Mit Pfeil und Bogen gegen Schrotflinten

Villa Ygatimí: Zwischen 500 und 600 Aché Indianer haben den Dialog mit der Regierung abgebrochen und stehen im wahrsten Sinne des Wortes auf Kriegsfuß mit den Landbesetzern, auch Carperos genannt. Diese hatten in den vergangenen Tagen sich ein Indianerreservat ausgesucht und besetzt, was unwiderruflich den Ureinwohnern Paraguays zusteht.

Die Regierung als Vermittler riefen nach dem Verstreichen eines selbstgestellten Ultimatums dazu auf sich an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln. Für die Indianer gibt’s nicht zu verhandeln und die Carperos sehen sich ebenfalls zu Unrecht attackiert, da sie selbst über kein Land verfügen während andere Paraguayer und Ausländer Landeigentümer sind.

Der Innenminister Carmelo Caballero sowie Entsandte des Institutes für ländliche Entwicklung (Indert) riefen für heute Morgen ein erneutes Treffen ein, zudem die Indianer nach Rücksprache untereinander nicht erschienen. Die Aché erhalten aus dem ganzen Land Unterstützung und Angehörige ihres Stammes reisen aus Solidarität ebenfalls in zu ihnen nach Canindeyú.

Denen entgegen stehen 250 mit Schrotflinten bewaffnete Landlose, die auch zu allem bereit sind. Wie die Indigenen vermuten, hat ihr Stammesland von 4.600 ha. einen zweifelhaften Titel weswegen die Landlosen anfangen zu attackieren. Unter der Stroessner Diktatur wurden Unmengen an Staatsland an politische Freunde verschenkt was nach dem Ende 1989 nicht rückübertragen wurde.

Polizei Sondereinheiten wurden aus Caazapá, Caaguazú und Alto Paraná entsandt, um auf kriegerische Auseinandersetzungen reagieren zu können.

Um eine totale Landreform durchführen zu können müssten alle „illegal“ angeeigneten Grundstücke wieder an den Staat gehen damit dieser sie erneut und nach anderen Gesichtspunkten als Sroessner verteilen kann. Eine realitätsnahe Umsetzung wäre ein Wahnsinn für die paraguayische Gesellschaft. Dies ist unter anderem ein Grund weswegen keine Regierung auch nur einen Schritt vorankommt in dieser Frage.

(Wochenblatt / Abc / Última Hora)

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19 Kommentare zu “Mit Pfeil und Bogen gegen Schrotflinten

  1. 250 Schrotflinten alle ilegal.
    Niemand in Paraguay ausser Militaer und Polizei darf eine geladene Schusswaffe nicht mal im eigenen Auto und noch viel weniger auf fremden Besitztum tragen.
    Die ganzen Waffen von diesen Carperos muessten eingezogen und Verschrotet werden bevor es ein neues Blutvergiessen gibt.Ich weiss nicht auf was die Regierung noch wartet.

    1. @Hans

      Sicher sind die 250 Schrotflinten alle illegal. Wären das Deutsche, würde es vermutlich reichen dort Flugblätter abzuwerfen und sie über ihre Verfehlung zu informieren. Sie würden die Waffen dann, als treue Schafsbürger freiwillig abgeben.

      Diese Leute aber nicht.
      Das ist eine 250 Mann starke Kampftruppe. Wie naiv kann man eigentlich sein? Wer genau sollte die entwaffnen gehen? Sie vielleicht?

      Ach und noch etwas: „Niemand in Paraguay ausser Militaer und Polizei darf eine geladene Schusswaffe nicht mal im eigenen Auto“

      Es durchaus möglich eine Waffentrageerlaubnis zu bekommen (sogar als Ausländer). Kostet ein wenig, ist etwas Aufwand, jedoch nicht unmöglich.
      Ihnen sind wohl noch nie die PRIVATEN Sicherheitsleute vor zB Geschäften aufgefallen? Nein? Waren sie überhaupt schon einmal in Paraguay?

  2. Nicht ganz richtig, es gibt sogar die Möglichkeit in Paraguay unter bestimmten Bedingungen eine Lizenz zu erhalten, die einem zum Besitzt und öffentlichen tragen von vollautomatischen Waffen ermächtigt….

  3. […müssten alle „illegal“ angeeigneten Grundstücke wieder an den Staat gehen damit dieser sie erneut und nach anderen Gesichtspunkten als Stroessner verteilen kann]
    …scheint mir eine geeignete Massnahme zu sein.
    Und die Reaktion der Aché Indianer finde ich richtig, denn ich als weisser würde mich auch nicht trauen in der Bronx in New York Land zu besetzen…

  4. Man kann den „Landlosen“ ja mal versuchsweise Land geben, dass sie das auch für Landwirtschaftliche Zwecke nutzen werden, glaubt doch wohl niemand im Ernst.

  5. es gibt da eine Sache, die ich nicht verstehe, vielleicht kann mich ja mal ein geneigter Leser ins Bild setzen?
    Wie zum Teufel kommen die Landlosen denn zu der Annahme, sie hätten irgendein Recht, einfach das Land anderer Menschen zu besetzet? Zumal sie dort ja nachweislich nicht sesshaft und aktiv werden möchten, sondern leider oftmals nur kurzfristig Recourcen plündern, jedoch keine Werte schaffen? Man stelle sich das mal in Deutschland vor? Ich besitze kein Land dort, also kann ich z.B. auf dem Firmengelände der BASF einfallen und dies einfach für mich beanspruchen??? Sowas wäre doch totaler Unsinn,oder? Da würde mir doch kein vernünftiger Bürger recht geben? Hatten nicht unter Strössner Teile der Bevölkerung Grundstücke und auch Vieh erhalten, um so einen Start in die Zukunft zu gewähren? Was wurde denn daraus, mir ist nicht bekannt, dass diese Beschenkten was daraus machten?
    Ich denke die Regel ist eher kurzfristig, also Land plündern, dann verhökern, aber blos nix arbeiten!
    Harte Worte, aber man kläre mich auf. 😉

    1. Welche Aufklärung benötigst du noch?

      Im der Überschrift steht es ja bereits, woher sie das Recht dazu nehmen: „Mit Pfeil und Bogen gegen Schrotflinten“

      Sie sind alle bewaffnet, 250 Mann stark – DAS gibt ihnen das Recht. Wie sollte der paraguayische Staat diese entwaffnen? Woher 1000 Polizisten nehmen, um diese Leute taktisch (also mit Waffengewalt) zu überwältigen?

      Denkst du, wenn da 20 Polizisten hinkommen, die Camperos interessiert das? Diese Polizisten wären schnell überwältigt und ausgeraubt.
      Kein Politiker würde das derzeit riskieren; zu frisch sind die Erinnerungen…

      1. Das sehe ich nicht so eng, denn dort wo die Polizei für die innere Sicherheit nicht ausreicht, kommt das Militär zum Einsatz.
        An der Sache verstehe ich nur nicht, dass wenn ich gegen das Gesetz verstosse, ich rechtlich dafür belangt werde, die Camperos jedoch nicht. Ob das 250 oder 1000 Carperos sind spielt keine Rolle.
        Es gibt in Paraguay Menschen welche Plastik und Metall einsammeln. Damit verdienen sie Geld. Wahrscheinlich ihr Leben lang nicht so viel Geld als dass sie sich Land kaufen könnten. Darum wäre es – nebst dem Neid gegenüber den Besitzenden – auch ungerecht gegenüber ihren eigenen Landsleuten, diesen Carperos Land zu überlassen.
        Dies ist meine Sicht als Europäer. Aber hier in Paraguay soll es so geregelt werden wie die Einheimischen es für gut befinden.

  6. Das Problem ist, daß dieses Vorghen der Landbesetzung in der Vergangenheit sehr erfogreich war. Nach der Übertragung von Grund und Boden konnte kräftig abgeholtzt werden und nach dem Holzverkauf wurde das Land verkauft und weiter zur nächsten Besetzung Landlosenführer Lopez war Lugos Liebling. Er ging im Regierungspalast ein und aus. Und nun soll das auf einmal nicht mehr funktionieren ?? Das macht nun den Carperos / Campesinos mal klar. Dieses Instrumentalisieren der Campesinos und Klassenkampf Getue von Lugo hat Paraguay geschadet und zu nichts geführt.
    Das wird für die Regierung Franco nicht einfach und ich hoffe das hier mit Besonnenheit vorgegangen wird. Muchas Suerte…

    1. Das wird für die Regierung Franco nicht einfach und ich hoffe das hier mit Besonnenheit vorgegangen wird. Muchas Suerte…

      Genau so ist es , und man kann der Regierung nur Glueck wuenschen !

  7. Der Staat basiert auf Gesetzen UND hat ds Machtmonopol.
    Wenn ei Staat vor 250 oder mehr Schrottflinten einknickt, wo bleibt dann die Staatsmacht?

    Also wie bisher! Ich kaufe eine geklaute, illegale Waffe meiner Wahl bei meinem Schreiner oder Despensabetreiber und schiesse jeden Eindringling über den Haufen.
    Die Polibande bekommt eine „Aufwandsentschädigung“ und fertig.

    Wozu kommen den die vielen Austriakis, Schwizzer und ehemalige DDR (Der Doofe Rest) sowie die westdeutschen nach Paraguay? Weil sie ihre Phantasien hier real ohne Gesetztverfolgung ausleben können, in diesem 3.te Welt Land, in dem sie mit ihren paar Euro mehr die Könige sind (Unter den Blinden ist der Einäugige König).

    Indigene? Wie viele Arten sterben den täglich?

    1. Trifft auf mich aber nicht zu, denn ich bin weder „Weil sie ihre Phantasien hier real ohne Gesetztverfolgung ausleben können, in diesem 3.te Welt Land,“ noch wegen „in dem sie mit ihren paar Euro mehr die Könige sind“ nach Paraguay gekommen.

  8. Wir dürfen Ermindo nicht diskriminieren, nur weil er die Sprache nicht einwandfrei beherrscht.

    Wenn er von Austriakis, Schwizzer etc. spricht die hierher kommen, dann hat er mit dem was er schreibt nicht so unrecht. Man muss verstehen was hinter den Zeilen steht.

    Herr Pässler veröffentlicht keine sinnlosen Kommentare.

    Bravo Ermindo, weiter so! Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen, ohne gleich von ein paar Personen als dumm dagestellt zu werden.

    1. Nur böswillige Kommentare gehen in den Papierkorb. Über den Sinn einer Aussage oder eines Kommentares lässt sich bekanntlich streiten.

  9. …an asuncioner…abgesehen von den rechtschreibfehlern wo ich mit trost darueber hinweg sehen und leben kann , aber alles andere bei ihrem kommentar , der sich als voellig ueberfluessig darstellt , da ziehen sich bei mir die zehnaegel zusammen . ich kann doch niemanden als austrakko oder als den doofen rest bezeichnen . das hat doch nichts mit der durch die blume sprechen einmal ansatzweise zu tuen . sie koennen nur von glueck reden , das herr paessler solche schleimereien von ihnen duldet .

  10. Ermindo!
    Zu: „Wozu kommen den die vielen Austriakis, Schwizzer und ehemalige DDR (Der Doofe Rest) sowie die westdeutschen nach Paraguay?“
    Tja, das Wozu ist eine individuelle Frage und wird wohl bei jedem „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“ andere Gründe haben. Dass Sie gleich die Antwort dazu geben, mag ihrer Auffassungsgabe entsprechen. Ich teile Ihre Argumentation keinesfalls. Glauben Sie mir, ich als „doofer Schwizzer“ habe mein Gegenüber immer korrekt behandelt, na gut, meine Sichtweise. Viel Plata hab ich schon liegen gelassen. Gracias. Null Plata habe ich schon gekriegt. Zu vielen Cumpleanos habe ich schon Geschenke verteilt. Ich habe an meinen Geburtstagen feuchte Händedrücke bekommen. Darf ich erwähnen, dass der 14-jährige Sohn meines Nachbars Sport betreibt, welche ich monatlich bezahle? (Nein, ich bin kein Pädo und will und bekomme dafür auch keine Gegenleistung!)

    Zu: […] die vielen […] „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“: Da kann ich Ihre Meinung auch nicht teilen, da ich die paar Einwanderer aus Europa keinesfalls als „viele“ bezeichnen kann. Ein paar Dutzend pro Jahr vielleicht? Auf lange Sicht betrachtet nimmt die Anzahl an „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“ gering zu, Sie können also unbesorgt und unbehelligt in Paraguay zufrieden weiterleben.

    Stattdessen würden Sie sich besser die Frage stellen, warum so viele von den vielen „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“ dieses Land wieder verlassen!

    Und! Vielen von den vielen „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“ haben sie es überhaupt zu verdanken, dass dieses Land soweit entwickelt ist, wie Spanien vor 80 Jahren es war. Nein, stimmt nicht ganz, denn Spanien hatte vor 80 Jahren schon eine Eisenbahn…

    Und wenn Sie sich über die vielen „Austriakis“, „Schwizzer“ und „Der Doofe Rest“ echauffieren, so muss ich Ihnen hiermit mitteilen, dass ich mich oft genug über die netten Paraguayer aufgeregt habe, welche sich in Form eines Buschauffeurs bei roter Ampel vor mein Motorrad hinweg gesetzt haben oder mit ihrem Lastwagen quer über der Fahrbahn auf frei werdende Fahrbahn in entgegen gesetzter Richtung auf Godo warteten!

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