Tacumbú: 80% ohne Verurteilung

Der Direktor der berüchtigtsten Strafanstalt Paraguays, Tacumbú, schlägt Alarm. Die Einrichtung wurde für 1.687 Gefangene konzipiert, heute macht die Administration Klimmzüge um die Belegschaft nicht über 4.000 steigen zu lassen.

Lediglich 20% der Insassen sind verurteilt, der Rest wartet, teils seit Jahren, auf ein Prozessende oder einen Prozessbeginn. Auch die enorme Zahl von Anwälten, die jedes Jahr von den Universitäten auf den Markt gespült werden und die große Anzahl von Funktionären in der Justiz, die noch überbelegter erscheint als Tacumbú, hilft nicht, die Prozessdurchläufe zu beschleunigen, das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Um die Anzahl der Gefangenen nicht explodieren zu lassen, werden ständig, als weniger gefährlich eingestufte Gäste, auf die Strafanstalten des Inlands verteilt. Auf der anderen Seite kommen Risikopersonen nach Tacumbú, wie zum Beispiel erst kürzlich eine Gruppe von 8 Mitgliedern der terroristischen Vereinigung „Agrupación Campesina Armada“ (ACA), die aus Concepción überführt wurden, da dort kein Hochsicherheitsbereich besteht.

Alle Zugehörigen bewaffneter Organisationen werden in einem Spezialteil der Haftanstalt verwahrt, um so die gewöhnlichen Straftäter, oder besser gesagt, Beschuldigten, zu schützen.

Quelle: Última Hora