Baubranche bricht stark ein

Die Baubranche sollte eigentlich der dynamischste und wachstumsstärkste Bereich im Jahre 2015 werden, die Erwartungen lagen bei einem Plus von 11%, jetzt gehen aber neue Prognosen, von der Zentralbank Paraguays (BCP), nur noch von einem Anstieg um 6% aus, das sind fast 50% weniger. Die Bank betonte, dies hänge auch mit der Korrektur beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zusammen, das von 4% auf 3,7% gesenkt wurde.

Der Rückgang des Wirtschaftswachstums wird durch zwei wichtige Sektoren beeinflusst, im Baubereich erwarte man den höchsten Einbruch(-5%), gleich danach folgt die Viehbranche (-4%). Für die Probleme der Bauindustrie, so Gewerkschaften und BCP, seien kleinere interne Probleme verantwortlich, vor allem aber die schlechten Wetteraussichten seien ein wichtiger Faktor.

Miguel Mora, Chefökonom an der Zentralbank, erklärte, speziell der prognostizierte El Niño könnte die Kontinuität der öffentlichen und privaten Arbeiten beeinflussen. Jorge Moreno, Präsident der paraguayischen Kammer für Konstruktion (Capaco), sagte, es sei ein schwieriges Jahr, die ersten Monate im Jahr 2015 begannen schon mit Verzögerungen aufgrund des Klimaphänomens. „Der ständige Regen in der ersten Hälfte des Jahres beeinflusste die Leistung“, fügte er an.

Moreno betonte weiter, der Straßenbau, einer der wichtigsten Säulen für das Wirtschaftswachstum in der Branche, sei stark betroffen, das spiegele auch den Mangel an Fortschritten bei der Umsetzung im Haushalt des Ministeriums für öffentliche Arbeiten wider. Er fuhr weiter fort und erklärte, vor drei Monaten erst habe sich die Lage entspannt, ein weiterer Grund sei der Mangel an Zement gewesen. „Das Verlorene der ersten sechs Monate wieder aufzuholen ist schwierig“, wenn aber das Wetter mitspielen würde, könnte eine Erholung des BIPs eintreten, fügte Moreno an.

Er betonte aber, die Branche sei besorgt aufgrund der Wetterprognosen. „Wir werden sehen, wie die Auswirkungen tatsächlich sein werden, denn dadurch werden unsere Arbeiten beeinflusst“, sagte Moreno abschließend.

Quelle: La Nación