Pastor bekommt Knochenmarkspende-OP beim Fürsorgedienst IPS, ohne versichert zu sein

Asunción: Der Antrag auf eine Operation für den evangelischen Pastor Emilio Abreu bei IPS löste wütende Beschwerden von Bürgern in sozialen Netzwerken aus. Tausende von Nutzern brachten ihre Ohnmacht über die Privilegien des religiösen Führers zum Ausdruck.

Der Nachname des bekannten Pfarrers der Kirche „Centro Familiar de Adoración“ (CFA) wurde am Mittwoch zum Trend in den sozialen Netzwerken, nachdem das Gesundheitsministerium eine Anfrage an das Instituto de Previsión Social (IPS) gestellt hatte, Emilio Abreu zu unterstützen.

Das Gesundheitsministerium beantragte, dass Abreu im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung, die für pädiatrische und erwachsene Patienten mit begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen gilt, eine Knochenmarktransplantation im Institut für soziale Sicherheit erhält.

Dies löste große Empörung aus. Mehrere Personen brachten in den sozialen Netzwerken ihre Ohnmacht zum Ausdruck, da die IPS ihren Versicherten oft nur langsam antwortet und der religiöse Führer eine öffentliche Person mit hoher wirtschaftlicher Solvenz ist.

“Was am Fall Abreu verwerflich ist, ist der enorme Unterschied in der Behandlung: Während einige Menschen herumlaufen, auf demütigende Weise an Türen klopfen und trotzdem keinen Zugang zu ihrem Grundrecht haben, erhalten andere Privilegien, weil sie der Macht nahe stehen. Eines Tages müssen wir diese Ungerechtigkeit ändern”, sagte der als José identifizierte Nutzer auf Twitter.

Die Zivilgesellschaft, politische Persönlichkeiten und sogar Organisationen haben sich zu diesem Thema geäußert und die Privilegien, die der Pfarrer erhalten hat, zurückgewiesen.

Die liberale Abgeordnete Celeste Amarilla tat es ihr gleich und verlangte, dass Abreu die Kosten für die Transplantation, die sich auf rund 300.000 US-Dollar belaufen “aus eigener Tasche bezahlt”. Die Vereinigung der Krebspatienten und Familienangehörigen (Apacfa) schlug vor, zu prüfen, ob es angemessen ist, dass die Gesundheit mit einem Abkommen für Erwachsene mit geringem Einkommen gefördert wird.

“Hat Emilio Abreu, der NICHT versichert ist, Anspruch auf eine Behandlung? Meiner damals 5 Jahre alten Tochter, die bei IPS versichert war, wurde hier ein NEIN gesagt (gleiche Behandlung). Geh in ein anderes Land, wenn du kannst! Wie schön! (sic), twitterte ein anderer Nutzer, Steve Almando.

Die Kontroverse wurde durch die Begründung des Ministeriums für öffentliche Gesundheit noch verstärkt. Der Leiter des Ministeriums, Dr. Julio Borba, wies darauf hin, dass Pastor Emilio Abreu die Voraussetzungen erfülle und dass “jeder Paraguayer das Recht” habe, die gleiche Leistung zu erhalten.

Die Vereinbarung sieht vor, dass sich das Gesundheitsministerium an das IPS wenden kann – oder umgekehrt -, wenn es nicht über einen spezifischen Dienst zur Unterstützung eines Patienten verfügt.

In dem Ersuchungsdokument des evangelischen Pfarrers heißt es, dass die Vereinbarung im Rahmen des Projekts “Knochenmarktransplantation (hämatopoetische Vorläuferzellen – CPH), autolog und allogen, für pädiatrische und erwachsene Patienten mit begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen” gilt.

Da der Antrag vom Nationalen Institut für Transplantation (INAT) stammt, bekräftigte dessen Direktor Gustavo Melgarejo, dass der Staat nicht zwischen Patienten diskriminieren kann, versicherte, dass das Verfahren dringend benötigt wird und bestritt, dass es eine politische Einmischung gab. Er sagte, die Entscheidung beruhe auf medizinischen Kriterien.

Das IPS seinerseits gab eine Erklärung zu den Fragen ab, in der es darauf hinwies, dass seit 2018 Transplantationen an nicht versicherten Personen im Rahmen einer mit Health und INAT unterzeichneten Rahmenvereinbarung durchgeführt werden.

Die Frau von Pastor Bethany Abreu gab Ende letzten Jahres auf ihrem Instagram-Account bekannt, dass sie bereits einen Spender hätten und die Transplantation zwischen dem 16. und 17. Dezember stattfinden solle. Aber anscheinend ist das nicht passiert. Damals verbrachten sie vier Monate in Litauen, wie die Frau in dem sozialen Netzwerk mitteilte.

Der chirurgische Eingriff kann in Brasilien und Argentinien bis zu 300.000 US-Dollar kosten, abhängig von der postoperativen Phase. Borba sagte, er gehe davon aus, dass die Kosten rund 300 Millionen Guaranies betragen.

Wochenblatt / Última Hora

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3 Kommentare zu “Pastor bekommt Knochenmarkspende-OP beim Fürsorgedienst IPS, ohne versichert zu sein

  1. Muss man eben gucken, dass man im Paragay nicht nur Amigos hat, sondern auch Gonzalez, Benitez oder Jimenez heißt. Dann fallen solche Vorfälle niemandem von hiesig Vorschuljustiz auf. Ach, ist ja hiesig Vorschuljustiz auch in diesem Fall “Abreu” nicht aufgefallen. Obwohl sie ihre Tagesarbeitszeit auch im Facebock mit Liki-Lickies verteilen verbringen dürften, wie jeder arbeitende Mensch hierzulande. Sonst wird der Arbeitstag etwas langweilig und eintönig. Naja, wegen dem Bagatellfall werden auch morgen noch alle vom Gesundheitsmysteriums und hiesig Vorschuljustiz am Arbeitsplatz hocken und den Arbeitstag mit im Facebock mit Liki-Lickies verteilen verbrigen.

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  2. Zitat: “Tausende von Nutzern brachten ihre Ohnmacht über die Privilegien des religiösen Führers zum Ausdruck.”
    Die kommen ALLE in die HÖLLE !!!
    Was denken sich diese Querulanten eigentlich? Nur weil sie Geld einzahlen, heißt das noch lange nicht, dass die auch Anspruch auf Heilfürsorge haben oder gar Anspruch auf Rente.
    Wie kommen die darauf, dass sich der Anspruch darauf begründet ein zahlendes Mitglied zu sein?
    Die Sozialkassen sind dazu da geplündert zu werden und sonst nichts!
    Das System besagt: Mitglieder zahlen ein und Amigos nehmen heraus.
    So und nicht anders.
    “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist” und mit dem kümmerlichen Rest kann sich der Pöbel dann gerade so seine Arbeitskraft erhalten. Das finden nicht nur das Kaiserpaar Cartes und Abdo und der Pastor mit direktem Draht zu Gott gut, sondern auch Jesus.

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