Paraguay unternimmt Schritte zur Formalisierung des Kryptomarktes mit neuen Steuervorschriften

Asunción: Die Nationale Steuerbehörde hat den Allgemeinen Beschluss Nr. 47 erlassen, um Informationen über Transaktionen mit Krypto-Assets zu erheben. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Rückverfolgbarkeit und die steuerliche Kontrolle in einem Markt zu verbessern, der in der paraguayischen Digitalwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Nationale Steuerbehörde hat die Allgemeine Verordnung Nr. 47 erlassen, die die Meldung von Transaktionen mit Krypto-Assets vorschreibt. Die Regelung markiert den ersten Schritt zur Formalisierung des digitalen Ökosystems im Land.

Paraguay hat einen entscheidenden Schritt bei der Regulierung des Krypto-Ökosystems getan. Die Nationale Steuerbehörde (DNIT) gab die Veröffentlichung der Allgemeinen Verordnung 47 bekannt, die erstmals einen Kontroll- und Melderahmen für Transaktionen mit Krypto-Assets im Land festlegt.

Die Verordnung verpflichtet sowohl Börsenplattformen als auch in Paraguay ansässige natürliche oder juristische Personen, die mit digitalen Vermögenswerten handeln, zur Meldung von Transaktionen über 5.000 US-Dollar pro Jahr.

Der Direktor der DNIT, Óscar Orué, bezeichnete die Maßnahme als einen wichtigen Fortschritt bei der Formalisierung einer Aktivität, die bereits Teil der Realwirtschaft ist.

„Ich habe heute diese Verordnung unterzeichnet, die alles im Zusammenhang mit Krypto-Assets oder digitalen Vermögenswerten verändern wird“, erklärte er.

Erster Schritt zur Formalisierung des Krypto-Ökosystems

Obwohl die Zentralbank von Paraguay Kryptowährungen nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennt, hat die Steuerbehörde beschlossen, deren Regulierung aus steuerlicher Sicht voranzutreiben.

Der Beschluss definiert Krypto-Assets als jede digitale Wertdarstellung, die auf Blockchain-Technologie oder einer ähnlichen Technologie basiert, und legt die Verpflichtung fest, Transaktionen durch eine jährliche eidesstattliche Erklärung zu melden.

Börsen, die in Paraguay tätig sind, sowie Einwohner, die internationale Plattformen nutzen, müssen ihre Transaktionen melden, wenn sie den festgelegten Schwellenwert überschreiten.

„Die Zentralbank sagt, dass Krypto-Assets in Paraguay keine gesetzlichen Zahlungsmittel sind, aber sie sind eine Realität. Und als Realität müssen wir uns darauf einstellen“, erklärte Orué.

So funktioniert die Meldung

Die DNIT wird diese Informationen nutzen, um festzustellen, ob die Transaktionen Kapitalgewinne generiert haben, was gegebenenfalls die Zahlung von Einkommenssteuern nach sich zieht.

Die Meldung erfolgt jährlich, ähnlich wie bei der Einkommensteuererklärung (IRP). Transaktionen, die im Jahr 2026 getätigt wurden, müssen im März 2027 über das Marangatu-System gemeldet werden.

Bei Nichteinhaltung der Meldepflicht sieht die Verordnung eine Mindeststrafe von einer Million Guaraníes vor, wobei bei Feststellung von Steuerhinterziehung auch höhere Strafen verhängt werden können.

„Wenn man damit Geld verdient hat, zahlt man die Steuer, wobei man davon profitiert, dass die Steuer in Paraguay niedrig ist“, erklärte der Leiter der DNIT.

Technologische Kontrolle und Rückverfolgbarkeit

Die Steuerbehörde kündigte zudem an, dass sie technologische Instrumente und Datenabgleiche nutzen werde, um Bewegungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten zu identifizieren.

Wie Orué erklärte, arbeite die Behörde bereits an Systemen zur Informationsanalyse und internationalen Zusammenarbeit, die es ermöglichen würden, ungerechtfertigte Vermögenszuwächse im Zusammenhang mit Kryptowährungen aufzudecken.

Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Modernisierung des Steuersystems, die auf Digitalisierung, Datenanalyse und der Erweiterung der Steuerzahlerbasis basiert.

Ein Steuersystem ohne neue Steuern

Der Direktor der DNIT bekräftigte zudem, dass die Regierung an der Politik festhalten werde, keine Steuern zu erhöhen, im Einklang mit der vom Präsidenten des Landes eingegangenen Verpflichtung.

Paraguay verfügt über eines der einfachsten Steuersysteme der Region mit sechs nationalen Steuern, darunter die Mehrwertsteuer von 10 % und die Einkommensteuer, die ebenfalls 10 % beträgt.

In diesem Zusammenhang zielt die Regulierung von Krypto-Vermögenswerten darauf ab, die Rückverfolgbarkeit und Formalisierung zu verbessern, ohne neue Steuern zu schaffen, sondern eine wachsende wirtschaftliche Aktivität in das Steuersystem einzubeziehen.

Wochenblatt / Forbes Py

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