Staatsanwältin wegen Festnahme in Bergthal angezeigt

Coronel Oviedo: Nachdem die Staatsanwaltschaft anscheinend einen ersten Schritt in Richtung Aufklärung des Bergthal Falles wagte, beginnt nun die Verteidigung sich für die juristische Schlacht vorzubereiten. Angeblich gab es eine voreilige Festnahme.

Lourdes Soto, zuständige Staatsanwältin im Fall der Kassenplünderung in Bergthal, ordnete die Verhaftung an mit der Begründung, dass die Mennoniten trotz mehrfacher Aufforderung nicht bei ihr erschienen sind. Die Akte der Staatsanwaltschaft soll am 26. Oktober eröffnet worden sein, wonach die Zeiträume für Benachrichtungen nicht gegeben waren.

Am Mittwochmittag, den 26. Oktober, wurde eine Anzeige gegen Edward Funk Klippenstein und andere wegen Herstellung von nicht authentischen Dokumenten bei Staatsanwalt Edgar Torales in J. Eulogio Estigarribia (ex Campo 9) eingereicht. Laut dem System Judisoft wurde die Anzeige um 12:42 Uhr registriert. Staaatsanwalt Torales gab den Fall weiter, da er mit dem Angezeigten und dem Anwalt, der die Anziege einreichte, sehr gut befreundet ist.

Normal wäre in dem Fall, dass der Kollege Troadio Galeano, ebenfalls aus Campo 9, den Fall übernimmt. Falls dieser ihn auch abgelehnt hätte, wäre die nächste Station Caaguazú. Allerdings kam der Fall direkt auf den Schreibtisch von Staatsanwältin Lourdes Soto aus Coronel Oviedo.

Am 28. Oktober ordnete sie die Festnahme von Edward Funk Klippenstein und sieben weiteren Personen an, zwei Tage nach dem Erhalt der Anzeige mit dem Argument, dass die Beschuldigten Termine bei ihr versäumt hätten. Am Nachmittag des 31. Oktobers wurden in der Kolonie Bergthal Menno Doerksen und Benny Klippenstein, Sekretär und Schatzmeister der Zivilgesellschaft Bergthal Komitee, verhaftet. In der Haftanordnung stand, dass sie zu zwei Terminen nicht erschienen wären.

Liz Lobo und Sofía Bartomeu, Verteidigerinnen der Verhafteten, zeigen sich überrascht, dass der Fall bis nach Coronel Oviedo kam. Sie haben weder die eine noch die andere Anordnung für das Erschienen ihrer Mandanten in der Departementshauptstadt von Caaguazú.

Laut Lobo war die Festnahme unrechtmäßig, “da die Rechte des mittlerweile Verhafteten nicht gewährleistet wurden. Ein weiterer Grund weswegen die Verhaftung unzulässig sein soll ist, dass das Komitee Bergthal ein Privatgrundstück mit vielen Eigentümern ist und somit ein schriftlicher Befehl eines Richters hätte beantragt werden müssen“.

Am gestrigen Nachmittag wurde Staatsanwältin Lourdes Soto von dem Anwalt angezeigt, der die Anzeige gegen Klippenstein und die anderen stellte. Auch wenn die Verteidigung dies nicht verstehen mag, sorgt man mit diesem Spielchen dafür, dass die Inhaftierten länger hinter Gittern bleiben – bis darüber entschieden wurde.

Normalerweise hätte es eine Anzeige von Seiten der Verteidigung geben müssen. Diese wussten jedoch genau, dass sich damit die Haftzeit ihrer Mandanten eventuell dramatisch verlängert.

Wochenblatt / Oviedopress

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