Paraguay baut das erste Cannabishaus in Lateinamerika

Caazapá: Der Bau eines Einfamilienhauses aus Hanffasern oder nicht psychoaktivem Cannabis schreitet voran, ein Novum im Land und in der Region.

Ein österreichisches Unternehmen, das Hanffasern für den Bau in Europa verwendet, hat beschlossen, seine Aktivitäten in Paraguay unter dem Namen Bruno Paraguay zu erweitern.

Um diese Option dem Markt vorzustellen, wurde der erste Bau bereits mit einem Kunden durchgeführt. Es handelt sich um ein Haus in Caazapá, 209 Kilometer von Asunción entfernt.

Die Arbeiten sind zu etwa 70 % fortgeschritten und alles deutet darauf hin, dass das Cannabishaus Ende dieses Jahres eingeweiht werden könnte, so der Präsident der Industriehanfkammer von Paraguay, Marcelo Demp.

Er betonte, dass erstmals in der Industrie der Stängel der Hanfpflanze verwendet werde, aus dem die Fasern für die Materialien gewonnen würden; bisher seien nur die Körner, Samen und Blüten hergenommen worden.

Als Vorteile erwähnte er, dass sie Wärme und Kälte sowie Schall isolieren, außerdem Feuchtigkeit binden und nicht brennbar sind.

Für Demp hat dieses Vorhaben gleichzeitig eine dreifache positive Auswirkung auf die Gesellschaft.

Erstens hilft es bei der Kriminalitätsbekämpfung, da diejenigen, die sich der illegalen Cannabisproduktion widmen, auf Industriehanf umsteigen können, während es für Produzenten, die bereits in diesem Bereich tätig sind, mehr Einkommen bedeutet, indem sie die Pflanze voll ausnutzen.

Darüber hinaus ist Paraguay durch diese Aktivität das einzige Land der Welt, das über eine zertifizierte Kohlenstoffabscheidung aus nicht psychoaktivem Cannabis verfügt.

Verantwortlich für den Bau ist die Firma Bruno Paraguay, den sie in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Healthy Grains durchführt und der einen Fortschritt von 70 % aufweist.

Das Bauunternehmen ist österreichischer Herkunft und widmet sich der Herstellung von Isopaneelen und Hanfziegeln für Europa und Japan.

Was ist Industriehanf?

Es handelt sich um eine Cannabispflanze, die für industrielle Zwecke hergestellt wird, das heißt, sie ist nicht für den Konsum bestimmt.

Tatsächlich darf die Pflanze laut Dekret N° 2725/19 nur bis zu 0,5 % Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten, sodass sie keine psychoaktive Wirkung hervorrufen kann. Die gleiche Bedingung gilt für die Produktion von medizinischem Cannabis.

In Paraguay werden bereits Saucen, Süßigkeiten und Kosmetika aus Industriehanf hergestellt. Kürzlich wurde auch ein Yerba Mate auf den Markt gebracht.

Die Produkte werden vor Ort verkauft, aber auch in Länder wie Costa Rica, die Vereinigten Staaten, die Niederlande und das Vereinigte Königreich exportiert.

Wochenblatt / Ultima Hora

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