Skandal wegen sexueller Belästigung erschüttert die Colonias Unidas

Hohenau: Alejandra beendete das Gymnasium und hatte vor an einer Fakultät zu studieren. Doch um dies möglich zu machen, bedarf es Geld. Ihre Familie hatte nicht das Geld, weswegen sie unter anderem ihren Lebenslauf zur Kooperative Colonias Unidas nach Hohenau brachte.

Beim Vorstellungsgespräch sagte ihr Vorstandsmitglied und Präsident der Bildungskommission, José Endler, laut Aussagen der Frau, dass er eine Sekretärin bräuchte, die ihm sexuelle Wünsche erfüllt. Alejandra rannte heulend davon. „Zwei Tage später rief man man an und sagte mir, dass ich eingestellt sei“, sagte sie.

Die junge Frau wollte den Job nicht mehr, nahm ihn wegen der finanziellen Notwendigkeit jedoch an und hoffte, dass sich solch eine Situation nicht mehr wiederholen werde. Doch über drei Jahre, die sie da arbeitete, wurde sie belästigt, angefasst und durch die Blume Sachen gesagt. Sie schaffte sich zu wehren, doch dann bekam sie Depressionen.

Ihr Vater ging zum Präsident der Kooperative, Agustín Konrad, und bat ihn, dass man sie versetze. Dieser sagte, dass er nichts machen könne. Das Arbeitsklima wurde besser, bis letzten Anfang März. Alejandra kündigte und zeigte die sexuellen Belästigungen an.

„Man nahm meine Anzeige bei der Polizei nicht auf, da die Kooperative viel Macht hat. Wir machten eine bei der Staatsanwaltschaft, Einheit für Gewaltverbrechen, die den Fall wieder nur nach Hohenau weiterleiteten“, so Alejandra.

Korrespondenten von überregionalen Zeitungen und lokale Pressevertreter hatten kein Interesse diese Story ans Licht zu bringen.

Ihr Anwalt Valentín Domínguez aus Asunción zweifelt am Tatendrang der Staatsanwaltschaft, da er hunderte Zeugen hat, die über das Arbeitsklima Auskunft geben können.

Währenddessen wurde in einem Kommuniqué der Kooperative Colonias Unidas bekanntgegeben, dass ein internes Protokoll zum Schutz vor sexueller Belästigung aktiviert wurde. „Wir werden mit der Verteidigung des Images der Kooperative unflexibel sein, ohne dass dies bedeutet, illegale Handlungen zu dulden“, heißt es in dem Schreiben. Herr Konrad gab zudem bekannt, dass Endler von seinem Posten enthoben wurde und der Klage als Privatperson entgegensieht.

Wochenblatt / Extra

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12 Kommentare zu “Skandal wegen sexueller Belästigung erschüttert die Colonias Unidas

  1. Das ist ein absoluter Skandal! Das viele in der Cooperativa arbeitende Damen dort sexuell belästigt wurden und werden, ist ja schon seit Jahren ein offenes Geheimnis. Jetzt kommt es ganz offiziell ans Tageslicht. Hier gilt es gründlich aufzuklären. Die Not anderer so schamlos auszunutzen ist eine Schande. Darüber sollte die Vorstandschaft der Cooperativa Colonias Unidas diesmal nachdenken. Viele dieser Herren sind selbst Vater bzw. Großvater. Was wäre denn, wenn die eigene Tochter oder Enkelin von ihrem Arbeitgeber sexuell belästigt würde? Sei gehofft, dass die Opfer genug Mut und Ausdauer aufbringen, den mächtigen Tätern einen Denkzettel zu verpassen.

    1. Leider nicht richtig! Wer hier nicht an die Öffentlichkeit geht, steht auf verlorenem Boden und steht am Ende noch als Beklagter da. Wie lange noch sollen die Frauen in Paraguay duldsam schweigen und dieses perverse, dümmliche und primitive Machoverhalten ertragen?

    1. Fast jedem aus Itapua ist bekannt was in der Cooperative C.U stattfindet. Es ist wahr, dass Frauen dort tagtäglich sexuell belästigt und auch sexuell erpresst werden. Arbeiter die sich für die Frauen einsetzen oder in das Geschehen eingreifen, werden des Raubes beschuldigt und fristlos entlassen. Viele Anzeigen wurden gemacht nur hatte diese Frau einen längeren Atem und es endlich kommt mal etwas davon an die Öffentlichkeit.

  2. Da braucht die Moderatorin im Video aber auch nicht so hysterisch zu brüllen – vielleicht auch ein Effekt der Corona-Panik. Die Leute haben ihre Nerven wohl nicht mehr im Griff.

    Aber dieser Fall ist wieder so typisch in Ländern wie Paraguay. Machtpersonen nutzen ihre Vorteile sofort aus – sexuelle Ausbeutung ist natürlich besonders widerlich. Aber auch junge Männer werden unter Druck gesetzt, wenn kriminelle Handlungen ausgeplaudert werden sollte. Da gibt es dann nicht nur ein Rausschmiss, sondern eine Anzeige wegen Diffamierung und solche Sachen.

    1. Die Geschichte hört sich fuer mich eher danach an, das der Frau geforderte Vorteile nicht gewährt wurden oder gar der Arbeitsplatz Verlust bevorstand. In der Folge startet sie dann die bekannte Leier von der sexuellen Belästigung?

      1. Es ist ja wohl allgemein bekannt, daß die sexuellen Belästigungen fast immer von Männern ausgehen. In Länder mit ausgeprägter Machokultur, wie in islamischen Ländern oder in Südamerika ganz besonders. Daher kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wenn @Heinz1965 sogleich auf die Idee kommt, daß diese Frau nur ein Story erfunden hätte – genau die Art von „Verteidigung“ primitiver Machos und aller Sexualtäter!

      2. Da sind Audioaufnahmen, wo der Typ was von Confianza faselt, dass sie ihren Freund verlassen hätte und das sie „Versprechungen“ nicht einhält und dazu Textnachrichten, und sie glauben, die Kleine erfindet das alles?

        Meiner Exfreundin hat man auch solche Angebote gemacht zwecks Arbeitsaufnahme. Das ist Gang und Gäbe in Paraguay.

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