Nichts als falsche Versprechungen

Asunción: Santiago Peña hatte im Wahlkampf versprochen und bei seinem Amtsantritt bekräftigt, dass während seiner Amtszeit rund 500.000 neue Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft geschaffen werden würden. Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass 70.000 Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Sein Versprechen stützte sich auf den strategischen Plan des Präsidenten, in die Welt hinauszugehen, um Investitionen anzuziehen, was seine 18 Reisen in nur neun Monaten Amtszeit – zwei Reisen pro Monat – rechtfertigt, die jedoch bisher keinen greifbaren Nutzen gebracht haben.

Im Gegenteil, die Regierung scheint sehr darauf bedacht zu sein, die Idee des „Triumphs“ zu etablieren, auch wenn sie bisher wenig Unterstützung für ihren Slogan „Wir werden besser dastehen“ gefunden hat.

Das Nationale Institut für Statistik (INE) hat vor kurzem Daten der permanenten Haushaltserhebung veröffentlicht, wonach im ersten Quartal des Jahres 76.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind, was auf die Dynamik von Industrie und Handel zurückgeführt wird.

Vergleicht man die zwischen Januar und März dieses Jahres registrierten Arbeitskräfte mit denen, die von der gleichen Stelle im letzten Quartal 2023 registriert werden, so ergibt sich ein Abbau von fast 70.000 Arbeitsplätzen.

Trotz des Triumphalismus der Nachricht zeigt die Realität, die in den eigenen Daten des Dokuments vermerkt ist, das Gegenteil, nämlich dass das angebliche Wachstum, dessen sich die Regierung rühmt, in Wirklichkeit im Vergleich zum gleichen Zeitraum des letzten Jahres ist, als sich das Land noch vollständig von der durch die Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise erholte.

Die von der Regierung vorgelegten Beschäftigungszahlen waren niedriger als die von Abdo angegebenen.
Die Situation ändert sich grundlegend, wenn man die fast 2.870.000 zwischen Januar und März dieses Jahres registrierten Arbeitnehmer mit den fast 2.940.000 vergleicht, die von der gleichen Stelle im letzten Quartal 2023 registriert wurden, was einen Rückgang um fast 70.000 Arbeitsplätze bedeutet. Selbst wenn man die diesjährigen Daten mit denen des dritten Quartals des letzten Jahres vergleicht, also am Ende der Regierungszeit von Mario Abdo Benítez, gibt es immer noch etwa 30.000 Arbeitsplätze weniger.

Zwischen August 2023 und März dieses Jahres, also in den ersten sechs Monaten der Amtszeit von Peña, ist jedoch ein Aufschwung zu verzeichnen, und es wurden mehr als 13.000 neue Stellen im öffentlichen Dienst geschaffen. Wer diese besetzen durfte ist wohl klar.

Noch schlechter sieht es bei den Arbeitslosenzahlen aus, die im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres um fast 20.000 und im Vergleich zum letzten Quartal 2023 um mehr als 50.000 gestiegen sind.

Bei der Aufschlüsselung der Erwerbstätigen zeigt sich, dass die Zahl der Angestellten auf nationaler Ebene im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Jahres 2023 leicht gestiegen ist, mit etwas mehr als 13.000 neuen Angestellten, von denen fast 3.500 im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, einem Sektor, der nach offiziellen Angaben seit Anfang 2023 mit 310.000 Beamten stark rückläufig war, auf weniger als 270.000 am Ende des vorherigen Zeitraums.

Zwischen August 2023 und März dieses Jahres, also in den ersten sechs Monaten der Amtszeit von Peña, verzeichnete der Sektor jedoch einen Aufschwung mit mehr als 13.000 neuen Staatsbediensteten.

Die Ankündigung der Regierung, ein taiwanesisches Werk für Elektrobusse in Paraguay zu errichten, in dem rund 1.600 junge Landsleute beschäftigt werden sollen, ist ein weiteres Versprechen von Santiago Peña, das von dem Versprechen überschattet zu werden scheint, das er seinen Glaubensbrüdern gegeben hatte, dass die Stellen dank der Colorado-Partei erhalten werden.

Wochenblatt / LPO

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4 Kommentare zu “Nichts als falsche Versprechungen

  1. Wer diesem “Bübchen-Präsident” jemals geglaubt hatte bei seiner Abhängigkeit von Cartes, dem war und ist ja nun wirklich nicht mehr zu helfen. Wie argumentierte doch hier im Forum einer seiner Anhänger ständig und laut: “Mit Pena und Cartes wird ALLES BESSER WERDEN! Ich will nun nicht einmals Pena und Cartes allein wegen dieser Sprüche Vorwürfe machen, das ist eine grundsätzliches Übel in Paraguay: SPRÜCHE UND VERSPRECHUNGEN OHNE ENDE! Das muß man einfach so erkennen und akzeptieren und daraus lernen, daß Worten und schöne Reden NIEMALS vertraut werden kann – im Kleinen wie im Großen. Wer das nicht kapiert und sich immer wieder von neuem von Schönredner einlullen läßt (je schöner daher geredet, desto mißtrauischer muß man sein!), der muß wirklich in seiner Verstandesschüssel einen Sprung haben.

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  2. Betrifft mich persoenlich nicht, meine Geschaefte gedeihen und immer unter dem Radar vom Finanzamt.
    Aber eines ist doch klar, die immer geschwungenen Reden der Politiker sind doch realitätsfern. Die zunehmende KI wird noch viel mehr Arbeitsplätze wegfegen und auch hier in Py. Dann sollten diese Herren lieber mal über neue Sozialpoltik nachdenken und zwar schnell, bevor diese ungebildeten und unbrauchbaren Batallione sie auffressen.

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  3. Wer glaubt, dass hier tatsächlich eine Fabrik für Elektrobusse errichtet wird, glaubt auch an den Osterhasen und dass tatsächlich noch 500.000 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Einem Präsidenten, der sich hinter einem schwerkriminellen Drogensenator stellt, kann man nicht vertrauen. Und die Taiwanesen wissen das.

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