Rodolfo Friedmann: Nach Anklage als Minister zurückgetreten

Asunción: Laut dem Staatsanwalt Omar Legal bezahlte Rodolfo Friedmann als Gouverneur von Guairá Reisen, neue Autos und teure Gemälde von den Einnahmen einer Firma, die die Ausschreibung für Schulspeisen gewann und von einem Freund für ihn geführt wurde.

Kurz nachdem die Anklage, die besonders seinem Erzfeindes Cartes entgegen kam, bekannt wurde, kündigte er als Landwirtschaftsminister, was zur Folge hat, dass er in den Senat zurückkehrt. Dort nahm während seiner Abwesenheit Arnaldo Franco, ein Ex-Sekretär von Cartes seine Platz ein. Es ist damit zu rechnen, dass über den Antrag des Richters José Delmas über den Ausschluss von Friedmann im Senat bald abgestimmt wird, wodurch auch gegen ihn ermittelt werden kann. Wenn es nach den Gesetzgebern geht, die für Cartes im Senat sitzen, wird dies bestimmt bei der nächsten Sitzung eingefädelt. Andere Sachen, die wichtig sind, werden dann gerne um Wochen nach hinten verschoben.

Mitangeklagt wegen Bestechung bei den Ausschreibungen zur Schulspeisung wurden auch Ehefrau Marly Figueredo, Silvio Alfaro, Lourdes González de Melgarejo und Eduardo Giménez. Von allen Betroffenen wurden die Konten gesperrt.

Würde die Justiz bei anderen Politikern auch so genau wie bei Friedmann hinschauen, hätten wir bald keine Repräsentanten mehr im Kongress.

Rodolfo Friedmann fragte nicht grundlos in einem Tweet, wer ihn denunzierte – Der Ex-Präsident (Cartes) der einem international gesuchtem Geldwäscher (Darío Messer) Geld zukommen ließ, damit dieser auf der Flucht bleiben kann.

Wochenblatt / Abc Color

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7 Kommentare zu “Rodolfo Friedmann: Nach Anklage als Minister zurückgetreten

  1. Das ist doch berechtigt, wenn ein mutmaßlich Krimineller danach fragt, welch mutmaßlich Krimineller ihn denunziert hat. Wobei man hierzulande “mutmaßlich Krimineller” auch gut und gerne weglassen kann. Das muss hierzulande nicht explizit erwähnt werden. Dass Ausschreibungen – wie Staatsanleihen im Wert von 1,6 Milliarden US$ “transparente” verwendet werden ist allerdings explizit zu erwähnen. Sonst glaubt es ja keiner. Als ob Staatsanleihen im Wert von 1,6 Milliarden US$ nicht ganz klar transparent verteilt würden. An Amigos. Immerhin kostet rote Erde, um Schlaglöcher in den Straßen fachmännisch zu reparieren, auch etwas. Damit nach dem ersten Regen oder der Bezahlung der Amigos das einfache Volk auch noch etwas Transparentes hat.
    Jedenfalls finde ich persönlich es gut, dass der Landwirtschaftsamigo, pardon, -mister, der die 2. Oberstufe vielleicht abgeschlossen hat, die 3. aber ganz bestimmt nicht, als Landwirtschaftsamigo, pardon, -mister zurücktritt. Und wieder Senator wird. Ich denke, die Anforderungen als Landwirtschaftsmister sind hierzulande etwas höher als diejenigen für einen Senator.
    Jou, nun sind sie also angeklagt. Für die nächsten 30 Jahre. Dann kommt es vielleicht sogar zu einem Urteil. Kommt halt darauf an, wie viel Rittersport, die grüne mit 100.000 Nüssen, er der Staatsanwaltschaft vorlegen kann. Mit etwas Glück wird er jedoch schon in 3 Wochen wieder Landwirtschaftsamigo, pardon, -mister.
    Oh, diosus mius, un pocus nomas, peros un pocus sì, gell du orgullosus paísus mit deinen orgullosus Insassen.

  2. Ein Halunke schlimmer als der andere. Nun, bis zu 15 Jahre Knast könnten es sein. Wenn überhaupt, wird es Jahre dauern bis er da rein kommt. Ich werde das Gefühl nicht los, die Gerechtigkeit wird wieder nicht siegen.

  3. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Um die Mentalitaet der Leute heute zu verstehen – zugegeben, ich hab damit meine Schwierigkeiten – so ist eine der aufschlussreichsten Begebenheiten die amerikanische Alkohol Prohibition der 1920ger. Das zeigt auch ganz deutlich was in Paraguay vor sich geht.
    Uebrigens, die Mennoniten wuerden genauso reagieren wie die Prohibitionsgegner damals in den USA. Es entstanden dann damals genausolche Leute wie heute Cartes einer ist.
    Der protestantische, weisse, englische Landser war Erzalkoholgegner, wo der versiffte Staedter gemischter Volksrasse war, Alkoholbefuerworter und oft Katholik, Deutscher, Italiener oder Jude. Das waren die Fronten damals – wie heute. Der Ku Klux Klan war damals protestantisch, weiss und erbitterter Alkoholgegner – dieses gesunde Gemisch finde man heute noch irgendwo…
    Teil 2 der Serie “Prohibition. Eine amerikanische Erfahrung 2 v 5” zeigt deutlich die grassierende Korruption in den USA damals: https://www.youtube.com/watch?v=Y9y46-d9Dt8&t=22s.
    Derselbe Kampf laeuft noch heute fort: wenn eine Minderheit den Suendern zu ihrem Besten eine bessere Moral ueberstuelpen will oder tut so treibens die Tunichtgute nur noch aerger. Die Prohibition wurde vor allem von den Opfern der Trunksucht der Amerikaner ab 1820 bis 1920 losgetreten: deren Frauen und misshandelten Kindern. Es war vor allem eine Frauenbewegung und christliche Landbewegung wo vor allem auch die misshandelten Kinder der Saeufer ueberzeugt mitmachten. Man befuerchtete damals dass ganz Amerika “ein Land von Saeufern” wuerde denn die Maenner trudelten gleich nach der Auszahlung in den naechsten Saloon und versoffen da alles so dass die Frau mit den Kindern nichts mehr zu essen hatte.
    Die Iren, Deutschen und andere trinkfeste Unterschichtler meinten dagegen dass das Saufen “zu ihrer Kultur gehoere” und sie dem Labsal nicht entbehren moechten. Die Flasche Alkohol waere mittlerweile mit ihnen verwachsen.
    Der durchschnittliche Ami soff damals etwa 20 mal so viel wie heute und die Strassen waren damals voll von Besoffenen wie man es heute auch noch vor den mennonitischen Schenken im Zentralen Chaco sieht wenn das da voll besoffener Indianer liegt (wenn die Polizei diese nicht vertreibt). So war die Situation damals in den USA. Dasselbe versucht man heute mit den Drogen und man wird dieselben Folgen ernten.
    Die weisse protestantische Minderheit versuchte der immigrierten Unterschicht zu helfen – was diese prompt mit grassierender Korruption beantwortete. Die Amis waren damals so korrupt wie die Paraguayer und Deutschen es heute sind – alles war bestochen und mischte mit.
    Die Folge der Prohibition war aber auch dass Millionen Amerikaner damals das trinken seinliessen und bis heute weniger als damals in den USA gesoffen wird. Diejeniger aber die saufen wollten stiegen ins Alkoholgeschaeft ein und soffen umso mehr.
    Ein Hoch! auf die braven Prohibitionisten damals die es wenigstens versucht haben und auch Millionen Familien vor dem Elend bewahrt haben.
    Denn der Alkohol funktioniert wie der Sauerteig und COVID-19: er verbreitet sich exponentiell und durchsaeuert alles. Leider verbreiten sich die Christen eher linear so dass sie immer in der Minderheit sein werden.
    Galater 5,9 “Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.”
    1. Korinther 5,7 “Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus.”
    Als Christen wird uns da gesagt dass wir ein ungesaeuerter Teig sind. Wir sind also ein Teig ohne Hefe. Die Eigenschaft solch Teiges ist dass er sich nicht aufblaeht und er durchseucht auch nicht alles. Sondern der Christ wird zum Fladenbrot das platt bleibt weil eben ja keine Hefe im Teig war. Der Gottlose aber ist ein Sauerteig der aufblaeht zu unnatuerlicher Groesse (Gasbildung als Blaeschen im Teig) welches alles verseucht und zum Boesen wendet.
    Das ganze heutige Drama sehen wird als Vorschatten damals bei der Prohibition – der Sauerteig verseuchte das ganze Land wo dann der Christ versuchte das ganze noch zu retten aber letztendlich hier auf Erden unterliegt.
    Im Chaco hat man das Gesetz 514 das wo immer Mennoniten ansiedeln den Alkohol total verbietet – aehnlich wie damals der Verfassungszusatz der Prohibition in den USA. Nur die Christen respektierten das freiwillig (damals der weisse, protestantische, englische Landbewohner) die Tunichtgute aber gingen in die Kriminalitaet rein und trieben die Verseuchung nur noch an (Mischrasse der Staedter). Viele erklaerten sich damals selbst zum Rabbi um an Alkohol “zu religioesen Zwecken” zu gelangen. In den Synagogen und bei den Pfaffen stieg die legale Alkoholnachfrage ums Fuenffache an.

  4. Sieht sich jetzt als armes Opfer. Ist zwar intelligent genug, dass ihn der König Paraguays nicht haben will als Landwirtschaftsminister, aber wird niemals zugeben, dass er und sein durchgeknallter Vater auch sehr viel Mist in Guaira angerichtet haben. Ich denke mal, es wird zu einigen Monaten Luxusgefängnis maximal hinausgehen, allerdings nicht so bald. Da wird jetzt alles getan um hinauszuzögern.

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