Nicanor als Präsidentschaftskandidat

Asunción: Sollte das Vorhaben einer Wiederwahl des Staatspräsidenten gelingen wird das ehemalige Staatsoberhaupts von Paraguay, Nicanor Duarte Frutos, wieder antreten. „Die politischen Umstände zwingen mich dazu“, sagte er.

Er fügte an, das Parteiensystem sei “außer Kontrolle geraten“. „Die Colorado Partei ist heute eine Partei der Schmuggler, angeführt von Cartes. Es ist ein reines Unternehmertum. Die wichtigste Basis der Colorados, die ländliche Bevölkerung, wird total vernachlässigt. Wir brauchen eine Arbeiterklasse“, erklärte der Politiker.

Sollte es zu einer Änderung der Verfassung kommen, so “werden das Cartes und Lugo bereuen“. „Die Anführer haben es versäumt die Massen zu mobilisieren, ich sehe nicht viel Bewegung“, betonte Nicanor weiter. Er war von 2003 bis 2008 Staatspräsident von Paraguay.

Quelle: ABC Color

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14 Kommentare zu “Nicanor als Präsidentschaftskandidat

    1. Tja Rony, hier leben viele Dachler die keine Ahnung haben. Erstens weil sie noch nicht lange genug in PY leben, oder weil sie sich nicht genügend informieren, oder weil sie ihre Umwelt ignorieren. Seit meinen 13 Jahren die ich in PY lebe beobachte ich mit gewisser und notwendiger Distanz die hiesige Politik. Wenn ich zurück blicke, muß ich feststellen, daß in diesem Zeitraum Nicanor der einzigste fähige und intelligente Präsident war. Unter seiner Regierung wurde erstmals ein ordentlichen Umsatzsteuergesetz verabschiedet, wurde in San Lorenzo die größte und eine sehr moderne Universität erstellt. Nicanor versuchte tatsächlich die Korruption zu bekämpfen ist aber gerade daran in seiner Partei, den Colorados, gescheitert. Man hatte ihm viel Stöcke zwischen die Beine geworfen und ihn gehaßt. Nicanor war der einzigste Intellektuelle in einer ganzen Reihe von paraguayischen Präsidenten – doch das mochten die Paraguayos nicht so sehr. Sie liebten eher einen ehemaligen Bischof der seinen Amtseid gegenüber dem Vatikan brach, der zahlreiche Kinder mit minderjährigen Mädchen zeugte und dies bis zur DNA-Analyse abstritt. Dieser Ex-Bischof Lugo will ja auch wieder antreten. Da aber die Paraguayer unverbesserliche Ignoranten sind, traue ich ihnen zu, alle die bekannten Fakten zu ignorieren und ihn wieder zu wählen, sofern das möglich ist. Womit mein Beitrag wieder beim Stichwort IGNORANZ endet.

  1. Etwas verstehe ich in ihrem Kommentar überhaupt nicht: Sie schreiben, daß Ausländer in einem 50 km Grenzgebietsstreifen nichts kaufen dürfen. Diese Regelung ist berechtigt und gut. Aber was hat das mit Ihrem Grundstück in Caacupe zu tun? Caacupe liegt ca. 300 km von der brasilianischen Grenze weg?

  2. Lieber Manni,

    Wenn Du dich dann so gut auskennst, und über so einen tollen Einblick verfügst, warum teilst Du deiner Erfahrungen nicht mit uns?

    Ganz ehrlich: dass hier in Py leider extrem viele leute – wie es dazu kam und warum auch immer – ignorant sind das weist man nach 5 minuten im Land. Dass viele in dieser Forum es immer wieder erwähnen finde ich es ehrlich gesagt überflüssig. Man weisst es ja. Viel mehr interessanter finde ich beiträge die mit informationen und lösungen herausstechen. Das ist aber nur meiner Meinung, ich lese online mehrere py Zeitungen durch facebook, und somit kann ich auch die Kommentare die Einheimische mitlesen. Sehr viele sind dagegen was hier alles schreckliches tagvtäglich passiert das kann ich dir sagen.

    1. Da zu gleich ein Beispiel: Vor etwa zwei Jahren wurde in PY eine Umfrage durchgeführt. Gefragt wurde u.a. was die Paraguayer am meisten in Paraguay zu bemängeln hätten. Die Antwort: „Der viele Abfall und Müll auf den Straßen“ Nun wissen wir aber alle, daß es doch gerade die Paraguayos selbst sind, die überall ihren Müll hinterlassen. Tagtäglich überall zu beobachten. Weitere Kommentierung überflüssig!

    2. Die Antwort auf Deine Frage: Ich maße mir nicht an, „mich gut auszukennen oder einen tollen Einblick“ zu haben. Aber zumindest weiß ich, wie die Paraguayer hier ticken (mein Schwiegersohn ist Paraguayer) – und das hat mich schon sehr oft vor Unheil bewahrt. Ich selbst habe mit keinem Paraguayer ein Problem. Man hat mich bisher nur 1x bestohlen und 2x beim Bau rein gelegt. Und das war alles am Anfang meines Hierseins. Lange Zeit versuchte ich Neuankömmlinge auf möglichst viel „Besonderheiten“ in dieser Kultur aufmerksam zu machen. Niemand wollte es hören. Meist waren die Frischlinge eher noch beleidigt, weil sie mir unterstellten, ich wollte ihnen ihre Träume zerstören. Meine Lehre daraus: Ich halte mich zurück und warte ab, bis die Menschen mich um Rat fragen. Seither lebe ich ruhiger.

    3. Das auf Fratzenbuch die Paraguayer sich aufregen liest man ständig „Que desastre nuestro pais“.
      Aber was ich viel fragwürdiger finde, dass man selber kaum besser handelt – siehe das Müllbeispiel von Manni.
      Ich hab noch ein Beispiel: „Que desastre el trafico“ hört man oft in Asuncion. In meiner Nähe befindet sich eine Bäckerei, wo man auch warmes Essen und Getränke kaufen kann. Viele Leute gehen hin. Liegt an der Ecke einer ampellosen Kreuzung an einer Avenida, wobei die Querstraßen ziemlich wenig befahren werden und darüber hinaus ist sehr viel Platz da vorhanden.
      Was machen die Leute? Parken die Autos direkt vor dem Eingang an der Avenida und blockieren eine Fahrbahn, obwohl drumherum in der Querstraße jede Menge Platz ist und dort auch kaum Verkehr herrscht. Bloss nicht 10 m zu viel laufen.

      Dann fühlen sich ja viele Paraguayer so christlich – haben Rosenkränze, Jungfraufigürchen, pilgern einmal im Jahr nach Caacupe und fahren voll auf den Papst ab. Wenn ich mir aber die 7 Todsünden der katholischen Kirche ansehe, dann treffen da erstaunlich viele Eigenschaften auf den Durchschnitts-Paraguayer zu.

      Also, was ich sagen will ist, dass eine typisch paraguayische Eigenschaft die Heuchelei ist, Mißstände anprangern, aber Selbstreflexion sieht man selten – Schuld sind immer die anderen.

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