Pflegeheim in Paraguay: Alt und vergessen

Asunción: Doña Cleofa Carreras hatte ihren 100. Geburtstag. Sie lebt im Pflegeheim Nuestra Señora de la Asunción. Obwohl das eigentlich ein Grund zum Feiern wäre, ist es leider die Realität, dass 90% der dort lebenden Bewohner von ihren Verwandten einfach aufgegeben wurden.

„Carreras hat keine Verwandten aber sie fand hier eine Heimat. Alle anderen Bewohner und Angestellte haben jedoch den Tag mit ihr gefeiert“, sagte die Leiterin vom Pflegeheim, Olga López. Sie fügte an, wir sind kein Altersheim, obwohl das viele so sehen, denn die meisten hier im Haus bräuchten eine tägliche Pflege.

Etwa 10%, vielleicht auch 15% der Bewohner haben Angehörige, die sich um sie kümmern. Sie machen Besuche und erfüllen die Bedürfnisse, vor allem die, die nicht von dem Heim abgedeckt werden können. „Es ist aber nur eine geringe Anzahl die sich hier um die Bewohner sorgt. Obwohl eigentlich Verwandte da wären. Aber die Alten wurden einfach nur abgeschoben“, erklärte López.

Zwei oder drei der Bedürftigen kamen alleine in das Pflegeheim. „Der Rest von den 48 alten Menschen, um die wir uns kümmern, wurde von ihren Angehörigen verlassen oder sie sind aus reiner Vorsichtsmaßnahme eingewiesen worden. Es gab auch Missbrauchsfälle im familiären Umfeld. Wer hier einmal ist bleibt bis er stirbt“, sagte López.

Das Pflegeheim befindet sich auf der Straße Venezuela.

López bat um Spenden für ihre Einrichtung, vor allem Windeln sind Mangelware. Eigentlich sollte das Gesundheitsministerium diese stellen, aber das ist nicht der Fall. Sie lud auch alle Interessierten ein, das Pflegeheim zu besuchen um über die Arbeit in dem Heim mehr zu erfahren und den alten Menschen nur etwas Zuneigung zukommen zu lassen. „Jeder hier freut sich über einen Besuch“, sagte López.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Pflegeheim in Paraguay: Alt und vergessen

  1. Ist das in Deutschland/Österrreich oder der Schweiz anders? Oder überhaupt in einem anderen Land? Das ist ein trauriges Kapitel der Menschen! Zuerst zieht man seine Kinder mit Liebe und oftmals unter Zurückstellung eigener Bedürfnisse auf, liebt und schützt sie solange es die eigenen Kräfte und Möglichkeiten zulassen. Mit zunehmendem Alter und den daraus folgenden Krankheiten/Gebrechlichkeiten empfinden die eigenen Kinder ihre Eltern als Last und Ballast. Das sind die Früchte eines zunehmenden Egoismuses, einer Verrohung der Gesellschaften. Das sind die Früchte einer Abwendung vom christlichen Glauben und dessen Werten.

  2. Schon als Jugendlicher,wo ich bemerkte daß manche über die älteren spotteten,sagte meine Großmutter denen
    „Wenn du nicht alt werden willst ,musst du dich aufhängen“!.Heute weiß ich wie wahr ihre Worte waren.
    Nun mit zunehmendem Alter und gebrechlicher Gesundheit,bleiben Telefonate ,wie Besuche aus,Briefe wie einst gibts gar nicht mehr.
    Dies ist das Los die auch jüngere zu erwarten haben,-in unserer „Gehetzten und Gejagten Welt“!
    Wohl denen die wie die alten Chacokämpfer noch von ihrer Familie ,-wie man es oft im TV sehen kann,behütet und gefeiert werden.
    Eigentlich beneidenswert,-diese alte Heroen des Krieges,die es nie mehr geben wird.

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