„Nur Haut und Knochen“

Salto del Guairá: Die Mutter 14, der Vater 31 Jahre alt. Ihr Kind wurde nur 6 Monate alt und litt an mehrere Leiden, darunter Unterernährung. Soziale Probleme im Umfeld trugen zu der Situation auch mit bei.

“Das Mädchen von 14 Jahren kam nachts ganz allein mit ihrem Baby im Arm in einem Taxi. Kein Erwachsener begleitete sie, auch nicht nach dem Tod ihres Babys”, erklärte Dr. José Hauron, Direktor des Krankenhauses von Salto del Guairá, über den Fall des Kleinkindes mit Unterernährung.

Das Baby kam mit einer Atemwegsinfektion in den Notfallbereich des Krankenhauses. Da angekommen diagnostizierte man auch noch schwere Unterernährung und einen angeborenen Herzfehler. Es bestand nur aus Haut und Knochen und wog nicht mehr als 3,5 kg mit 6 Monaten. Das Mädchen nahm an keiner Voruntersuchung teil. Das Baby war noch nie beim Arzt und erhielt auch noch keine einzige Impfung.

“Eine sehr beschämende Situation. So etwas kommt nicht sehr oft vor. Die sozialen Probleme im Umfeld unserer Patienten gleiten aus den Händen der Ärzte. Die kosten für die Bestattung des Babys wurden von einem Bestattungsinstitut der Umgebung kostenfrei übernommen. Wir vom Krankenhaus helfen ihr wieder dahin zurückzukehren, wo ihre Familie lebt”, sagte Dr. José Hauron.

Der Vater, der 17 Jahr älter ist, wurde auf Antrag des Staatsanwaltes verhaftet und wegen sexuellem Missbrauch einer Minderjährigen angeklagt. Vater und Mutter des Kindes lebten seit mehreren Jahren in Katueté zusammen, nachdem die Eltern der heute 14 Jährigen verstarben.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “„Nur Haut und Knochen“

  1. Über alles können Paraguayische Nachbarn tratschen, alles sehen sie, aber wenn jemand Hilfe braucht schweigen die feigen Münder. Soviel Egoismus wie in Paraguay hab ich noch nie erlebt, fromm zur Kirche gehen und sich dabei nicht in Grund und Boden schämen

  2. wolfgang sukowsky

    Antworten

    Traurig traurig die Selbstvergessenheit der Menschen,
    Wer nicht den Schutze einer Familie hinter sich hat der welkt allmählich dahin.
    So sieht der harte Alltag aus. Jeder ist sich selbst der Nächste. Paraguay steht da nicht allein da.
    100 000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. Alle sieben Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren auf unserer Erde. Dieser tägliche, stille Völkermord geschieht auf einem, Planeten, der von Reichtum überquillt. Dabei könnte die Erde problemlos 12 Milliarden Menschen hinreichend ernähren. Hunger ist kein Schicksal. Hinter jedem Opfer steht ein Mörder. Wer Geld hat, isst und lebt; wer keines hat, hungert, wird invalid oder stirbt.

    1. DAS..Herr Sukowsky..trifft den Nagel auf den Kopf! So läuft das im Kapitalismus, dem Gott des Geldes muss geopfert werden, damit jemand sich den nächsten Ferrari in die ´Garage stellen kann..oberwichtig!

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