Paraguayische Strohhüte für Deutschland

Limpio: Für was brauchen Deutsche Strohhüte wenn in Deutschland keine Sonne scheint?, mag sich manch einer fragen. Die 2.900 „Made in Paraguay“ Sombreros wurden von der katholischen Kirche in Deutschland bestellt und dienen deutschen Jugendlichen, die im Juli nach Rio de Janeiro reisen, um am Weltjugendtag teilnehmen. Papst Franziskus wird auch daran teilnehmen. Während 2.500 Hüte aus Karanda´y Palmenblättern schon in Deutschland angekommen sind werden die fehlenden 400 Stück noch diese Woche versendet.

Rund 7 km von Limpio entfernt, in dem Ortsteil Aguapey, werden die Schattenspender für deutsche Köpfe gefertigt. Pro Stück erhalten die fleißigen Hände 5.000 Guaranies. Seit November letzten Jahres wurden nur noch Hüte für den anspruchsvollen deutschen Markt produziert.

Herminia Riveros, die schon als Kind Strohhüte fabrizierte, erinnert sich daran, dass ihre Mutter und ihre Großmutter schon das gleiche taten. Heute führt Herminia die Gruppe von Frauen an, die die Sombreros in Sammelbestellung herstellt. Pro Tag stellt eine Frau drei Hüte her, sind die Blätter ganz fein sogar nur zwei.

Die Blätter der Karanda´y Palme kaufen sie in der Zone des Salado, Chaco oder in Emboscada. Nach dem Trocknen, meist im November und Dezember werden sie dann hergestellt. „Wir überleben damit. Das ist unsere Arbeit. Wir haben keine Ausbildung und können uns ins Büro setzen. Wir machen Strohhüte“, unterstreicht sie.

Eigentlich sind es 12 Frauen in einem organisierten Komitee. Um die Anforderungen aus Deutschland zu erfüllen wurden jedoch auch fremde Handwerkskünstler engagiert.

Schlussendlich ist trotz geringen Gewinns Herminia sehr glücklich, dass die Jugendlichen aus Deutschland sich mit „Sombreros Paraguayos“ vor der brasilianischen Sonne schützen werden.

(Wochenblatt / Abc)

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18 Kommentare zu “Paraguayische Strohhüte für Deutschland

  1. Sehr schönes Beispiel!
    Weiss jemand, wieviel die katholische Kirche für die Hüte bezahlt und wieviel die Zwischenhändler für sich abzweigen?
    Die Hüte für 5.000 Gs kosten doch auf der Abrechnung dann 10 Euro – oder?

    1. Ricardo Gonzalez

      Reply

      Die Pastoral Social Arquidiocesana will erklären dass die Gs. 5.000, die die Nachricht bezeigt als Kosten der Hüte, wir nur in dem paraguayischen Mark so verkauft. Es Handelt sich um ein Missverständnis. Es gibt keine Zwischenhändler, die für sich abzweigen! Die Handarbeiterinen bekomen zwar Gs. 12.500 pro Hüte von Adveniat, mehr als doppelte! Auf diesem Betrag muss man die kosten von der Fracht rechnen.

  2. Ist ja wohl ein schlechter Witz, dass gerade die „arme“ katholische Kirche in Deutschland die Strohhüte hier bestellt. Und dann auch noch zu einem Preis, bei dem die Hersteller nix oder nur sehr wenig verdienen. Ist m.E. Ausbeutung hoch drei.
    Und in Brasilien gibt es keine Strohhüte?
    Warum lässt man die nicht direkt nach Rio schippern und macht erst den Umweg über Deutschland?
    Das sind Abläufe die keiner wirklich verstehen kann….

  3. 3 hüte an einem arbeitstag und dafür bekommen sie lediglich 5000 pro stück = ausbeutung der schlimmsten art.

    1. Ja, so kennen wir doch die kath. Kirche. Das war im Mittelalter so, sie waren bei der „Besetzung“ von Paraguay so und werden sich auch sicher niemals ändern!
      Und trotzdem noch einmal meine Frage (s. o.) wer verdient denn da noch dran?

      1. Ganz sicher die katholische Kirche. Die stellen sich in D vermutlich noch hin und preisen sich als Wohltäter, weil sie den armen Paraguayern Arbeit gegeben haben. Die Kirche war schon immer am Verlogensten.

  4. Ich stimme den Vorkommentatoren unbedingt zu, zumal aus dem Artikel auch hervorgeht, was die Frauen unbedingt für die Fertigstellung ihrer kleinen Produktionsstätte benötigen. Da hätte es sich sicher angeboten, mal ein bis zwei Kollekten zu spenden…

    Allerdings ist Herrn Päßler ein Fehler unterlaufen. Die Verkaufssumme hier in Py beträgt 5.000 Gs, die kathol. Kirche kauft sie lt.Artikel für das mehr als Doppelte. Was allerdings auch noch ein Hungerlohn ist…
    „Para la mujer es todo un desafío enviar los sombreros a Alemania. Aquí en Paraguay, cobran 5.000 guaraníes por unidad, sin embargo, de los alemanes recibirán más del doble por cada producto.“

    http://www.abc.com.py/edicion-impresa/locales/sombreros-made-in-paraguay-protegeran-a-alemanes-en-jornada-mundial-de-rio-579443.html

    Und hier ist die Seite der bischöflichen Aktion ADVENIAT, die die sombreros kauft:
    http://www.adveniat.de/

  5. Mein Vater sagte immer :
    Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze.

    Ausbeutung und Unterdrückung sind Synonyme für die Katholische Kirche.

    Ich persönlich hatte nie Probleme mit dem Schöpfer, nur mit seinem Bodenpersonal

  6. Moin Leute,

    ihr tut ja gerade so, als ob ihr eurem Gärtner, Friseur oder Poolreiniger 8 oder 10 Euro die Stunde zahlt.

    Ob nun Strohhüte aus PY oder T-Shirts aus Bangladesh und Spielzeug aus China, solange es so gewaltige Einkommensunterschiede weltweit gibt wird sich das auch nicht in 500 Jahren ändern.

    ….., o.k. 6500 GS könnten die Popen ruhig pro Hut bezahlen.

    Herzlichst, Horst

    1. @Horst, wir wollen mal nicht übertreiben, aber 8-10 euro die stunde wären alles andere als realistisch für paraguay. ich denke mal das die europäer ihren angestellten hier einen angemessenen lohn bezahlen. 15000 gs an tag sind nun mal definitiv kein lohn, eher ein almosen.

    2. Toll, echt toll. Und von 6500 sollen die Frauen dann leben!?
      Hier geht es nicht um 8 oder 10 € pro Stunde, hier geht es zumindest um den Mindestlohn. Alles andere ist übelste Ausbeutung nach Kolonialherrenmanier – oder eben nach Art der Kath. Kirche.

      1. War ein bischen überspitzt dargestellt von mit. Sollte nur die Einkommensunterschiede verdeutlichen.
        Ich selber habe bei den Indios 6 Dollar für einen Hut bezahlt. Und zwar ohne Feilschen.

        Saludos, Horst

  7. Die katholische Kirche macht ja die Preise kaputt, wenn sie mehr als das doppelte des in Paraguay üblichen bezahlt! Wenn das alle so machen würden könnte man sich für die Euro-Kröten nicht mehr viel leisten. Aber zum Glück denkt die Regierung über eine Abwertung des Guaranie nach.

  8. @Horst: Ich weiss ja nicht was Du deinen Helfern bezahlst, aber, dass eine Frau max. 15.000 G$ pro Tag erhält ist schon ein Witz.
    Das ist weit unter dem was hier in unserer Region den Tagelöhnern bezahlt wird. Wobei man einmal bedenken sollte, dass es in diesem Artikel um die kath. Kirche geht, deren Bargeldvermögen im Jahre 2009 bei 1.500 Milliarden Euro lag! Weniger ist es wohl kaum geworden.
    Ohne Ländereien, Industriebeteiligungen, usw.
    Das ist der Hintergrund vor dem man diesen Artikel sehen muss!!!

    1. Auf diese Art und Weise klauben die Kirchenleute sich ihre Milliarden zusammen, Ausbeutung im kleinen und im großen Stil. Ist in DACH übrigens nicht anders. Da gibt es Tarife der Kirche – das sind die niedrigsten überhaupt, ist Ausbeutung pur.

  9. Ich denke diese Frauen hätten die Hüte auch für 500G$ gemacht, da sie wissen daß die Kirche von Spenden lebt und so was MUSS arm sein. Ausser dem, und viel wesentlicher, gibt man ein Opfer und vertieft somit seinen Glauben und kommt Gott näher über den heißen Draht „KIRCHE“.

    Alle hier, die Ihr über die katholische Kirche hetzt, geht dahin und erzählt es diesen Frauen… und wenn Ihr nicht grad ein alternatives Weltbild zur Hand habt, welches leicht verdaulich und in Minuten eingeht, dann nehmt die Beine in die Hand.

    Hier noch was Munition: http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html

    LG 😉

    1. Stimmt Tom. Das ist auch ein Argument. Die Kirche hat die Menschen über die Jahrhunderte dermaßen verdummt, dass sie den Kirchendienern – oh entschuldige, Dienern Gottes – alles glauben und sogar kostenlos für sie arbeiten würden. Und das ist dabei der springende Punkt. Das nutzt die Kirche schamlos aus. Und das soll gottgewollt sein? Leute hungern lassen durch diese „Bezahlung“. Aber die Kirchenfürsten fahren in teuren Nobelkarossen herum und haben Villen.

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