Paraguay soll nicht länger ein “Frühaufsteherland“ sein

Asunción: Früher Vogel fängt den Wurm, lautet ein Sprichwort. Ein Wirtschaftswissenschaftler vertritt jedoch die Meinung, dass täglichen Aktivitäten im Land später anfangen sollen. Das würde mehrere Vorteile bringen.

Amilcar Ferreira heißt der Wirtschaftsexperte. Er schlug vor, die Aktivitäten in einem gestaffelten Zeitplan zu beginnen, das heißt, dass Schulen erst um 8.00 Uhr mit dem Unterricht beginnen, öffentliche Amtsträger sollen um 8.30 Uhr anfangen zu arbeiten, während private Unternehmen beispielsweise um 9.00 Uhr öffnen.

Auf diese Weise wird es möglich sein, den Verkehr teilweise zu dekomprimieren und zusätzlich die Produktivität der Menschen zu steigern. „Studien zeigen, dass, wenn junge Menschen zu früh aufstehen, um zur Schule zu gehen, dies schädlich für sie ist“, sagte Ferreira.

Darüber hinaus könnte der größte Vorteil ein Aufschwung der nächtlichen Wirtschaft sein, weil die Bürger an jedem Tag der Woche nachts Aktivitäten ausführen können, ohne früh ins Bett gehen zu müssen.

„Sie fahren von Montag bis Donnerstag nach Asuncion und sehen nachts eine tote Stadt. Wenn man ins Theater gehen und dann zu Abend essen möchte, ist es unmöglich, dies zu tun, weil viele Restaurants geschlossen sind“, erklärte Ferreira.

Ihm zufolge ist Paraguay das einzige Land in der Region, das diese starren Zeitpläne hat. Er wird an einer Initiative arbeiten, um Präsident Mario Abdo Benítez einen Vorschlag zu unterbreiten.

Wochenblatt / Paraguay.com

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12 Kommentare zu “Paraguay soll nicht länger ein “Frühaufsteherland“ sein

  1. Der grinsende Herr Wirtschaftsexperte soll mal einen Tag im Sommer um 9Uhr mitgehen in die Chacra. Vielleicht überlegt er dann nochmals seinen Vorschlag. Alle meine Arbeiter bevorzugen 6Uhr/Sommerzeit, da ist es bekannterweise meistens frischer.

    1. Nein Manni da widerspreche ich Dir. Das kann nur von einem kommen, der noch nie draußen bei brütender Hitze gearbeitet hat, sondern nur in seinem Klimatisierten Büro sitzt und Befehle erteilt, klar auch Paraguayer, aber in Argentinien, Brasilien und was weiß ich noch wo, läuft es genauso.

  2. „Studien zeigen, dass, wenn junge Menschen zu früh aufstehen, um zur Schule zu gehen, dies schädlich für sie ist“, sagte Ferreira.
    Man sollte niemals von sich auf Andere schließen.
    Früh aufstehen hat noch keinem geschadet!

  3. tja, früher durfte man nicht, heute ist es die senile Bettflucht. Also, wir liegen gern mal länger im Bettchen und geniessen auch nach 10 Jahren unsere Freiheiten. Der frühe Vogel kann uns mal am A**** lecken. Aber jedem das Seine.

  4. Im subtropischen Klima ist man auf jeden Fall früh am Morgen frischer… Lieber eine Siesta in der größten Hitze!
    In Argentinien läuft früh sehr wenig, über Mittag gar nichts, und gegen Abend wachen sie auf. Vor 20:00 Uhr öffnet kaum ein Restaurant, die Leute trudeln ab 21:00 Uhr langsam ein… Morgens ist man entsprechend müde. Das ist äußerst gewöhnungsbedürftig, und ob die Produktivität – abgesehen von der »nächtlichen Wirtschaft« – gesteigert wird, wage ich zu bezweifeln!
    Muss man wirklich alles mitmachen, was die anderen Länder vormachen, mit welchem Erfolg auch immer?

  5. Man muss ihn was in Kopf gestiegen sein.Er weiß wahrscheinlich nur wie Arbeit geschrieben wird oder kennt einen der voraussichtlich weiß.
    Es gibt einen Wecker.Es wird dann gearbeitet wenn es Notwendig ist.Die Arbeitszeit wird so gelegt das sie nicht so in der Hitze.Die Leute sollen arbeiten,nicht zerlaufen. Der Typ hat noch nie Arbeit,nur den Arsch breit gesessen am Schreibtisch

  6. Außerdem: was willst deinen Müll schon am Morgen anzünden? Das stinkt doch wie die Sau. In der Nacht beim Schlafen bei offenem Fenster merkst wenigstens nichts, wenn der Müll deines Nachbarn langsam beginnt die Bodenregion zu verpesten, weil Ratten, Glas, Blechbüchsen, Windeln und sonstig Brennbares schon halb verbrannt sind.

  7. Das ist Sozialismus [Eingriffe des Staates per Gesetz in die Wirtschaft] pur!

    Was sollen solche Regelungen bewirken?

    Man lasse den Dingen ihren freien Lauf und alles regelt sich von selbst.

    Und für die Schulkinder: Man könnte ja, je nach Alter, zwischen 20…22 Uhr zu Bett gehen, dann ist man auch um 7:00 Uhr oder 8:00 Uhr ausgeschlafen, frisch und munter.

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