Paraguayischer Film feiert heute Weltpremiere in Berlin

Berlin: Der 95-minütige Film “Las Herederas“, produziert von dem Paraguayer Marcelo Martinessi feiert heute um 15:30 Uhr seine Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale.

Der Film ist eine Co-Produktion aus Paraguay, Uruguay, Deutschland, Brasilien, Norwegen und Frankreich. Die Eintrittskarten für die heutige Premiere wie auch die vier Vorstellungen an den kommenden zwei Tagen sind restlos ausverkauft. Ob es für einen goldenen Bären reichen wird zeigt sich bald.

Zur Handlung:

Chela (Ana Brun) und Chiquita (Margarita Irún) sind schon lange ein Paar. Mit den Jahren haben sie sich in einer festen Rollenverteilung eingerichtet. Die extrovertierte Chiquita regelt das gemeinsame Leben. Chela hingegen verlässt eher ungern das Haus, lieber verbringt sie den Tag hinter ihrer Staffelei. Finanzielle Schwierigkeiten zwingen sie dazu, Teile ihres geerbten und geliebten Mobiliars – allesamt Erinnerungsstücke – zu verkaufen. Als Chiquita wegen Überschuldung ins Gefängnis kommt, ist Chela plötzlich auf sich allein gestellt. Mit ihrem alten Daimler bietet sie einen Taxi-Service für wohlhabende ältere Damen aus der Nachbarschaft an. Beim Chauffieren lernt sie auch eine von deren Töchtern kennen, die junge, lebensfrohe Angy (Ana Ivanova). Diese Begegnung lockt die eher passiv auftretende Chela aus der Reserve und lässt sie ihre eigenen Sehnsüchte neu entdecken.

So zurückhaltend und vorsichtig wie seine Heldin erkundet der Film die Außenwelt und richtet den Blick zunehmend auf eine Gesellschaftsschicht, die seltsam abgeschottet von der Wirklichkeit in den Tag hineinlebt. Wenn Chela ihre Freundin im Gefängnis besucht, entfaltet sich dagegen ein ganz anderes Bild von den Verhältnissen in Paraguay.

Wochenblatt / Última Hora / Berlinale.de

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