Sichtlich nervös

Asunción: Sichtlich nervös ordnete Ex-Präsident Horacio Cartes heute beim Besuch der durch einen Band zerstörten ANR Zentrale an, dass man ihm das Mikrofon des Abc TV Teams aus dem Sichtfeld nehmen soll und sagte später, „dass keiner ihnen Aufmerksamkeit schenkt“.

Beim Besuch der ANR Zentrale, wo viele den Präsidenten des Landes erwartet hatten, tauchte plötzlich Horacio Cartes auf. Im Schlepptau die Polizei mit einem Wasserwerfer. Nach Solidaritätsbekundungen und dem Aufruf zum Wiederaufbau und ein paar Worten zu den Anwesenden, in Begleitung von Senator Silvio Ovelar, wurde er vom Reporter des Abc TV Teams gefragt: „Wie lange unterstützen sie noch die Regierung von Mario Abdo?“. Darauf hin ordnete er an, „dass das Mikrofon ihm aus dem Sichtfeld genommen wird“ und sagte später, „dass ihnen doch keiner Aufmerksamkeit schenkt“.

Der Groll gegenüber der auflagenstarken Tageszeitung Abc Color sitzt bei Cartes tief, ganz besonders, weil sie während seiner ganzen Amtszeit, aber auch schon davor, Cartes nicht helfend zur Seite stand, sondern ihn immer kritisierte. Nachdem Cartes in einem Wisch mehrere Medien kaufte, um das Ungleichgewicht gegen ihn aufzuwiegen, glaubt er wohl daran, dass alle La Nación lesen. Leider sind alle seine Verlagsmedien und Fernseh- sowie Radiosender keine gewinnbringenden Unternehmen, sondern kosten Monat für Monat Geld. Abgesehen davon, dass die Branche es sowieso schwer hat, weiß jeder, dass Cartes Medien nur Fraktionsmitglieder Interviewen und die Zeitungen und Werbezeiten voll mit Eigenwerbung der Cartes Gruppe sind.

Dazu kommt, dass Ñanduti, Trece, Unicanal (wie Video weiter unten) und weitere Fernsehsender, die nicht offiziell Cartes gehören, treu seinem Wunsch von Berichterstattung nachkommen und es strengstens unterlassen ihn zu kritisieren oder seine Entscheidungen zu hinterfragen. Doch auch hier hat Telefuturo und SNT weiter die größten Marktanteile, also nützt auch dieser kostenintensive Aufwand recht wenig.

Seltsamerweise fiel der Fall der fünf angeklagten Verdächtigen im Fall ANR Brand in die Hände von Richterin Cynthia Lovera, die schon Efraín Alegre ohne Grund, und wie durch eine Fernbedienung funktionierend, hinter Gitter brachte, obwohl jegliche Rechtsgrundlage fehlte.

Wochenblatt / Abc Color

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5 Kommentare zu “Sichtlich nervös

  1. Nun bringt sich Cartes mit seinen leicht angreifbaren Unternehmen direkt in die Schusslinie der Sorros Aktivisten? In diese missliche Lage haben ihn abdos amigos, angeführt vom ex Krankheitsminister gebracht.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles

    In Paraguay machen selbst neutrale Medien immer weniger sinn. Die meisten Medien sind ja reine Hofberichterstattung und Selbstbeweihraeucherung im Sinne der Koloniesblaetter der Mennoniten.
    UH gehoert dem Einzelhaneltsguru Vierci, ABC Color steht der Roten Partei nah und der Rest gehoert entweder Cartes oder sonstwelchen Politclans. Ganz klar gehoeren alle mennonitischen Medien dem Politclan der Mennoniten und berichten NUR einseitig ueber die boesen anderen und die Guten die man dann hoechstselbst darstellt.
    Was anderes gibts in Paraguay garnicht.
    Aus dem Grund haben ja die Kanadier mal jede mennonitische Eigenstaendigkeit in Kanada und den USA systematisch abgewuergt – mennonitische Kolonien gibts praktisch nur in failed states wie Mexiko, Bolivien und Paraguay.
    Mit der Zeit akkumulieren eben Unternehmen in den Verwaltungsstrukturen alle Arten von Korruption und Schindluder ganz von selbst und automatisch – desungeachtet ob sie nun einer religioesen Minderheit angehoeren oder nicht.
    Es ist nur eine Frage der Zeit ob genau dasselbe in Verwaltungsstrukturen von Privatunternehmen und Kooperativen abgeht als in Staatsbetrieben, Munizipien und auf Regierungsebene.
    Korruption in der Kommunalpolitik | DokThema | Dokumentation | BR – https://www.youtube.com/watch?v=LjA6x8R0xf8&t=772s
    In der Tat welchen sinn macht es z.B. im WB zu kommentieren bei diesen politisch korrekten aussortierten Artikeln die neuerdings gebracht werden?
    Zudem fuehlen sich offensichtlich Deutsche wie Mennoniten pudelwohl in diesem paraguayischen Korruptionssumpf und trachten nur noch danach mitzumischen.
    Ich schlage vor das WB wird zum reinen Einwandererblatt wo die Leute mit 300 Tage Sonnenschein und Lebenskosten von 100 Euro als Kleinkoenig im Monat “im Paragua” auf den Leim gebracht werden. Es interessiert die Leute eben nur wo es was nackich rumzuliegen, was zu fressen, zu saufen und sich toll zu exponieren gibt. Die meisten der Leser duerften nur Artikel der Gastronomie und des Urlaubszieles interessieren.
    Solche Leute soll man wie die Pest meiden, wie schon dieser Beziehungscoach weiss.
    10 Types Of Women To Avoid & Not Marry! – https://www.youtube.com/watch?v=aw8D2EUxGX0
    Dieses kann man auf alle Menschen anwenden und der moderne DACH’ler duerfte sich in wenigstens einer dieser Kategorien wiederfinden – mit dem nachfolgenden garantierten Scheiter als Nachhang.

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