Neuer Rektor der UNA

Der neue Rektor heißt Abel Bernal und war bislang Dekan der polytechnischen Fakultät. Der erst vor einer Woche angetretene Interimsrektor Ricardo Meyer stellte sein Amt zur Verfügung, nachdem das Finanzministerium die Gehaltsabrechnungen für die Mitarbeiter der UNA zurückhielt.

Meyer behauptete zwar, die vom Finanzministerium geforderten Dokumente unterschrieben zu haben, dort wusste man aber nichts davon. Meyer konzentriert sich nun auf seine Kandidatur als Bürgermeister und macht einem loyalen Colorado platz. Der neue Rektor hat eine Ausbildung als Software-Entwickler und Mathematiker, er war 19 Jahre lang Dekan von Politécnica und arbeitete ebenfalls für den staatlichen Stromversorger ANDE.

Eigentlich sollte am Donnerstag ein neuer Rektor in einer Vollversammlung der Universität gewählt werden. Die Studenten verhinderten dies mit einer einstweiligen Verfügung und forderten mehr Zeit, um die Lebensläufe der Kandidaten zu studieren. Schließlich gaben die Studenten nach und ließen am Freitag den akademischen Rat wählen, damit die Blockierung der Gehälter und auch der Versorgungsmaterialien für das Krankenhaus der Universität aufgehoben werden kann.

Erst am Donnerstag hatte Última Hora ein Gehaltsaufbesserungsschema in Politécnica publiziert, bei dem die engsten Mitarbeiter von Bernal ihr Einkommen im Schnitt verdreifachten. Mittels Vereinbarungen mit der ANDE oder auch der staatlichen Telefongesellschaft Copaco wurden Projekte ohne Ausschreibung ins Leben gerufen, an denen über Jahre immer die gleichen 8 Personen mitarbeiteten.

So wurde aus einem Professoren-Grundgehalt für zwei Fächer von 1.853,378 PYG 18.353.378 Gurananies oder die Direktorin für Informatik konnte ihr Grundgehalt von 13.001.616 PYG auf 29.501.616 Guaranies aufbessern. Der Dekan erklärt diese Praxis mit dem Expertenstatus seiner Truppe, es gäbe einfach keine besseren. Die Projektsummen beliefen sich normalerweise zwischen 50.000 USD und einer Million USD.

Rechnerisch müssten einige in das Schema involvierte Personen täglich 22 Stunden arbeiten, um all ihre Verträge zu erfüllen. Bernal erklärte bei seinem Amtsantritt als Rektor, er sei eine Person des Dialogs, die gerne koordiniert im Team arbeitet, den Konsens für Ideen suche und diese in Aktionen umsetze. Er sei auch bereit außerhalb der festen Arbeitszeiten, inklusive der Samstage, zu wirken, wie er das bereits in der polytechnischen Fakultät getan habe.

Quelle: Última Hora