Neues Forstgesetz entfacht Streit zwischen Umweltschützern und Produzenten

Asunción: Es gibt widersprüchliche Interpretationen bei Reformen im alten Forstgesetz 422/1973. Die einen behaupten, es sei eine Lizenz zum Abholzen, die anderen sagen, es gäbe keine wesentlichen Änderungen.

Das Dekret 7.702 wurde am 14. September erlassen und führt zu gravierenden Änderungen bei dem Artikel 4 und weiteren im Forstgesetz. Oscar Rodas vom World Wide Fund For Nature (WWF) betonte, die neue Verordnung sei die vierte in weniger als sechs Monaten.

„Eine der Änderungen im Artikel 3 genehmigt die Entwaldung in Schutzgebieten. Des Weiteren führt die Streichung vom Artikel 5 dazu, dass eine Legalisierung zur Umwandlung von Naturwäldern in Forstplantagen zu kommerziellen Zwecken möglich ist“, sagte Rodas.

Weitere Anpassungen im Forstgesetz fördern die Entwaldung in Paraguay. Der WWF fordert nun die Regierung auf, die Änderungen aufzuheben und einen Prozess für eine Diskussion der Beteiligten einzuleiten. „Die grundlegenden Elemente der ökologischen und sozialen Sicherungsmaßnahmen müssen neu ausgerichtet werden. Der WWF stellt dafür ein Kader von nationalen und internationalen Experten zur Verfügung. Nur so kann ein ordnungsgemäßer Prozess der Regulierung bei dem Gesetz erfolgen“, erklärte Rodas.

Calixto Saguier, ebenfalls Fachmann aus dem Umweltsektor, betonte, die neuen Regelungen seien praktisch eine Lizenz zur Beseitigung der einheimischen Waldreserven. Nach dem Ermessen jedes Einzelnen muss nur eine Aufforstung zu 60% mit exotischen Baumarten erfolgen. Der Ausgleich besteht in der Ausstellung von Umweltzertifikaten. „Das neue Gesetz ist ein herber Rückschlag. Es ist ein großer Fehler, der den Chaco beeinflussen wird, weil viele Viehzüchter bereits den Prozess einer Anpassung aufgrund des Gesetzes vorgenommen haben“, betonte Saguier.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Neues Forstgesetz entfacht Streit zwischen Umweltschützern und Produzenten

  1. Man muß nur lange genug in Paraguay leben, dann begreift man immer mehr, daß es hier nichts gibt, was nicht im Nachhinein wieder in Frage gestellt oder uminterpretiert werden könnte. Das gilt im privaten wie auch im politischen und juristischem Bereich. Diesbezüglich sind die Paraguayer sehr „flexibel, einfaltsreich und beständig“ Mir antwortete ein Paraguayer auf meinen Hinweis auf ein bestehendes Gesetz: „Was willst Du, wir leben in Paraguay!“

  2. Das ganze ist nur ein Freibrief die letzten Wälder verschwinden zu lassen.
    Hier versündigt man sich gegen alle kommenden Generationen,
    Man ist wirklich sehr flexibel, mit den möglichkeiten sich selbst aus zu rotten!

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