Niederschmetternd

Asunción: Die Interamerkanische Entwicklungsbank (BID) und die OECD gaben eine Studie auf kontinentaler Ebene in Auftrag, welche die staatlichen Funktionäre eines jeden einzelnen Landes bewerten sollte. Das Ergebnis ist, wie man vermuten kann, niederschmetternd.

Hauptsächlich ging es darum die Bildung des Personals, die Planungspraktiken und die Auswahlkriterien dieser in einem Punktesystem festzuhalten. Fast permanent wurde die niedrigste Punktzahl vergeben.

Der Bericht unter dem Name “Panorama de las Administraciones Públicas de América Latina y el Caribe 2017” wurde Ende vergangenen Monats veröffentlicht. Schlusslichter von 20 Ländern sind Paraguay und Honduras mit den schlechtesten Bewertungen.

Im Gegensatz zum paraguayischen Bewertungsystem ist ein Punkt schlecht und 5 sehr gut. Die paraguayischen Beamten kamen nicht einmal auf die Durchschnittsnote 3. Die Endnote war eine glatte 1.

• Anzahl der Beamten pro Institution: 1
• Gehalt im Vergleich zur Wirtschaft des Landes: 2
• Nutzung von neuen technischen Hilfsmitteln im öffentlichen Dienst: 1
• Planungspraktiken im Hinblick auf die Personaldecke: 1
• Freies Auswahlverfahren für Neubewerber: 1
• Unparteiisches Verhalten während der Auswahlphase: 1
• Entlassungen die nicht von politischen Wechseln abhängen: 1
• Überwachung der Arbeitsleistung der Beamten: 0

Die Länder Lateinmarikas haben allesamt Probleme beim letzten Punkt. Meist sind die Vorschriften nicht das Papier wert, auf was sie gedruckt sind. Jedoch ist dies nur ein Teil der Gesamtbewertung, bei der Paraguay auf allen Gebieten schlecht abschneidet.

Nicht genug, dass die Anzahl der Beamten des öffentlichen Dienstes viel zu hoch ist (etwa 300.000) bzw. die Anzahl der wirklich tätigen nicht dem entspricht, was vor Ort ist, sind auch noch die Auswahlkriterien für Neuanstellungen frei nach Wunsch der Leiter gestaltet.

Hier finden sie den Bericht.

Wochenblatt / Última Hora

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20 Kommentare zu “Niederschmetternd

  1. Traurig, aber wahr. Für uns tönt es niederschmetternd, für Paraguayer ist es der Alltag und niemand hat ernsthaft Interesse daran, etwas zu ändern. Manchmal fragt man sich als Europäer, was uns noch hier hält und trotzdem bleiben viele.

    1. Aus einem youtoube-film aus dem Jahre 2015 ist zu entnehmen, dass ca 60.000 Deutsche in Kapstadt leben und ca 40.000 in Johannesburg. Anscheined sind das sehr dumme Leute, denn sie kamen nicht ins Paradies Paraguay. Das tolle Paraguay haben sie anscheinend glatt übersehen. Kenner wissen, dass Paraguay weltweit spitze ist.

  2. Ich bin ja im MOPC tätig – allerdings nicht als Beamter, sondern als unabhängiger Angestellter,d.h. ich hab keine feste Arbeitszeit (7-15 Uhr), bin nicht bei der IPS versichert und ich hab auch nicht die Vorzüge der Beamten die da wären: Stetig ansteigende Urlaubstage (sofern man mehr als 10 Jahre tätig ist, gibt es 30 Werktage Urlaub), 15 Werktage „Permiso“, d.h. wenn mein Kind/Schwiegervater/Schwager usw. krank ist oder irgendeine Beerdigung von einem Vetter dritten Grades ist, darf man sich frei nehmen und außerdem darf man 2 Werktage pro Monat aus krankheitlichen Gründen fehlen (also wären das weitere 24 Tage im Jahr).
    Beim letzteren weiß ich nicht, ob 2 Tage unentschuldigt (?) sein dürfen oder wenn ich beispielsweise 1 Woche wirklich(!) krank bin, diese die „Krankheitstage“ der kommenden Monate tilgt. (um ehrlich zu sein, glaub ich es nicht).

    Die Bandbreite der Leistungsbereitschaft der Beamten reicht von „tüchtig“ bis „Nichtsnutz“, wobei man dies am besten grafisch mit einer umgekehrt proportionalen Funktion beschreiben kann, also y=1/x, wobei y= als Leistungkennwert beschrieben werden kann und x=Anzahl der Beamten.

    Jetzt sind ja in den Ministerien noch einige tüchtige Leute noch am Werk (hängt allerdings aber auch an den Direktoren ab, ohne einen guten Direktor kann auch ein vorbildlicher Beamter nichts machen). In den Municipalidades sieht die Sache noch viel schlimmer aus, da wird meines Wissens gar nichts kontrolliert. Mehrere Bürgermeister legen gar keine Rechenschaft vor über deren Ausgaben.
    Am schlimmsten finde ich bei meinen täglichen Erlebnissen, dass obgleich viel zu tun wäre (vor allem eben im Bausektor), die Leute äußerst gering motiviert sind und denen das alles egal ist. Es wird keine Bereitschaft zum helfen angeboten, es wird langsam gearbeitet, es wird lieber gechattet und die Arbeit liegen gelassen.
    Diese Punkte treffen überdurchschnittlich oft auf Frauen zu. Ich weiss nicht, was mit den paraguayischen Frauen los ist, aber viele meinen, weil sie eine Frau sind, könnten sie machen was sie wollen.

    Am meisten erschrecke ich mich über die Gleichgültigkeit vieler Beamten. Wenn man sich ein bisschen mal in die Arbeit reinhängen würde mit der Vision „Ich tue was, damit es Paraguay besser geht!“ und auch mal ein bisschen Eigeninitiative zeigen würden, würde man viel weiter vorwärts kommen.

    1. Danke Philipp. Wie immer erstklassig, interessant und aus erster Hand. Und was ich an dir besonders zu schätzen weiß, ist, dass du nicht einzig nur wartest bis jemand Kommentare schreibt, um dann eine Beleidigung hinzuzufügen.

    2. Hallo Philipp,
      ja! es sind wahre Künstler in diesem Unternehmen tätig.
      Heute wird in http://www.mopc.gov.py/superviaducto-se-cortara-el-trafico-desde-el-miercoles-para-izar-las-vigas-n4080
      bekannt gegeben. Und wie toll sogar mit einer Zeichnung wie die Umleitungen stattfinden sollen.
      1. Nur nach extremer Vergrößerung einigermaßen die Straßen sichtbar.
      2. Die ganze Chose steht auf dem Kopf, nur wer mit Google Maps/Earth sich dann das zurecht pfriemelt kann dann etwas damit anfangen.
      3. Ob da die WhatsApper mit zurecht kommen. *grins*

      1. Hallo Reisender,

        da gab es bereits vor ein paar Wochen einen Umleitungsplan auf der Seite des MOPC, den kein Mensch verstanden hat. Die Zuständigen scheinen es irgendwie nicht zu lernen, wie man es richtig macht.

    3. Hallo Philipp, ja, deine Zweifel über die paraguayischen Frauen bestehen vollkommen zu Recht, sind aber auf gar keinen Fall unbegründet. Dir ist sicher bekannt, daß in dem Krieg der ‚Dreier-‚Allianz, die aus Argentinien, Brasilien und Uruguay bestand und der dauerte von 1864 bis 1870, der weitaus größte Teil der paraguayischen Bevölkerung umgebracht wurde. Es gibt verschiedene Theorien, und es ist wohl niemandem bekannt, welcher dieser ‚Theorien derWahrheit am nöchsten kommen. Nach einer Version, die mir bei einer ernsten Unterhaltung über diese Angelegenheit mit paraguayischen Geschichtskennern sollen von den damals vorhandenen 2 Mio. EW Paraguays lediglich 200:000 überlebend aber, allerdings weit überwiegend Frauen und nur ein verschwindend kleiner Teil an Männern. Anscheinend sollen bei Kriegsende die ‚Streikräfte des Dreibundes nur noch Männer zur Hinrichtung gesuchtt haben, denn das Ziel soll gewesen sein, es darf kein männlciher Paraguayer überleben. Es sollen sich aber scheinbar doch noch einige Tausende in den damals novh vorhandenen riesigen Wäldern versteckt haben. Deshalb gibt es auch heute noch alljährlich den Tag der Paraguayischen Frau, die damals eben die ganze Last des Landes aleine tragen mussten, praktisch ohne die Hilfe irgendwelcher Männer. Man betrachte dazu das Denkmal der „Resistenta“, als die Vertreterin aller paraguayischen Frauen, wobei diese „Resistenta“ ein kleines Kind an der Hand führt, und dem Kind mit der anderen Hand den ‚Weg nach vorwärts zeigt. Und am Boden liegt der tote Vater. Dieses ‚Denkmal sagt sehr viel aus, gerade über diese Zeit. Und damals sollen sogar die Pfaffen von den Kanzeln heruntergepredigt haben und die noch wenigen lebenden Männer dazu aufgefordert, sich über das ganze Land zu verteilen und Kinder machen, denn nur so könnte man die Bevölkerungsverluste in diesem schrecklichen Krieg und auch die die geschlechtliche Zusammensetzung des Volkes wieder ins Lot bringen. Das Denkmal steht in Richtung Flughafen, nach der Überquerung der Mmme Lynch und genau an der Ecke der Abbiegung nach rechts Richtung Luque Zentrum. Und von dieser Gewohnheit kann natürllich ohne weiteres bei beiden, Frauen und Männern, bis in die heutige Zeit noch etwas hängegeblieben sein, was sogar sehr wahrscheinlich ist. Denn das Ende dieses Krieges ist ja erst 150 Jahre her, was etwa 6-7 Generationen entspricht.

  3. Hahaha. Ein Punkt ist schlecht und 5 Punkte sind gut. Und Paraguay bekommt in der Kategorie „Überwachung der Arbeitsleistung der Beamten: “ sagenhafte 0 (!!!) Punkte. Aber akkurat.

  4. Das Prädikat „niederschmetternd“ kann doch einen echten Paraguayer nicht erschüttern. Ganz im Gegenteil! Sie sind sicher noch sehr stolz darauf, wie wenig einsichtig und störrisch wie Ochs sie sein können. Paraguay ist eben das Land der Ignoranten! Und die wenigen, die das ändern wollen haben nicht genug Intelligenz, Hartnäckigkeit und Motivationskraft das zu ändern, denn dann müßte man ja aus seinem Sessel aufstehen. Also bleibt alles wie es immer war und sein wird. Leute regt Euch nicht auf. Seht einfach zu, daß wenigsten in Euren vier Wänden und Eurem kleinen Reich die Welt noch halbwegs in Ordnung ist und bleibt.

    1. Ja, Manni, genau, es wird sich nichts ändern. Alles fest in der Hand des richtigen Parteibuchs, davon haben sie ja zwei, falls doch mal die Liberalen die Colorados ablösen sollten.
      So viel ich weiß, sicher bin ich mir dieser Zahl nicht und habe auch nicht recherchiert, hat Schwizzerland 30.000 Beatmete. Und hier haben sie, moment, 300.000 / 30.000, aha, 10x mehr Beatmete, sagt mein Taschenrechner.
      Jetzt, wo die ANDE in den nächsten acht Jahren 7 Milliarden US-Dollar! in den Ausbau des Stromnetzes investieren will müsste die Anzahl Beatmeter wegen der Arbeitsbewältigung künftig eher noch steigen.
      Man muss jedoch auch sehen, Turnschuhe kosten Geld und wenn sie in den Munispalidades noch mit von USA, Korea, Japan, Taiwan oder Sauerkraut gespendeten Computer aus dem Jahre 1993 arbeiten müssen, wird auch viel Sohle abgenutzt. Auf so einem 80GB-Harddisk hat nur das Nötigste platz, der Rest ist in Ordner bis unter die Decke gestapelt.

    1. Hervorragend! Trifft genau zu. Was macht man, wenn man nicht schlafen kann? Man trinkt Terere. Oder beschäftigt sich mit dem schöneren Geschlecht, was ich auch schon erlebte.

    2. Hallo 1953, es ist total richtig, aber die Geschichte geht noch weiter“ Treffen sich 2 Beamte auf dem Flur des Amtes Kannst Du auch nicht schlafen? Ne, muss einen Antrag bearbeiten, Aber der Minister für Kopierarbeiten ist nicht im Haus, so das ich morgen noch mal wider kommen muss für eine Kopie. Jetzt warte ich auf den Minister für Fahrstühle. Der muss sein OK. geben, das ich nach unten fahren kann. Sonst muss ich die Treppe nehmen, das geht ja garnicht.

  5. gute Kommentare; wie ein Kommentator erwähnte, es wird sich nichts ändern. Hier gibt es ein Oben und ein Unten. Solange die Unten nicht aufstehen, weiterhin glücklich sind mit ihrem Terere, wird sich gar nichts bewegen

  6. War gestern im Rathaus um meine Steuern zu zahlen. Grundstueck stieg um 1000 Gs, das ist ja jedes Jahr so. Aber die Gewerbegebuehr stieg von 52.000 Gs halbjaehrlich auf 100.000 Gs. halbjaehrlich . Solche Preissteigerungen sind ja anormal. Denn bis zu der Hoehe von 52.ooo Gs hat es bestimmt 15 Jahre gedauert. Da sagte mir der Herr auch noch (Fachmann in Rechnen), das seien ja nur 50% mehr. Ich sagte ihm dann meine Meinung und Bittsteller, Bezahler und andere Leute blieben mit offenen Munde stehen. Das mache ich oft so, denn sie muessen wissen, wo sie auf der Leiter stehen.

  7. @ Ndugu wars du schon mal in Südafrika??komischerweise kommen die weissen Südafrikaner schaarenweise nach Paraguay.Wenn du für 5$ sterben willst dann geh nach Südafrika!Wenn du deine Familie von einer Bande N.. abgeschlachtet sehen willst dann geh dahin… Südafrika stand auf 2ter Stelle ganz Oben auf meiner Auswanderungsliste aber das schöne Land können wir erst mal vergessen. Nelson Mandela ist ein Terrorist gewessen mehr nicht. Er hat die Apartheit nicht bekämpft sondern einfach nur umgedreht.Das wird sich aber irgendwann wieder ändern weil alle afrikanische Länder die die Weissen verjagt haben sind kurz danach die Leute verhungert denn von Landwirtschaft und Brunnengraben wird man nähmlich MÜDE und man kommt in SCHWITZEN!

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