte Buongermini, „den Franzosen und den Anwalt“ auf deren Bitte begleitet zu haben. Er erinnerte sich auch, dass die Geschäftspartner des Franzosen behauptet hätten, die Smaragde seien nicht echt, sondern lediglich Beryll.

Die beiden Nordamerikaner bestehen darauf, eine freundschaftliche Verbindung mit dem Ex-Vizeminister gehabt zu haben, er habe sie schließlich regelmäßig in ihren Häusern besucht. Nach dem jetzt angezeigten Ereignis habe er allerdings nie mehr das Telefon beantwortet.

Bei der Staatsanwaltschaft zeigten die beiden Buongermini wegen Betrugs an und präsentierten Protokolle des Chat-Dienstes WhatsApp, in denen der Politiker Dalrymple mehrfach in englischer Sprache auffordert, einen Geldbetrag an Heisecke zu zahlen.

Die Ehefrau Heiseckes, die Jugendrichterin Clara Raquel Isasi, hatte den beiden Anwälten, die Dalrymple und Klaver von Heisecke empfohlen wurden, ein Honorar in Höhe von 8,4 Milliarden Guaranies zugesprochen. Die Richterin muss sich aufgrund Ihres Urteils vor einem Schiedsgericht wegen schlechter Amtsführung verantworten.

Quelle: Última Hora

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8 Kommentare zu “Minenbesitzer stellen Strafanzeige

  1. Hier wird sich mit absoluter Sicherheit die US-Botschaft einbringen. Die Beiden werden Alles, aber auch jeden Cent zurückbekommen. Und diesmal gehts den beiden ehemaligen Ministern und dieser Richterin an den Krage. Das lassen sich die Amis von diesen Kameltreibern nicht gefallen. Hier gehört einfach die gesamte Politik und die gesamte Justiz in einen Sack gepackt und diesen auf dem Plaza Uruguay abgestellt…..

    1. Dein Wort in Gottes Gehörgang. Dann würden sich einige Herrschaften wenigstens mal wundern, wie es einem ergehen kann.
      Aber letztendich gibt es sicherlich einen Deal, mit dem alle leben können ;-(

    2. Geld zurueck nur weil eventuell ein Ami Botschaftsangestellter oder vielleicht sogar der Botschafter selber „bloeckt“….!! – da kann ich nur lachen, die Verantwortlichen haben das doch laengst aufgeteilt und beiseite geraeumt, da kann bloecken wer will, die tun das nicht mehr raus….!! – und wer sich auf so einen hoechst dubiosen Diamanten Deal einlaesst (aus reiner Gier!!) und auf die Schnauze faellt hat selber Schuld.

  2. @ Gamsbart…….Sie wollen also das unternehmerisches Denken bestraft wird und kriminelles Handeln straffrei bleibt.
    Es gibt eine wissenschaftliche Studie zu Menschen die im Leben gescheitert sind. Diese belegt, das zwei Charaktereigenschaften bei Diesen ganz oben stehen und man diese Menschen auch ganz leicht daran erkennt.
    Diese Eigenschaften nennen sich NEID und SCHADENFREUDE.

  3. UH hat geschrieben, soweit habe ich es jedenfalls in Erinnerung, handelt es sich um kanadische Staatsbürger. Das mit den Diamanten ist mehr oder weniger eine Nebensache. Es geht um die Mine die für US$ 7 Millionen gekauft wurde und des Weiteren um die Honorarforderung von ca. US$ 1,5 Millionen der beiden Rechtsanwälte, die angeblich die beiden Investoren juristisch vertreten haben, aber laut den Kanadiern keinen Finger rührten.

    Man braucht kein Hellseher zu sein um zu erkennen, was hinter den Kulissen gespielt wird.

    Zur Erinnerung, zwischen 1995 und 2002 wurde eine große Zahl von Financieras und Banken von ihren Besitzern ausgeplündert und in den Bankrott geführt. Hunderttausende Paraguayer und auch Ausländer verloren ihr Geld. Staatliche Sicherheitsgarantie von 75 Mindestlöhnen gab es noch keine. Die meisten blieben auf der Strecke. Wer kam hinter Gitter, beim bisher größten angelegten Betrug in der Geschichte Paraguays? Diejenigen die kurze Zeit einsitzen mussten kann man auf einer Hand abzählen, Bauernopfer, mehr nicht.

    Daher werden die Kanadier vergeblich auf die Justiz setzen. Und sollte ein Richter tatsächlich zu Gunsten der Investoren entscheiden, heißt es noch lange nicht, dass sie das bekommen, was ihnen zusteht. Immer eine Frage, wer am anderen Ende der Leine zieht.

    1. Nein, das kann man aber so nicht sagen 😉

      Unser paraguayischer Außenminister hat doch gerade in Spanien kundgetan, dass hier Demokratie und Rechtssicherheit herrschen, um Investoren anzulocken. Vermutlich hat er aber vergessen zu definieren, was er unter Demokratie versteht (viele arbeiten und wenige füllen sich die Taschen) oder was Rechtssicherheit in Paraguay bedeutet (Recht haben nur die Paraguayos, die ausreichend Geld, Einfluß und Macht haben – und das mit 100%er Sicherheit.)

  4. Die Rechtsunsicherheit in Paraguay ist gewaltig ohne mächtig Unterstützung im Rücken sollte man hier im Land keinen Cent investieren, wenn es sich um große Objekte handelt. Man ist umgeben von Rudeln hungriger Wölfe.Schade schade schönes tapferes Paraguay der einfachen Bevölkerung die nach Gerechtigkeit hungert. Wie lange noch?

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