Rassismus gegenüber Mennoniten

Repatriación: Mennoniten, die sich zwischen ihren Feldern bewegen wollen, werden von paraguayischen Bauern daran gehindert. Alle Nicht-Mennoniten werden jedoch durchgelassen.

Dionisio Hildebrand, Sekretär der landwirtschaftlichen Vereinigung Aproagro, erklärte, dass Bauern die Wege zwischen den Feldern für Mennoniten sperren. Die Bauern, die Maniok anbauen und derzeit zu wenig für ihr Produkt bekommen, wollen somit mehr Druck ausüben. Die Maniok Fabrik Codipsa zahlt den Paraguayern nur 300 Guaranies pro Kilogramm. Die Bauern fordern wenigstens 500 Guaranies. Im Vorjahr zahlte man den paraguayischen Bauern sogar 900 Guaranies pro Kilo. Dies hängt jedoch mit dem internationalem Stärkepreis zusammen, der vergangenes Jahr bei 530 US-Dollar und derzeit bei 300 US-Dollar liegt.

Die Mennoniten verstehen die Probleme der Produzenten und wollen ihnen helfen. Anstatt diese anzunehmen blockieren sie nun unsere Wege. Zum besseren Verständnis, diese Wege sind intern und werden von den Mennoniten in Schuss gehalten obwohl sie alle benutzen können. Diese Art von Rassismus gegenüber Mennoniten ist neu und hoffentlich nur von kurzer Dauer.

Wochenblatt / Abc Color

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17 Kommentare zu “Rassismus gegenüber Mennoniten

  1. Erfinder des Wegerechts

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    Da könnte der paragaysche Staat ja öffentliche Straßen erfinden, so quasi Wegerecht für jedermann, wo dann alle durch dürfen und niemand den Weg zu belagern hat, der keine Probleme mit der Polizei haben möchte. Aber das muss ja auch noch erfunden werden.

    1. Öffentliche Straßen gibt es zur genüge. Aber deren Belagerung bzw. Blockade wird durch die Polizei nicht verhindert.
      Straßenblockaden sind hier so etwas wie ein „Grundrecht“ und stehts das probate Protestmittel (nach Ansicht der Demonstranten).
      Hier werden Privatstraßen durch Nichteigentümer belagert, also könnte doch der Eigentümer ……………….
      Die Ursache der Belagerung wäre aber damit nicht beseitigt.
      Fehl am Platz ist hier der Begriff Rassismus. Auch wenn ein Paraguayer der Aufkäufer von Maniok wäre, hätte er mit den selben Protesten zu rechnen. Es geht hier um Geld und nicht um Rasse.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

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    Es ist natuerlich fuer einen Lateiner unmoeglich begreifbar dass sich der Preis halt reduziert hat und nicht stetig steigt wie das Mindestgehalt. Das versteht er eben nicht und vermutet sofort „la joda“, d.i. Betrug.
    Deswegen ist es was teuflisches dass das Mindestgehalt staendig erhoeht wird denn dass gewoehnt die Leute daran „dass ja alles sowieso stetig steigt“.
    Je geringer die kognitive Kapazitaet und der Intellekt bei einer Bevoelkerung ist, je groesser ist die Wahrscheinlichkeit einer kommunistischen Revolution (ganz das Gegenteil was Engels und Marx annahmen).
    Genau so ist mal die Zuckerrohverarbeitungsfabrik in Villa Hayes eingegangen – staendig Preisstreitereien mit dem Poebel und letztendlich sagte der Betreiber zu den Bauern dass es rentabler sei, das ganze Areal in Viehweiden zu verwandelt, was er dann auch tat. Erst Jahre spaeter daemmerte es den Bauern dass sie sich selber damit das Wasser abgegraben hatten und ihre eigene Milchkuh geschlachtet hatten (den Unternehmer) durch hohe Preisansprueche.

  3. Es scheint das Schicksal der Mennoniten zu sein, überall dort wo sie aufgrund ihres Fleißes und ihres Glaubens zu Ansehen und Wohlstand kommen, früher oder später mit Neid bis hin zum Haß konfrontiert und am Ende gar verfolgt zu werden. Sind das die Anfänge neuer Verfolgungen? Wer die Geschichte der Mennoniten kennt, von den Anfängen in der Schweiz, über Holland, Preußen bis nach Rußland darf sich da schon einmal Gedanken machen – und WARUM das so ist. An Zufälle glaube ich nicht.

    1. wozu vertreiben, nach der totalen Ausbeutung verschwinden die schon von ganz allein. Wenn die Kohle im Sack ist und die Apfelsine (Paraguay) so ausgepresst, dass nichts mehr zu holen ist.
      Fleiß, Glauben……jetzt dürfen alle mal beherzt lachen!

    2. Wenn Mennoniten wahres Christentum leben würden, dann würden sie nicht ständig neue Reichtümer anhäufen sondern die Armen sinnvoll unterstützen. (Da gibt es doch irgend einen Spruch von wegen geben sei ………..) Alles weltliche ist denen wichtiger. Den eigenen Kindern ermöglicht man z.B. eine Karriere als Rennfahrer. Die 10% für Gott, wohin die auch immer fliesen sind ausreichend um ein guter Christ zu sein.
      Die Jesuiten die vor 300 Jahren auch in Paraguay wirkten, die Indigenen in kollektiven Gemeinschaften aufnahmen um sie vor dem Zugriff der damaligen Machthaber, der Versklavung und Ausbeutung zu schützen wurden von der Gesellschaft so lange traktiert bis sie aufgeben mussten. Sie versuchten Christentum zu leben.

  4. Her Anton, fahren Sie doch einmal in die Gegend und schauen sich vor Ort an, was dort alles für die arme Bevölkerung getan wird und 2. Wer nichts hat, kann auch nichts weitergeben, dass grösste Problem ist, dass die alles haben wollen und aber so wenig wie möglich arbeiten wollen.

    1. Wer nichts hat kann nichts geben. Einverstanden.
      Aber was ist mit denen die ihren Kindern Luxusautos schenken?
      Zuletzt war ich vor 13 Jahren dort, in einer Kolonie etwa 100 km südlich von Filadelfia und in Filadelfia selbst.
      Aus dieser Zeit sind mir die Worte bekannt, denen kann man nicht helfen weil sie nicht arbeiten wollen.
      Darin ist leider viel Wahrheit.
      Ich beschäftige seit 8 Jahren einen Einheimischen unter Einhaltung aller durch das Arbeitsgesetz gegebenen Vorgaben.
      Seine Einstellung zur Arbeit ist nicht mit der eines Europäers vereinbar aber für die hier vorhandenen Verhältnisse dennoch gut. Einzig vorbildlich ist seine Ehrlichkeit, was hier die große Ausnahme ist sowie seine Bereitschaft zu lernen. Dennoch bleibt eine gewisse Art von Unselbständigkeit welche in Unsicherheit begründet sein dürfte.
      Er ist mit seinem Leben zufrieden, was auch darin begründet sein dürfte, dass der Lebensstil den ich im vorlebe für Europäer eher bescheiden ist, obwohl mir anderes durchaus möglich wäre. Er hat mir die Treue gehalten obwohl ich ihn in der ersten Zeit schon bis zu Tränen gemaßregelt habe, was sich ein Einheimischer im Normalfall von einem Ausländer nicht bieten lässt. In der ganzen Zeit ist mir kein einziger Guarani abhanden gekommen obwohl er über die Schlüssel verfügt.
      Sie sehen also, dass es auch möglich ist, einem Einheimischen den Wert der Arbeit und insbesondere seiner Arbeit zu vermitteln.

    2. reichlich nehmen, ein bißchen geben und sich als christlicher Wohltäter feiern lassen. So sieht sich der Menno am liebsten.

  5. Dafür gab´s aber einen neuen schönen Park mit gemütlichem Grillhäuschen und Kinderspielplatz wo sicher ganz Paraguay neidisch wäre. Es geht um was ganz anderes bei dem Konflikt.

    1. ich sehe das auch so, sind halt zwei verschiedene kulturen, die einen arbeiten heute um sich morgen abzusichern und die anderen arbeiten übermorgen um die schulden von vorgestern zu begleichen, aber solange sich was verkaufen oder erbetteln läst arbeiten sie nach möglichkeit garnicht. beide kulturen haben ihre vorzüge und nachteile aber welche erstrebenswerter ist das habe ich noch nicht rausgefunden.

  6. Ich sehe ebenfalls Geld als einzigen Beweggrund. Sie wollen ja mehr Geld für ihre Produkte. Die Rassismus Keule wird nur ausgepackt wenn bzw. weil es gerade passt. Wirklichen Rassismus gibt es auf der Welt, ist aber viel seltener als publiziert. In fast allen Fällen geht es dabei um die Frage wer zahlt was? Diese Frage muss tunlichst unterm Tisch verschwinden. Wenn Paraguayer nach Argentinien fahren um sich behandeln zu lassen, da gab es einen Artikel, hieß es Rassismus weil die Argentinier was sagten. Nein. Es geht darum, dass die Behandlung bezahlt werden muss. Selbiges mit Venezolanern in Südamerika und Flüchtlingen in Europa und sonstigen Teilen der Welt. Rassismusdiskussionen sind hier fehl am Platz, es geht wie fast immer darum wer bezahlt und wer den Gewinn einsackt und gerade heute ist es so, dass die, die den Gewinn einsacken nichts bezahlen oder am wenigsten bezahlen. Wer hier zu tief bohrt ist,

    Konstellation A: Als Weißer unter nicht Weißen, natürlich Rassist.

    Konstellation B: Als Weißer unter Weißen, ein böser Rechter oder ewig Gestriger, N Wort.

    Konstellation C wäre hier der Fall, also Weiße versuchen Schwarze als Rassisten zu bezeichnen. Es ist natürlich genau so möglich und passiert, aber so hat man quasi keine Chance. Daher viel Glück.

    Lange Zeit war es so, dass der Weiße recht hat und Punkt. Das ist zwar nicht fair, aber so war es auch möglich, die Welt zu erschaffen in der wir jetzt leben. So wie es jetzt ist, dass der Schwarze quasi immer recht bekommt, ist es aber erstens auch nicht fair und zweitens wird von der Welt, die wir heute kennen nicht viel übrig bleiben. In was die sich verwandeln wird, ist nicht schwer zu erraten und auch schon zu sehen. Selbst für Großkonzerne wird so glaube ich dann das Ende kommen. Für die Grundsatzentscheidung bleibt also nicht mehr viel Zeit und mich wundert immer, wie jene, die noch auf schönen Posten sitzen, einfach weiter tun. Ist denen nicht klar, dass es diese Posten dann nicht mehr geben wird? Oder glauben die, dass sie trotzdem schon irgendwie oben bleiben? Der römische Kaiser also im römischen Reich mit germanischem Volk? Der christliche König mit Papst im Vatikan bei muslimischer Bevölkerung?

  7. Kuno Gansz von Otzberg

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    Pfarrer Jacob Tscharntke sagt in einer seiner Predigten dass die Juden im 18. Jahrhundert und sogar rum 1900 die Bauern im Westerwald (das war eine arme Gegend) mitten im Winter gnadenlos on ihrem Hof trieben wenn sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten (der Jude war damals der Geldverleiher). Das soll regelmaessig vorgekommen sein in Deutschland. Als Folge kam dann Adolf Hitler der die berechtigten Ressentiments der Deutschen dan gehoerig gehoer verschaffte.
    Genau daher wehte der nationalsozialistische Wind – ob sowas 6 Millionen Todesopfer rechtfertigt ist eine andere Sache. Aehnliche pauschale Ressentiments bekamen die Mennoniten bolschewistischen Russland als in den kommunistischen Reihen ploetzlich in allen Raengen ueberproportional viele Juden auftauchten – oft als Folterknechte, sprich Untersuchungskomissare. Man schloss sich daher gerne der Waffen SS an und brachte so unter mennonitischen Einsatzkommandos (abgesegnet durch die Verwaltungen der Mennonitenkolonien) der Waffen SS rund 44000 Juden um.
    Es ist so wie @Anton sagt da man sich die „treue“ des Lateiners eben mit viel Geld erkaufen muss. Deshalb ist der Arbeiter des Anton relativ arbeitsam und stiehlt nicht Geld. Meist im ersten Monat tut der Arbeiter seine Arbeit pflichtgetreu und dann im zweiten Monat stellt sich sowas wie „Verringerung des Arbeitsrythmus“ ein (nach dem Arbeitsgesetz ein Feuerungsgrund), so dass er dann die arbeit nicht mehr macht, halbherzig nur das Minimum macht oder sagt direkt dass es nicht seine Arbeit waere (sowas nennt der paraguayer „caprichoso“).
    Bei der Viehzucht ist sowas nicht kritisch denn die Viehcher sind so robust dank der GMO Genetik dass die sich selber wissen und nie Krankheiten oder Parasiten bekommen.
    Allerdings haben schon viele mennonitische Milchbauern gerade wegen der Hinterhaeltigkeit des Lateiners einfach den Betrieb dichtmachen muessen und stiegen auf die Viehzucht um wo dann mindestens immer 2 Arbeitsplaetze verlorengingen. Aber diese verlorenen Arbeitsplaetze juckt ja sowieso keinem Paraguayer, da die meisten es so sehen dass sie zur Arbeit gezwungen wurden vom „alemammm de mierda“. Die sehen es so an als ob „die Arbeits der undankbaren Welt Lohn sei“ – anstatt dankbar fuer Arbeit und Einkommensquelle zu sein.
    Daher sind die Mennoniten im Artikel in einer prekaeren Situation da der schwarze Peter ihnen allein zugeworfen wird vom unverstaendigen Poebel.
    Das Landvolk versteht halt meist nur eine rohe Sprache, in etwa „eins mit dem Knueppel auf den Kopf“ zu kriegen – so wuerden es Lateinerpatrons machen – dann gehts wieder weiter oder der Arbeiter geht irgendwann von selber. Kultur und Pflichtbewusstsein ist denen fremd – es sei denn man zahlt denen ueberdurchschnittlich viel Geld.
    In Deutschland hat sich diese „lateinsche Weise“ erst vor etwa 5 bis 10 Jahren weiter verbreitet, so dass diese Art von Arbeitnehmer hier in Deutschland auch immer mehr zur „Landplage“ werden.

  8. Meist im ersten Monat tut der Arbeiter seine Arbeit pflichtgetreu und dann im zweiten Monat stellt sich sowas wie „Verringerung des Arbeitsrythmus“ ein .
    sowas nennt der paraguayer „caprichoso“).
    Der Indianer nennt es (unbewusst): er ist nicht mehr hungrig und das schon nach zwei wochen.

    1. Kuno Gansz von Otzberg

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      Ja das hatte ich auch schon beim paraguayer: „me olvide“, d.i. „habs leider vergessen“. Was er gestern noch wusste.
      Ja dann fragte ich dem wie er denn die Bibel lesen koenne wenn er sofort alles vergass. „El espiritu me dijo“ (der Geist hat es mir gesagt), war die Antwort. Der Typ soll jetzt Pfaffe sein in einer Pfingstgemeinde (purahei Kirche) wo er vom Zehnten der „Glaeubigen“ lebt – das ist was er immer anstrebe, sagte er mir mal bei einer anderen Gelegenheit.
      Schon Napoleon wusste ja: „die Armee marschiert auf dem Bauch“. Das wichtigste ist nicht genug Pulver, Blei oder Gewehre zu haben sondern die Fressalien sind das wichtigste. Ohne Mampf kein Kampf!

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