Mit Kanonen auf Spatzen geschossen

Villa Elisa: Während Politiker und Polizisten ungestraft Cedulas und Pässe für Ronaldinho und seinen Bruder bestellen und anfertigen konnten, ohne dass einer dafür büßen muss, schießt man bei Tierfreunden mit Kanonen auf Spatzen.

Die Nationalpolizei durchsuchte gestern ein Haus, wo man Ausweiskarten für Tiere herstellte, die einer Cedula, einem paraguayischen Ausweis zwar ähnlich sehen, aber in Beschriftung und Foto eines Haustieres keine Zweifel hinterlassen, dass damit kein echtes Schindluder getrieben werden kann. Abgesehen von fehlenden Sicherheitsfeatures einer echten Cedula ging es hier darum den Tieren und ihren Herrschen für ein Paar Groschen einen Gefallen zu tun und nicht wie im Falle Ronaldinho tausende US-Dollar zu kassieren und echte Cedulas mit echten Nummern und Staatsbürgerschaft ins polizeiliche System einzuspeisen.

Während die Schuldigen aus dem Ronaldinho Fall geschützt werden, geht man mit ganze Härte, also mit Polizei und Staatsanwaltschaft, gegen die Tierfreunde vor. Konfisziert wurden unter anderem tierische Ausweiskarten von Tobby, Terry und Ottavia Chanel.

In dem Geschäft Aldemar y Cia, wo ein Druckgerät für Karten sowie einige fertige Ausweise funden, durchsuchte man alles und konfiszierte das Equipment. Die Staatsanwältin Carmen Gubetich de Catoni, die eigentlich für Markenrecht zuständig ist, ermittelt und wird eine Anklage formulieren.

Wochenblatt / Policia Nacional

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5 Kommentare zu “Mit Kanonen auf Spatzen geschossen

  1. Typisch hiesige Kindergartenpolizeijustiz. So blöd kann man wohl nicht sein. Oder doch? Nicht nur dass hiesige Kindergartenpolizeijustiz damit nicht durchkommt und unnötig mal zu ihrem gekühlten Bürro rauskommt, aber mit so einer Cedula bekommt wohl kein Hundebetrüger einen Kredit. Oder doch? Naja, wir sind ja im Paragauy. Da ist vieles Undenkbare denkbar.

  2. Bei solchem Pipifax kommt die Härte der Justiz zum Tragen. Staatsanwältin ist sicher stolz, dass sie so ein Riesending zur Anklage bringen will:
    In Deutschland ist es auch nicht besser:
    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.verstoss-gegen-corona-regeln-drei-personen-drei-haushalte-polizei-loest-skatrunde-auf.9b2b58d0-9b4c-445d-a470-a3d707873dfb.html

    Anarchotyrannei nennt man das.

  3. Hier ging es keineswegs darum „den Tieren und ihren Herrchen für ein Paar Groschen einen Gefallen zu tun“. Die Tierfreunde haben, nach eigenen Angaben in der ersten Woche bei einem Kartenpreis von 25.000 Gs. einen Umsatz von 25 Millionen Guarani erzielt.
    Das Design eines Personalausweises (mit oder ohne Sichtheitsmerkmale) als Grundlage zu nehmen ist auch in Deutschland nicht erlaubt.

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