Mit Lugo begann eine neue Ära der Vetternwirtschaft

Asunción: Die Familie Lugo Méndez Maidana war eine der begünstigten Verbände, die von der Amtseinführung Fernando Lugos, derzeitiger Präsident des Landes, profitierte. Bis jetzt wurden 16 nahe Familienangehörige in wichtigen Institutionen, wie Itaipú, Yacyretá, ANDE, MOPC und im Amt der First Lady positioniert. Das Sekretariat für öffentliche Stellen, unter der Leitung von Lilian Soto, verlor nicht ein Wort über die schauderhafte Vetternwirtschaft des Präsidenten, eine Praktik, die ihm andere Minister nacheifern.

“Ein Zeichen der neuen Zeit wird Sparsamkeit sein”, soll Lugo am 15. August 2008, zu seiner Amtseinführung gesagt haben. Heute in der Praxis, zeigt er wie unter seiner Regie 16 nahe Familienangehörige in öffentliche Ämter fanden, wo sie viel Geld verdienen.

Alle sind Mitglieder der Familie Lugo Méndez Maidana, welche ohne eine Unterbrechung die Ämter besetzten und bis heute verteidigt haben.

Der paraguayische Intellektuelle und Schriftsteller Carlos Villagra Marsal drückte in Reflexionen über die 200-jährige Unabhängigkeit Paraguays aus, dass der Nepotismus in der Zeit Alfredo Stroessners begann. Er erinnerte daran, dass der Paraguayer zuvor nicht so eingestellt war.

Leider wurde diese begonnene Praktik unter Stroessner bis in die heutige Zeit gerettet und verschlechterte sich in seinen Umfängen immer mehr. Jeder Nachfolger von Stroessner versprach lauter als sein Vorgänger die Vetternwirtschaft zu bekämpfen.

Ruhe im Sekretariat für öffentliche Stellen

Das Sekretariat für öffentliche Stellen, unter Leitung von Lilian Soto, hat in keinem Moment die Stimme erhoben und über reelle Fälle von Vetternwirtschaft berichtet.

Um das Gedächtnis aufzufrischen: am 2. Juli 2008 sagte Soto, dass ihre Priorität die Gesetzesüberwachung 1.626 sei, die ihr obliegt. Sie bestätigte dass ab dem 15. August bestmöglich versucht wird Vetternwirtschaft und Parteiabhängigkeit von der Arbeitsstelle auf null zu sinken hat.

Wo blieb der Diskurs des Nepotismus stecken? Warum so eine Stille um die Ministerin Soto?

In der vergangenen Woche, als auch Fälle von Vetternwirtschaft bekannt wurden, Miguel Fulgencio “Kencho” Rodríguez, Sixto Pereira, Augusto Dos Santos und Luis Alberto Riart involvierend, wurde dies mit dem Recht auf Arbeit der eingesetzten Personen verteidigt.

Die Familienangehörigen von Fernando Lugo in öffentlichen Ämtern:

Mercedes Lugo Méndez de Maidana: Schwester des Präsidenten der Republik. Sie wurde per Dekret Nummer 250 zur First Lady des Landes ernannt. Ihr Gehalt sind 10 Millionen Guaranies. Diese Bezüge sind extraoffiziell und werden von der Präsidentschaft der Republik, der aus einem Reservefond kommt, bezahlt. Des Weiteren werden ihr die Kosten für Auslandsreisen ersetzt.

Lourdes Rossanna Altamirano de Maidana: Ist eine Schwiegertochter der First Lady, die sich mit dem Sohn von Mercedes Lugo, Blas Daniel Maidana Lugo vermählte. Sie wurde zur Privatsekretärin der First Lady. Am 31. Juli 2009 wurde sie in ihr Amt gehoben und erhält 5.191.300 Guaranies, sowie ihre Repräsentierkosten. Ein eventueller Reisekostenausgleich von 1.528.300 Guaranies kommt noch hinzu, wenn sie ihre Schwiegermutter begleitet.

Blas Daniel Maidana Lugo: Der Sohn der First Lady und Ehemann von Lourdes Altamirano. Derzeitig ist er im zweistaatlichen Wasserkraftwerk Yacyretá (EBY), Unterabteilung Soziales Geschehen, angestellt, Sein Gehalt beträgt 4,3 Millionen Guaranies. Ebenfalls wird er als Funktionär im Amt der First Lady geführt obwohl er da keine Arbeit zu verrichten hat. Dafür erhält er weitere 1,3 Millionen Guaranies.

Angel Pompeyo Maidana Lugo: Ein zweiter Sohn der First Lady, Mercedes Lugo. Er arbeitet seit vergangenen Oktober als Funktionär bei der staatlichen Stromversorgungsgesellschaft ANDE, in der Umweltabteilung in Encarnación. Sein Gehalt: 4 Millionen Guaranies. Zuvor arbeitete er im privaten Sektor und verkaufte Autos. Im Jahr 2008 schuf Paul Sarubbi, Ex Direktor von Yacyretá einen Arbeitsplatz, aus dem er aber wegen eines Skandales entlassen wurde.

Sonia Beatriz Maidana Martínez: Ist eine Nichte der First Lady, Mercedes Lugo. Sie wurde per Dekret 2008 zur Chefkoordinatorin sowie Kabinettschefin des Amtes der First lady ernannt. Ihr Gehalt: 5,5 Millionen Guaranies. Sonia war nicht im öffentlichen Dienst, bevor ihr Onkel Präsident wurde. Sie hatte eine Wäscherei. Nach dem 20. April 2008 aber näherte sie sich ihrer Tante Mercedes und von da war der Weg nicht mehr weit ins Amt.

Mirtha Concepción Maidana Lugo: Ist die verwöhnte Tochter der First Lady. Sie besetzt aktuell den Posten der Sozialdirektorin im Amt der First Lady. Nach wie vor wird sie als Funktionär des Bildungsministeriums geführt mit einem Gehalt von etwas mehr als 2 Millionen Guaranies. Zudem erhält sie ein weiteres Gehalt vom Amt der First Lady mit 5 Millionen Guaranies.

Fernando Luis Lugo Martínez: Er ist ein Neffe des Präsidenten. Er kam am 1. Dezember 2008 in das Wasserkraftwerk Yacyretá (EBY) und bekommt ein Gehalt von 20 Millionen Guaranies. Er ist Verbindungsmann von EBY zum Amt der First Lady und seine Tätigkeiten sind völlig unbekannt. Allerdings erhält er für „unbekannt“ weitere 7.904.220 Guaranies. “Nandito” ist der Sohn des mittlerweile verstorbenen Briuders des Präsidenten, Prudencio Lugo Méndez.

Félix Chávez Méndez: Ein weiterer Neffe des Präsidenten. Er arbeitet in der Präsidentenresidenz Mburuvicha Róga sowie im Amt der First Lady. Er erhält dafür einen Lohn von 2,5 Millionen Guaranies. Dieser Betrag kommt aus extraoffiziellen Quellen der Präsidentschaft. “Felixito” ist der Sohn von Angela Méndez, welche derzeitig Botschafterin Paraguays in Argentinien ist.

Juan Guillermo Lugo: Ein Neffe des Präsidenten Lugo. Er wurde angestellt am 13. Oktober 2008 im zweistaatlichen Wasserkraftwerk Itaipú und ist Hilfssekretär. Sein Gehalt erreicht die 5 Millionen Guaranies. In den letzten Monaten des Jahres 2010 kaufte er ein großes Haus, welches er bar bezahlte. Es wurde allerdings auf den Namen seiner Mutter Teresa Martínez betitelt.

Luis Paciello Lacasa: Ist ein bekannter Schwiegersohn des Präsidenten der Republik, verheiratet mit Fátima Rojas. Er wurde im August 2009 in den juristischen Rat des zweistaatlichen Wasserkraftwerkes Yacyretá (EBY) aufgenommen mit 5,5 Millionen Guaranies Gehalt. Sein Vertrag wurde im vergangenen Dezember erneuert. Die Schwester von Luis, Antonella Paciello, ist die aktuelle Freundin von Fernando Luis “Nandito”, Neffe des Präsidenten.

Brigadegeneral Waldino Acuña Lugo: Er ist ein entfernter Neffe des Präsidenten Lugo. Er arbeitet als logistischer Kommandant beim paraguayischen Militär. Er ist ein Sohn von Juana Lugo Rojas Witte von Acuña, wohnhaft in San Pedro del Paraná. Durch die letzten realisierten militärischen Bewegungen wurde dieser in eine Schlüsselstellung gebracht.

Félix Zelaya Méndez: Ist ein Cousin des Präsidenten Lugo. Von Beruf Ingenieur besetzt er den Posten des Straßendirektors im Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC). Auch er sitzt auf einer Schlüsselstelle, weil alle Ausschreibungen an ihm vorbei müssen.
Sein Gehalt übersteigt 6 Millionen Guaranies. Er ist der Sohn von schon verstorbenen Juana Méndez de Zelaya und lebt in einer koketten Residenz in Fernando de la Mora.

Fidel Ayala Lugo: Er ist ein Neffe des Präsidenten, seit Dezember 2008 in der Justizbehörde von Encarnación beschäftigt mit einem Gehalt von 7 Millionen Guaranies. Ohne eine ausreichende Ausbildung zu haben wurde er zum administrativen Personal des Justizbezirkes Itapúa ernannt. Fidel ist der Sohn von Angela Ramona Lugo (Tochter des verstorbenen Bruders des Präsidenten, Guillermo Emil Lugo Méndez.

Delia Ramírez Lugo: Ist eine Cousine des Präsidenten. Sie arbeitet im Bildungsministerium mit einem Gehalt von 2 Millionen Guaranies. Ebenfalls hat die First Lady die Stiftung “Madre Paraguaya”, unter sich, wo viele Familienmitglieder tätig sind.

Die Schwiegertochter der First Lady, Lourdes Altamirano, ist die Administratorin dieser Einheit, zusammen mit dem Cousin des Präsidenten, Pedro Rodríguez Lugo. Dieser Letzte ist die Person, die Schecks unterschreiben darf sowie Empfehlungen vor und nach den Sitzungen.

Um mit Vetternwirtschaft ein wenig weiter zu machen brachte Frau Altamirano auch ihre Brüder in das zweistaatliche Wasserkraftwerk Yacyretá.

Auch der Ehemann der First Lady, Aníbal Maidana, benutzt auch öfters die Büros des Wasserkraftwerkes und macht Empfehlungen für Neueinstellungen.

Der Präsident der Ecotourismusstiftung Petrus die der Bruder des Präsidenten, Pompeyo Lugo, anführt benannte auch eine Menge mehr Familienangehörige in seiner Gesellschaft.

(Wochenblatt / Radio 570 AM ZP 15)

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

1 Kommentar zu “Mit Lugo begann eine neue Ära der Vetternwirtschaft

  1. Da Lugo ein ehem. kath. Würdenträger ist, ist diese Vetternwirtschaft nicht verwunderlich. Gerade in der kath. Kirche wurde und wird diese von der Antike bis in die Neuzeit betrieben.

    Und Vetternwirtschaft kennen wir ja auch aus anderen Demokratien, vor allem aus unserem Heimatland 🙁

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.