Schein und Sein

Asunción: Investoren und Visionäre von einem echten Wandel in Paraguay zu überzeugen bzw. diesen zu propagieren fällt nicht leicht wenn man auf dem Korruptionsindex wie festverwurzelt verweilt.

Eine gewisse Entwicklung war in den letzten Jahrzehnten für Jedermann in Paraguay ersichtlich. Doch das sind nur visuelle Änderungen. Denn am Hand aufhalten für Gefallen hat sich quasi nichts geändert. Und genau dies kann Jahr für Jahr auf dem Index für Korruption erneut unterstrichen werden. Doch diesmal ist es das Weltwirtschaftsforum gewesen, welches eine weltweite Studie in Auftrag gab.

Die Bewertung läuft wie folgt: 100 Punkte für ein Land ohne Korruption und 0 Punkte für das Land mit der meisten Korruption. In Lateinamerika belegte Venezuela mit 18 Punkten den Spitzenplatz, was kaum verwundert. Auf Platz 2 befindet sich mit 22 Punkten Haiti. Mit 26 Punkten knapp dahinter folgt Nicaragua auf Platz 3. Guatemala ist laut der Bewertung mit 28 Punkten auf Platz 4. Platz 5 belegen mit jeweils 29 Punkten Honduras, die Dominikanische Republik, Mexiko und Paraguay.

Laut dem politischen Analysten Alfredo Boccia erkennt man in der Auflistung die Notwendigkeit einer juristischen Reform.

„Wenn wir eine Umfrage über die menschliche und institutionelle Qualität der Justiz machen würden, als Institution oder Macht, würden wir sehen, dass unsere eine der schwächsten ist. Korruption gedeiht, wenn Straflosigkeit herrscht, und dies steigt, wenn es keine Strafen durch institutionelle Organe des Staates gibt, die dafür zuständig sind“, fügte Boccia hinzu.

Wochenblatt / 5días

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5 Kommentare zu “Schein und Sein

  1. Korruption ist die einzige Möglichkeit um mit abgeschlossen täglich 3-stündiger Grundschule, es trotzdem zum Director, Presidente, Abogado und viele Titel mehr geschafft hat, dafür auch offiziell knapp tausend Euro verdient, es doch noch auf ein stattliches Einkommen wie diese schlecht erzogenen Europäer (wie ich es einer sei, aber wenigstens eine Erziehung erhalten hat) zu bringen.

  2. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Letztendlich beweist ja die nie endende Korruption unter lateinern und Mennoniten die im wahrsten Sinne des Wortes „vererbt“ wird, dass „Kriminalitaet sich doch auszahlt“.
    Sogar die Mennonitischen Eltern schaerfen ihren Kindern ein dass „Pragmatismus und Opportunismus the way to go“ sind.
    Pragmatismus: wenns was nuetzt und das Geld vermehrt so stiehl ruhig und nenn das dann beim Prediger „Nehmen“.
    Opportunismus: wenn sich dir die Gelegenheit bietet was an dich zu reissen, frag nicht lange nach Recht und Ordnung sondern „blos tun“.
    Dies gehoert mittlerweile zum standard Repertoire des Mennoniten.

    Es ist wirklich erstaunlich wie doch das Volk, wenn es nur Gelegenheit dazu hat, sich in der Demokratie, versucht monarchische Privilegien anzueignen. Denn letzendlich beraubt man ja seinen demokratischen Naechsten wenn man den abzockt und wo bleibt die „Solidaritaet unter Demokratie Genossen“?
    Jede Wahl (auch das Geld geht zur Wahl: „la plata habla“) scheint immer mehr Korrupte an die Oberflaeche zu spuelen, Korrupte die AUS DEM VOLK stammen.
    Scheint als ob schon zu Napoleons Zeiten die Koenigsmonarchie durch die Volksmonarchie ersetzt wurde. So wie Feliz Bogado sagte ueber Carlos Antonio Lopez: >>Lopez hat das Wort „Koenig; Rey“ in der Verfassung nur durch „Praesident“ ersetzt (im Prinzip ist Lopez nur ein ziviler Koenig und hat sich selbst auf den Koenigsstuhl gesetzt)<<.

  3. Einverstanden.
    Nur: das Überleben in diesem Land ist nur möglich mit primär Familie und sekundär Amigos.
    Wir Europäer können bestens zurückgreifen auf ein Netz von staatlichen Sozialleistungen, welches notabene in einem schon fast verbrecherischen Mass missbraucht wird. Mit Beifall von allen Seiten.

  4. Die Notwendigkeit einer juristischen Reform für Paraguay klingt gut. Doch wer sollte diese Reform auf den Weg bringen? Alles scheitert an dieser verdammten Amigo-Mentalität und der eingefleischten Korruption die schon in die Wiege gelegt und vererbt wird. Daran wird niemand etwas ändern (wollen). Lieber soll Paraguay tiefstes Dritte Welt Land bleiben, als daß die Amigos zu kurz kommen – und zwar quer durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien. Und genau deshalb kommen viele „Investoren“ wie die Schaben scharenweise nach PY, vom grellem Licht der Amigomentalität angezogen. Was und wen interessieren da schon Werte auf dem Korruptionsindex?

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