Mutmaßliches Mordkomplott und stille Helden

Independencia / Wien: Am 29. September 2011 starb die auf Betreuung angewiesene Österreicherin Wendy Freiherr in der deutschen Kolonie Independencia in Paraguay. Kurz nach ihrem Ableben sah alles nach einem plötzlich und unerwartet eingetretenen Tod aus – eine Sichtweise die sich Dank diverser Fakten und Indizien grundlegend ändern sollte. Ihr Ehemann und Betreuer, Gerhard, sowie seine Lebensgefährtin, Michaela wurden zwei Jahre später verhaftet und sitzen nun in der österreichischen Hauptstadt Wien hinter Gittern. Ihnen wird ein lang ausgeklügeltes Mordkomplott vorgeworfen.

Eine Woche nach dem Eintreffen des Mannes mit zwei Frauen in der Kolonie Independencia war Wendy Freiherr tot. Sie wurde nur von wenigen Einwohnern gesehen und soll eher introvertiert gewesen sein. Nach mehreren Hinweisen und seltsamen Verhalten der Angeklagten wurde eine Exhumierung angeordnet, die im Mai letzten Jahres stattfand. In den Leichenteilen fand man das starke Schmerzmittel Hydal, was dem Angeklagten wegen einer mittlerweile überstandenen Krebserkrankung verschrieben wurde.

Die Polizei, die auch den Computer des Mannes konfiszierte, fand im Browserverlauf, dass sich Gerhard zu zwei Gelegenheiten kurz vor dem Tod Wendys sich über die Anwendung des starken Schmerzmittels informierte. Das Grab in dem Wendy Freiherr liegt spiegelt die Pietätlosigkeit ihres Ehemannes klar wieder. Der letzte Ort der Ruhe ist nicht nur verwahrlost sondern völlig vermüllt. Von Grabpflege keine Spur.

Nachdem der Leichnam unter die Erde kam und alle nötigen Dokumente beim Konsulat der Republik Österreich in Asunción eingereicht wurden, stieß Vizekonsul Gerhard Ackert wie später auch die Vermieterin des Hauses auf eine augenscheinliche Ungereimtheit. Der Mann, der Wendy Freiherr nur als entfernte Verwandte angab, war ihr Ehemann. Ebenso war es nur schwer nachvollziehbar, wieso dieser den Vizekonsul bat nicht die Angehörigen zu informieren.

Gerhard H. heiratete Wendy Freiherr weil sie eine Änderung ihres Vornamens in Betracht zog und ihr damaliger Betreuer laut seiner Aussage diesen Vorgang beschleunigen könnte, wenn sie sich trauen lassen. Kurz nach der standesamtlichen Termin kümmerte er sich jedoch auch darum, das Haus der Frau, erkrankt am Downsyndrom, auf seinen Namen umzuschreiben.

Vor der Abreise nach Paraguay kündigte er für seine Ehefrau Wendy die Arbeitsstelle als Raumpflegerin und nahm sie mit. Ebenso schloss er zwei Lebensversicherungen in Höhe von insgesamt 80.000 Euro ab, die sie anscheinend unterschrieb. Obwohl die Verteidigung der Angeklagten darauf verweist, dass die Begünstigten der Lebensversicherung Dritte sind sollte man wissen wer sie sind – die Kinder des Angeklagten Gerhard H.

Bekannten in Independencia wurde die überraschende Begleitung des Paars als Frau abgetan die entfernt zur Familie gehört und etwas entspannen möchte. Der in Österreich lebende Bruder des Opfers war drauf und dran eine Vermisstenanzeige aufzugeben, da er nichts über ihren Aufenthaltsort wusste. Die derzeit hinter Gittern Sitzenden planten sich in Paraguay einzubürgern und hatten schon ihre Aufenthaltsgenehmigung beantragt.

Der Prozessbeginn gegen die Beschuldigten ist noch nicht festgesetzt.

In der vergangenen Woche untersuchte ein Korrespondent vom österreichischen Fernsehen den Fall vor Ort. In Zusammenarbeit mit dem Wochenblatt aus Paraguay entstand die Reportage die in der Sendung Thema ausgestrahlt wurde. Den Link dazu finden sie hier.

(Wochenblatt)

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1 Kommentar zu “Mutmaßliches Mordkomplott und stille Helden

  1. tja soviel zum Thema Neueinwanderer aus DACH…. – leider keine Seltenheit das solche Leute kommen oder es versuchen, bzw. dann eben hier illegal bleiben weil mit ihren Fuehrungszeugnissen gar nicht drann zu denken ist auf legale Weise eine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen.

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