Verbot missachtet: Gewalt in Mennonitenkolonie?

Nuevo Durango: Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Mennoniten eingelietet, der ein anderes Gemeindemitglied mit Kopfschlägen mehrfach gezüchtigt haben soll. Grund dafür soll das Musik hören gewesen sein, was da verboten ist.

Nuevo Durango, im Distrikt der neuen Stadt Maracaná im Departement Canindeyú, liegt abgeschieden und ruhig. Wie Familienmitglieder des Opfers anzeigten, wurde ihre Sohn Isaak Günter mehrfach auf den Kopf geschlagen weil er Musik hörte. Der Presse wurde ein Bild zugespielt, auf dem das Opfer am vergangenen Sonntag mit einem blutigen Hemd zu sehen ist.

Diese mutmaßliche Gewalt wiederholt sich anscheinend des Öfteren. Die Untersuchungen kamen jedoch niemals in Gang. Anscheinend wurde die Polizei bestochen, um niemals der Sache nachzugehen. „Die Chefs erhalten immer alle Steuern und managen alles. Wir wollen nur, dass dies an die Presse kommt“, so ein Familienmitglied, welches nicht beim Namen genannt werden will.

Die Familienmitglieder identifizierten Gerhard Kröker als Täter der Schläge. Das Opfer blieb blutverschmiert am Boden liegen, nachdem er beim Musik hören erwischt wurde, ein Hobby welches verboten ist in dieser Gemeinschaft. Außerdem sind Fernsehen, sportliche Betätigung und Mobiltelefone tabu.

Staatsanwaltschaft Vicente Rodríguez aus Curuguaty informierte darüber, dass offiziell keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt wurde. Allerdings kennt er die Situation. Jetzt, wo der Fall öffentlich wird, beginnt die Behörde eine Untersuchung. Ein medizinisches Gutachten wurde im Regionalkrankenhaus von Curuguaty erstellt.

Weitere Fälle von gewalttätigem Verhalten, wie z. B. gegen Jacobo Bueckert im vergangenen Jahr, wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Untersuchungen schritten jedoch niemals voran, trotz Beweise und medizinischer Gutachten.

Wochenblatt / Última Hora / Ministerio Publico

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9 Kommentare zu “Verbot missachtet: Gewalt in Mennonitenkolonie?

  1. Was ist da nur los bei den Mennoniten? War das schon immer so oder kommt das einfach jetzt mehr an die Öffentlichkeit? Oder wurde die Presse insgesamt aufmerksamer?

    1. Scheint eine sehr konservative Stroemung der Mennoniten zu sein, wenn man diese Art von Kutschen auf dem Bild sieht. Fast will ich von einer Sekte reden, die ihre Fuehrer haben und wer nicht gehorcht, wird zusammen geschlagen.
      Das die Polizisten nur zuschauen (gegen Bares) macht einen nur sprachlos.

      1. Philipp dank für deinen Beitrag.
        Es ist nicht ganz so Manni und retto geschrieben haben.
        Die Mennoniten als harte nach der Bibel ausgerichte christliche Kirche haben ihre eignen Gesetze.
        Sie sind aus Canada,Russland usw.rausgezogen um nach der Bibel leben. Das auch Hart!
        Seit einigen Jahren versuchen canadische Mennoniten von Canada das etwas auf zu lockern.
        (Südlich von santa Cruz kannst Du mal ansehen das ist der Hammer!
        Bei Baptisten kommt das in bestimmten Richtungen auch vor! Fast das Gleiche!
        Die alte Bibel nach Luther gilt dort, sonst nichts! Kein Ehering,Schmuck, Bilder gar nichts!
        Die Häuser haben kein Strom, kein Telefon oder gar TV. Alles vergessen!
        Bolivien gibt es Kolonien da ist Radio hören,Musik ua. streng verboten wer erwischt wird Runderneuert von den Ältesten. Verbote usw.Die bestimmen die Richtung! Ehen werden oft Abgesprochen,sagen die Alten er heiratet die Frau oder der Mann den Partner nicht! Dann ist das Gesetz!
        In Paraguay weis ich sowie sich ein Junge eine Indegine/Paraguayerin greift zum Heiraten brent die Luft!
        Eine Welt für sich, Schulbildung nur das Nötigste,die Mädchen gegen mit der 6.Klasse und die Jungs 7.Klasse. Getrennter Unterricht! Bibel sonst nicht.
        ´Mit den Bildungsmisterium soll nach langen hin und her etwas geregelt wurden sein.
        Die Schläge wundern mich garnicht, er wollte nicht hören.Also gezüchtigt, Kirchenzucht.
        Für sie ist richtig, für uns Falsch. Die Polizei will sich da nicht ein mischen, die Regel alles unter sich!
        In Paraguay sind sie normal Ruhiger als in Bolivien! In Stern gab es mal einen Bericht über das ganze.
        http://www.stern.de/familie/leben/mennoniten-in-bolivien–das-fuerchterliche-idyll-3480082.html
        Die Abgebildeten Kutschen heißen glaubig Buggy bei dennen,Leicht,gut gefedert, schnell und gut Lenkbar.
        Die gehen Ab!

        1. genau. Das ist die Welt der Mennoniten in dieser Zone. Man sollte sie so leben lassen wie sie es seit jahrhunderten gewohnt sind und sich nicht einmischen. Vielleicht ist ja irgendwann mal Schluss, aber das sollte deren Entscheidung sein, nicht unsere.

        2. Danke für den Bericht aus dem Stern. Mir waren diese ultrakonservativen Mennoniten nicht bekannt, nur die Amish in den USA.
          In der ABC Color ist ja ein ganzer Haufen von Artikel über Nueva Durango. Tut mir Leid, aber wenn das „gottgegebenes“ Leben ist, dann schmor ich lieber in der Hölle.

  2. Habe den Artikel im Stern damals auch gelesen. In vielen Teilen Brasilien ist es übrigens ebenso. Habe dort Verwandte, die das auch berichten.
    Wir sollten einmal aufhören, die Mennoniten als kompaktes christliches Gebilde zu sehen. Wie schon mehrere Kommentare aussagen – es gibt zig Strömungen. Und ich würde keine der Strömungen als modern oder menschenwürdig bezeichnen. Selbst die modernen Mennoniten in Filadelfia, die moderne Autos fahren, PCs in den Schulen haben usw. sind stockkonservativ. Ein Junge darf ein Mädchen nicht berühren, bevor er sie geheiratet hat – natürlich nach Absprache der Eltern. Habe selbst oft gesehen, wie es dort zugeht – alles heimlich in der Dunkelheit, Alk, Drogen und Sex. Es ist wie sonst auch in Paraguay. Nur der schöne Schein sagt etwas anderes. Alles ist heuchlerisch – und deshalb verabscheue ich diese Heuchler.
    Klar, ich akzeptiere ihre Arbeitsleistung, und freue mich über die Produkte, die sie herstellen. Doch das tun sie ja nicht aus Menschenliebe sondern aus Profitgier.

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