Ermittlungen gegen Schule wegen Kameras in den Toiletten eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft hat strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, nachdem besorgte Eltern die Installation von Überwachungskameras in der Mitte der Decke mit 360-Grad-Sicht in den Jungen-Toiletten einer Privatschule in Ciudad del Este angezeigt hatten.

Die zuständige Staatsanwältin Vivian Coronel bestätigte, dass sich die Ermittler vor Ort in der Schule ein fanden und den Digitalen Videorekorder (DVR) sowie die Geräte beschlagnahmten. Diese sollen nun auf richterliche Anordnung in der Hauptstadt des Landes von Experten untersucht werden, um den genauen Inhalt der Aufnahmen zu bestimmen.

Schutz der Privatsphäre im Fokus

Es soll geklärt werden, ob die Intimsphäre der Kinder verletzt wurde und wer Zugriff auf das Bildmaterial hat. Die Kameras waren in den Toiletten der Jungen installiert worden.

„Das sind sensible Angelegenheiten. Wenn die Daten in die Cloud gelangen, gibt es Hacker, die Zugriff auf diese Intimbilder haben könnten. Denn die Privatsphäre beginnt in dem Moment, in dem man eine Toilette betritt – das ist ein intimer Moment für jeden Menschen. Erst recht gilt hier der besondere Schutz, den die paraguayische Verfassung Kindern gewährt“, erklärte die Staatsanwältin.

Der Einsatz wurde laut Coronel von Amts wegen eingeleitet, um das Kindeswohl zu schützen und die Sorgen der Eltern entweder zu entkräften oder zu bestätigen.

„Die Kameras hatten offenbar eine 360-Grad-Reichweite. Da es sich um strafrechtlich relevante Sachverhalte handeln könnte, musste die Staatsanwaltschaft eingreifen und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eröffnen“, berichtete sie.

Untersuchung der Geräte

Die Delegation stellte fest, dass sich in allen Sanitärräumen mehrere Kameras befanden, darunter die in der Mitte der Decke installierte Kamera mit einer potenziellen 360-Grad-Reichweite, wie die begleitenden Techniker bestätigten.

Die Schulleitung kooperierte mit den Ermittlern und gab vorab informell an, dass die Kameras nicht direkt in das Innere der Toilettenkabinen gerichtet waren. Laut der Staatsanwältin muss dies jedoch erst durch die technische Auswertung zweifelsfrei bewiesen werden.

Der Vorfall spaltet offenbar auch die Schulgemeinschaft: Während einige Eltern diese Präventivmaßnahme befürworten, um unerwünschte Vorfälle in den Sanitärräumen zu verhindern, sind andere verärgert über die Entscheidung, die von der Institution ohne vorherige Absprache mit den Eltern getroffen wurde.

Wochenblatt / Última Hora

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