Seit wann liegt Rom denn in Italien?

Asunción: Um dieser geografischen Spitzfindigkeit auf den Grund zu gehen bedarf es zuerst einer genauen Erklärung: Die Stadt Rom wurde am 26. Januar 1871 Hauptstadt des italienischen Nationalstaates und ist es bis heute noch.

Jedoch schien dies nicht ein Parlamentarier zu wissen oder er verdrängte es, bis die Presse von einem Familienurlaub Wind bekam.

Die Tageszeitung Última Hora nahm Kontakt zu den Abgeordneten Blanca Duarte Frutos, Juan Bernardo Ziett und Concepción Cubas (alle ANR) auf um sie zu einer Auslandsreise zu befragen, bei der es um Arbeit und nicht Vergnügen ging. Anscheinend jedoch wurde dieser Hintergrund verkannt und zahlreiche Familienmitglieder dieser hatten die Chance Italien hautnah kennenzulernen. Während die erste ihren Sohn mitnahm (siehe Bild) war Ziett bereit Frau und Schwiegermutter mit nach Italien reisen zu lassen.

Der tatsächliche Grund der Reise in den alten Kontinent war ein Seminar der Freundschaft über juristische und politische Belange. Dummerweise tappten auch sie in die Facebook Falle und veröffentlichten Fotos samt ihrer Angehörigen. Nichts desto trotz wurde nicht ein Foto von dem besagten Seminar ins Netz gestellt, als hätte der Hauptgrund der Reise keine Wichtigkeit.

Die Wichtigkeit jedoch spiegelt sich in der Tatsache wider, dass 29,3 Millionen Guaranies für Spesen während dieses Ausfluges ausgeben wurden, welcher zwischen dem 11. Und dem 17. März 2013 stattfand.

Der Abgeordnete Ziett sagte auf Nachfrage der Tageszeitung Última Hora dass er keine Reise nach Italien vorgenommen hätte. Kurz darauf rief er die Redaktion zurück und fragte, ob Rom in Italien liegen würde, denn daran könne er sich erinnern. „Da war ich mit meiner Kollegin Blanca und meiner Mami“, antwortete er.

Auf die Frage um was es bei dem Seminar ging antwortete er: „Das war bezüglich der 200 Jahr Feier der Unabhängigkeit. Ich erinnere mich nicht mehr an die Organisation, die die Veranstaltung durchgeführt hat. Ich habe jedoch die Zertifikate der Teilnahme“, bestätigte er.

Die Dritte im Bunde, Cubas de Villaalta, bestätigte, dass sie Teil der Delegation war jedoch nichts weiter über die Reise berichten könne, da sie soeben an einer Beerdigung teilnehme. Im Parlament wurden zu keinem Zeitpunkt Information über die Ergebnisse der Reise preisgegeben. Während Duarte Frutos und Ziett nicht mehr ins Abgeordnetenhaus einziehen wird Villaalta erneut im Parlasur vertreten sein.

Alle drei Gesetzgeber zeichneten sich durch kaum eine Aktivität in ihren gewählten Posten aus, weder waren sie stimmgebend in ihrer Kammer noch haben sie Gesetzesprojekte eingereicht.

Während Blanca Duarte und Concepción Cubas Lehrer sind und Bildungsprojekte unterstützten zeichnete sich Ziett damit aus, das Sekretariat für soziale Aktionen in und um Presidente Franco, Alto Paraná zu aktivieren.

(Wochenblatt / Última Hora)

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9 Kommentare zu “Seit wann liegt Rom denn in Italien?

  1. Also persönlich halte Paraguay noch nicht reif für eine Demokratie (ist wie ein saurer grüner Apfel ungenießbar). Doch ein rein blütiger Paraguay als Diktator
    ist das schlimmste Übel was passieren kann. Ein berühmter jüdischer Philosoph (mir ist der Name entfallen) hat mal gesagt ein guter Diktator, im Sinne der Menschenrechte, wäre das Beste, was einem Lande passieren kann.

  2. Das Problem liegt meines erachtens daran, dass für eine Schülerin der 6. Klasse der öffenlichen Schulen 24-8 = 17 ist… Ähm, verstehe diesen Artikel leider nicht und bitte um Erklärung. Rom liegt doch in Paraguay, oder?

  3. Da hilft nur eine Militärdiktatur. Alle Polizisten, Politiker rausschmeißen, Militär übernimmt alles Funktionen, Ausgangssperre und Internierungslager im entlegendsten Chacozipfel für alle Politganoven. Alle Großgrundbesitzer enteignen, das Land dem Volk geben. Wenn dann auch weniger produziert wird – Steuern haben diese Herrschaften ohnehin nicht gezahlt und werden es dank Cartes auch in Zukunft nicht. Also kann man auf sie verzichten. Dem Volk alles genau erklären und in 5 Jahren dann Neuwahlen. Nochmal 10 Jahre später ist Paraguay die Vorzeigedemokratie in Südamerika, ohne Korruption, ohne die Betrügermentalität (weil sie ja dafür in den Chaco zum Sand sieben geschickt worden wären). – Anders kann man ein Volk wie Paraguay nicht regieren, ist fast wie in Russland.

    1. Franz, ich gratuliere Dir zu dieser mutigen Aussage unter einer Leserschaft, die großenteils US-imperialistischer Gehirnwäsche ausgesetzt scheint! Ähäm, wo bleibt die Aussage der Leserschaft, dass Du doch bitte schnell das Köfferlein packen und abhauen sollst. Sicher bist Du nicht böse, dass ich „Du“ schreibe.

    2. Der Zweck einer Regierung ist immer die Interessen der Mächtigen gegen das Volk durchzusetzen.

      Oder anders formuliert – die Existenzberechtigung des Volkes ist direkt proportional zum Nutzen, den es seinen Herren bringt.

      Wenn Sie das einmal verstanden haben, dann sind wir einen Schritt weiter und verstehen, daß solche Maßnahmen wie vorgeschlagen nur dann stattfinden können, wenn die derzeitigen Mächtigen durch andere Mächtige ersetzt werden. Das passiert normalerweise nur nach einem verlorenen Krieg.

      Einen Krieg hier brauche ich nicht. Die Annahme, daß die neuen Mächtigen besser wären, ist zudem mutig. Einen guten Diktator zu finden, ist nicht leicht.

  4. Ich finde es einfach nur erfrischend diese Unbedarftheit in diesem Lande.
    Wozu sich denn mit unwichtigen Dingen unnoetigerweise belasten?

    Und SIE leben gluecklicher und zufriedener als die meisten Auslaender…

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