Seltsame Konstellation

Asunción: Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde Paraguay als erdölförderndes Land eingestuft. Grund dafür war die Ankündigung einer britischen Firma. Ein Mann im Kreis des jetzigen Staatsoberhauptes agierte merklich im Hintergrund.

Auch wenn der Hype nur wenige Wochen anhielt, sorgte er auf der anderen Seite des Atlantiks für eine gewinnträchtige Zeit, in der Aktien ihren Wert verdoppelten und jeder das Geschäft seines Lebens machte. Mindestens ein paraguayische Politiker verdiente dabei mit. Währenddessen war nichts vergleichbares an der Börse von Asunción zu spüren.

President Energy erklärte 1 Milliarde Barril Öl im paraguayischen Chaco gefunden zu haben. Wenige Wochen später wurde kleinlaut angekündigt, dass durch technische Fehler bei der Bohrung eine Förderung nicht möglich sei. Damit war dem erst einmal ein Ende gesetzt.

Monate zuvor kaufte jedoch President Energy die Firma LCH S.A., die etwa 5% der Bohrrechte im paraguayischen Chaco besass. Der Hauptaktionär der Firma ist eine der einflussreichsten Männer in Cartes‘ Umfeld, Juan Carlos López Moreira. Neben seinem Posten als Kabinettschef ist er auch der wichtigste Berater von Horacio Cartes. Beim Verkauf von LCH S.A. zahlte President Energy 250.000 US-Dollar und 5.103.429 Aktien der eigenen Firma mit Sitz in London. Somit wurde aus den LCH Aktionären, Aktionäre von President Energy.

Als Koordinator für die Energiepolitik des Landes ist Juan Carlos López Moreira Richter und Jury in einem. Noch unter ihm in der Rangfolge ist der Vizeminister für Bergbau und Energie, Mauricio Bejarano. Kenner der Materie gehen weiter davon aus, dass ausreichend Erdölreserven im Territorium Paraguays zu finden sein.

Bis jetzt wurden insgesamt 52 Brunnen in Paraguay gebohrt. Bisher wurde noch kein kommerzialisierbares Erdöl gefunden. Die Suche geht jedoch weiter.

Wochenblatt / Última Hora

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