Schleichendes Gift

Insgesamt etwa 3 Milliarden Menschen profitieren vom Reis, dieser steht aber im Verdacht, aufgrund der Anreicherung von Arsen Krebs zu erzeugen.

Der Reisanbau in Paraguay ist nicht besonders stark ausgeprägt, hauptsächlich im Bezirk Misiones ist dieser vertreten. Er hat hier einen Marktanteil von etwa 27% an der nationalen Produktion, insbesondere weil es große Sumpfgebiete durch die zwei Flüsse Paraná und Tebicuary gibt.

In Paraguay ist der Reis zwar auch ein Grundnahrungsmittel, hauptsächlich wird er aber in Asien verzehrt. Wissenschaftler haben nun den Verdacht geäußert, dieses Getreide könnte Krebs verursachen. Gleich mehrere Forschungsprojekte haben den Verdacht aufleben lassen, dass sich in Reis und Reisprodukten zehnmal so hohe Arsenwerte finden lassen als in Weizen oder anderen Getreidesorten.

Steve Mc Grath vom britischen Labor Rothamsted Research nahm dazu Stellung. Die Pflanzenprodukte enthalten das giftige Halbmetall meist in anorganischer Form, das macht Menschen krank, die die Arsenverbindungen im Trinkwasser aufnehmen. Durch die Anreicherung von Arsen im Reis sind auch kleine Mengen „ein Problem für Menschen, die viel Reis essen“, sagte Mc Grath.

Experten warnen vor Hysterie, es gebe noch keine Kausalität zwischen Krebs und Reiskonsum. „Wir müssen die Arsen-Belastung im Reis reduzieren“, sagte Richard Loeppert von der Texas A&M University, „aber es besteht keine unmittelbare Gefahr“. Zhu Yong-Gang vom Forschungszentrum für Umweltwissenschaften in Peking ergänzt: „Wir kennen noch nicht alle Antworten, aber Arsen ist Arsen“.

Zhu und andere Forscher suchen nach Wegen, Reis zu entgiften. Womöglich gelingt es, den Anbau zu verändern, wenn nicht, müssen die Pflanzen genetisch verändert werden.

Bauern legen ihre Plantagen auf Flächen an, die besonders mit Arsen belastet sind, ehemalige Baumwollfelder oder in der Nähe von Sojaanbaugebieten, die intensiv mit arsenhaltigen Pestiziden besprüht werden. Über die gefluteten Reisfelder nehmen die Pflanzen das Gift aus der aufgeschwemmten Erde auf, wo es Mikroorganismen freisetzt.

Um mögliche Schäden abzuwenden haben Experten verschieden Ansätze. Die Pflanzen könnten auf Erdwällen ausgesät werden, zwischen denen das Wasser steht. „Das kann den Übertrag von Arsen aus dem Boden in die Körner dramatisch reduzieren“, sagte Mc Grath.

Desweiteren verfolgen Forscher auch den Gedanken, den Stoffwechsel von Reispflanzen genetisch zu verändern. Sie haben bereits die Proteine identifiziert, mit denen die Pflanzen das Arsen durch die Zellwände schleusen, diese lassen sich aber nicht so einfach blockieren, weil sie auch wichtige Nährstoffe transportieren. Deshalb versucht man, den Setzlingen ein Bakterium-Enzym einzupflanzen, mit dem sie das anorganische Arsen in eine flüchtige Verbindung umbauen.

Ob diese Thesen auch den Reisanbauern in Paraguay bekannt sind sei dahin gestellt. Falls jedoch das Wasser für die Pflanzen schadstofffrei ist, besteht für den Konsum einheimischer Reissorten keine gesundheitliche Gefahr. Gehen wir davon aus.

Quelle: www.sciencemag.org / Wikipedia: Aalschnitte

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5 Kommentare zu “Schleichendes Gift

  1. Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Seit mehr als 30 Jahren ist bekannt, das Reis mit Arsen belastet ist. Weshalb nun ausgerechnet jetzt Wissenschaftler auf die grandiose Idee kamen und hier eine Vebindung zu Krebserkrankungen herstellen wollen, ist mir schleierhaft. Ich halte diesen Artikel für einen weiteren Versuch, Panik und Verunsicherung in der Bevölkerung zu stiften, und mal wieder einen ‚Aufmacher‘ geschrieben zu haben.

      1. …da sehe ich eher Monsanto & Co. am Drücker? Gentechnisch veränderter Reis/Mais/Kartoffel etc.
        Wird Zeit, dass diese Interessen generell verboten/entmachtet werden.

        1. Eso es.
          Reis ist eins der wenigen Hauptnahrungsmittel, das noch nicht vollständig in Händen der Genmafia ist.
          Das muß doch schnellstens geändert werden.
          EINE Sorte reicht doch
          Natürlich die von Monsanto & Co.
          Vor allem weil die Konsumenten bisher die Sorte „Golden Rice“ ablehnen, mit der sie dachten, sie könnten sich eine goldene Nase verdienen.

          Schöne Neue Welt.

          1. Alle heute auf dem Markt existierenden Sorten gehoeren den
            grossen Saatgutfirmen . Die identisch mit den Firmen sind,
            die auch Genpflanzen zuechten.
            DER ZUG IST LAENGST ABGEFAHREN !! 🙁

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