Tag der Arbeit in Paraguay

Asunción: Die vielen Grillpartys im Lande täuschen am heutigen Tag nicht darüber hinweg, dass es ein Ungleichgewicht bei Arbeitnehmern gibt. Das Ministerium für Justiz und Arbeit, erklärte durch ihre Vorsitzende Lorena Segovia heute, dass der Institution keine Mittel zur Verfügung stehen, um allen Arbeitnehmer das Einhalten vor Vorschriften am Arbeitsplatz zu kontrollieren.

„Das Ministerium für Justiz und Arbeit hat an Einfluss verloren und somit auch die soziale Sicherheit der Arbeitnehmer“, erklärte sie bei einem Radiointerview. Segovia meinte weiter, dass ihre Einheit nicht alle Arbeitsplätze und deren Würdigkeit überprüfen kann. Aus ihrer Sicht sind insgesamt rund 80% der Arbeitnehmer ohne staatlichen Schutz.

„Wenn das Ministerium nicht als wichtig angesehen wird, bekommt es nicht genug Haushaltsmittel und damit kann es nicht versprechen, dass alle Arbeitnehmer würdig ihrer Arbeit nachgehen können“, versicherte sie.

Während im Großstadtbereich nicht unbedingt zu Problemen kommt, kann man Gesetzesbrüche umso leichter auf dem Land finden. Insgesamt sind nur 20 Prüfer im Land beauftragt, Arbeitsverhältnisse unter die Lupe zu nehmen, was natürlich zu wenig ist.

Das Ministerium wurde 1948 gegründet und bedarf einer Renovierung. Segovia meinte weiter, dass es keinen Minister derzeit geben dürfte, der die Notwendigkeiten ausreichend Beachtung schenken kann.

Neben der Gründung einer neuen Institution, die sich ausschließlich um die Rechte der Arbeitnehmer kümmert, braucht es auch einen angemessenen Haushalt sowie Personal. Deswegen bat Segovia um die Hilfe, damit eine neue Institution für die Arbeiter des Landes gegründet werden kann.

(Wochenblatt / Abc)

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13 Kommentare zu “Tag der Arbeit in Paraguay

  1. liebe kommentar schreiber,

    zu dem thema Grechtigkeit am arbeitsplatz hätte ich gern mal was von IHNEN gehört. wenn 80% der beschäftigten keinen staatlichen schutz haben erscheint mir das sehr bedenklich. bitte äusert sie sich dazu

    DANKE

    1. @xamazonax – Genau betrachtet fängt doch Ungerechtigkeit mit Duldung an. Solange nicht dagegen aufbegehrt wird, wird sich wenig ändern. Hier sind auch Außenstehende gefordert ihre Stimme zu erheben. Nicht nur Wegschauen und sagen das Problem geht mich nichts an!

      Die Wahrheit will ans Licht. Bringen auch Sie, Sie alle, Licht in das Dunkle. Zeigen Sie Courage, erheben Sie Ihre Stimme und die Dinge ändern sich. Auf jeden Fall wird es nicht mehr so einfach für die die nur Boshaftigkeit in ihren Herzen tragen.

      Stimmen Sie mir dazu?

      Angst und sich daraus erwachsene Gedanken sind wie ein Käfig, aus den man sich aber befreien kann. Erst wenn Sie alle Eventualitäten die auf Sie einströmen können bereits in Gedanken die Stirn bieten, sind Sie wirklich frei. Ansonsten sind Sie nur Gefangener ihrer eigenen Gedanken und der Boshafigkeit der Anderen ausgeliefert.

      1. Hallo Tom, Dich haben die Zeugen Jehovas, bzw. die Jesuiten voll im Griff. Solltest alles spenden was Du besitzt und zu Ihnen ziehen.

  2. Also wen ich ein Latinoarbeiter habe,und dem was nicht passt,dan rennt der bis zum nächsten Abogado und denunziert mich und ich hab ganz sicher ein SCHULDSPRUCH.
    So schafft man Arbeitsplätze.Dan mach ich lieber alles selber.

    1. Hallo ad62, ich bin mittlerweile fast jeden Monat beim Friedensrichter, gehört langsam zur Familie. Die ersten 10 mal bin ich auch mit nem Anwalt aufgetreten. Hat ein Schweine Geld gekostet. Seit den letzten 5 mal, war ich ohne Anwalt dort. Ich habe sogar jedesmal recht bekommen. Aber das nützt auch recht wenig, wenn die Leute nicht zahlen wollen oder! manchmal nicht können. Mit denen die nicht können, kann man sich meistens einigen. Bei den anderen hat man keine Chance an das Geld zu kommen. Nicht einmal mit Polizeischutz

  3. @ad62 genau so sieht es aus.

    Wieviele Rechte brauchen die Arbeitnehmer hier denn noch ? Sie haben doch sowieso nur Rechte, die kennen sie auch sehr, sehr gut. Von ihren Pflichten wollen sie allerdings nichts wissen.
    Erwischt man sie beim Stehlen, muß man ihnen dennoch den Aguinaldo bezahlen, nur um sie loszuwerden, oft reicht noch nicht einmal das, man bekommt noch eine Strafe aufgebrummt, weil man die „Armen“ so schlecht behandelt hat.
    Schaut euch doch die Paraguayer an !
    Nur wer gar nicht anders kann, stellt jemanden ein, kann die Arbeit einfach nicht alleine bewältigt werden, schauen sie, daß sie sie mit Familienmitgliedern machen können.
    Solange hier nur die Arbeitnehmer Rechte haben und die Arbeitgeber immer die Deppen sind, wird sich an der hohen Arbeitslosigkeit nie etwas ändern.

    Und nun kommt mir nicht wieder mit der alten Schallplatte, man müsse seine Leute nur gut bezahlen und gut behandeln, dann….
    NEIN, eben nicht !
    Es spielt alles überhaupt keine Rolle, einen „Reichen“ zu belügen , betrügen und bestehlen ist einfach ein MUSS.
    Und dabei spielt auch die Nationalität des Arbeitgebers keine Rolle.

    Selbstverständlich schere ich nicht alle über einen Kamm, es gibt auch sehr viele die fleissig, ehrlich und korrekt sind, aber die sind leider sehr in der Minderzahl.

    Die Pys wundern sich, daß sich in Py keine großen Firmen ansiedeln wollen.
    Na, die schicken vorher ihre Anwälte her und lassen prüfen, wie es mit dem Recht aussieht.
    Und so, wie es jetzt aussieht, winken die dann ab : kein Interesse.

    Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern UND Arbeitgebern müssen ausgeglichen sein.

    Nur dann wird sich das Land weiterentwickeln.

    1. Das klingt alles sehr hart – leider aber ist das oftmals auch aus meiner Sicht so.
      Aber verallgemeinern kann man es so trotzdem nicht. Es gibt viele einfache Arbeiter, z.B. „Maurer“ mit ihren Adjuntantes, die ohne staatlichen Schutz ihren Job machen, nicht krankenversichert sind oder sonstwas. Gerade in ländlichen Gegenden werden diese einfachen Arbeiter den Teufel tun und zum Abogado rennen. Dann ist ihr Ruf hinüber und niemand beschäftigt sie mehr – oder sie bekommen nur die „allerletzten“ Billigarbeiten.
      Ich denke, dies meint die Frau Segovia auch mit ihren Ausführungen.

  4. Die hier geschilderten Leserkommentare kommen nie auf einen Mentalitaets- und Kulturunterschied zwischen den auslaendischen Einwanderen/Arbeitsgeber und Einheimischen/Arbeitsnehmern zu sprechen. Schlechte Erfahrungen mit Arbeitnehmern ist fast immer Schuld der Arbeitgeber selbst, die oft weder die Sprache, Gebraeuche,Sitten im Lande kennen noch Urteilsvermoegen walten lassen. Wie ueberall im Leben das Sprichwort sagt. : „Wie man in den Wald hinein ruft so schallt es zurueck.“

    1. Ramon, welche weiteren persönlichen Erfahrungen mit Arbeitnehmern haben Sie, wenn man mal vom Gärtner und der Putzhilfe absieht?
      Wie gut ist Ihr Spanisch und sind Ihre Kontakte zu mittelständischen und größeren einheimischen Arbeitgebern, daß Sie so gut Vergleiche ziehen können und schlußfolgern können, daß praktisch nur ausländische Arbeitgeber Probleme mit ihren Angestellen haben, und sie eigentlich selbst daran schuld sind, da sie sich nicht ausreichend in das Land und die Mentalität einfügen???

      Wenn Sie sich nur mal ein kleines bischen umhören würden, würden auch Sie diese Sachen von EINHEIMISCHEN zu hören bekommen:
      – der größte Supermarkt vor Ort (ca. 60 Angestellt): bei Einstellung wird ein Vertrag unterschrieben der gesetzeskonform (Zeit/Lohn/Urlaub) ist + Zusatz, daß der Angestellte im Fall einer Kündigung keinerlei Repressalien, auch nicht vor Gericht, geltend machen kann. In Wahrheit fallen aber weit mehr als 70 h/W an und weniger Urlaubstage (regulär = 14T/J). Die Lohnquittungen müssen VORAB blanko unterschrieben werden, der wahre Lohn beträgt bei ca. 77h/W unter 1mill. Gs!
      Kein Einverständnis mit diesen Konditionen => kein Vertrag!

      – der fast teuerste Schreiner vor Ort läßt seine Angestellen -die kaum lesen und schreiben können- als Lohnquittungen Pagares = Schuldscheine unterschreiben (Lohn erst nach der Unterschirft), so hat er mit jeder Unterschrift den Beweis, daß der Arbeitnehmer ihm eigentlich Geld schuldet!
      Kein Einverständnis mit diesen Konditionen => keine Arbeit!

      – In vielen Hamburgeserien und Pizzerien arbeiten die Angestellten 7 von 7 Tage die Woche, ohne freien Tag, ohne Urlaub, ohne jeglichen IPS- und sonstigen Ansprüchen, Feierabend wenn der letzte Gast gegangen ist, Lohn: ca. 850.000,- Gs/Monat!
      Kein Einverständnis mit diesen Konditionen => keine Arbeit!

      – Näherinnen/Stickerinnen arbeiten für 500.000,- Gs/Monat, 6-Tage-Woche, je 9h/Tag, keine weiteren Vergünstigungen, keine Versicherungen, nichts!
      Kein Einverständnis mit diesen Konditionen => keine Arbeit!

      Diese Liste könnte man endlos erweitern.

      Insofern haben Sie Recht (Ironie): der Ausländer ist viel zu blöd, er handelt sich den Ärger selbst ein, denn die meisten auslädischen Arbeitgeber, die ich kenne, zahlen Ihren Angestellen einen höheren Lohn als Einheimische und bieten ihnen bessere Konditionen, sichern sich (aus Mangel an Erfahrung) leider auch nicht so gründlich und schon gar nicht mit so linken Maschen gegen Rechtsstreitigkeiten ab => schon ist der Ärger vorprogrammiert!

      Gutwill wird in den meisten (nicht alle, Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel!) Fällen gnadenlos ausgenutzt und das Arbeitsrecht bildet die beste Grundlage dazu: der letzte Satz im Arbeitsrecht besagt: „Im Zweifel FÜR den Arbeitnehmer“ – lesen Sie es einfach mal nach!

      Im übrigen kann ich in vielen Aussagen Teju Jaguá nur zustimmen.

      Und PS: wenn mehr kontrolliert würde und alle Arbeitgeber ihre Angestellten nach Gesetz bezahlen würden und alle Lohnkosten ordnungsgemäß abführen würden, würde das automatisch zu einer enormen Erhöhung der Preise führen => der Angestellte hätte dann zwar mehr Lohn in der Tasche, aber maximal die gleiche Kaufkraft wie jetzt.
      Es hätte nur einen Vorteil: die meisten Arbeitgeber würden für kurze Zeit nicht mehr ausserhalb des Gesetzes agieren….bis der Mindestlohn wieder angehoben würde.

      1. Thomas,selbstverstaendlich kann ich nur aus eigener Erfahrung nach ueber 50 Jahren hier in Paraguay und meinen eigenen Unternehmen sprechen. Ich kam immer gut mit allen Angestellten und Arbeitern aus und sie wurden immer anstaendig behandelt. Selbst der einfachste Mensch versteht dies dankbar. Ein Hausmaedchen war 23 Jahre bei uns, hat nun ein eigenes Haeuschen und alle unsere aussortierten Moebel. Der laengste Mitarbeiter war 35 Jahre bei mir und ging als reicher Estanciero in den Ruhestand. Viele sind laenger als 10 Jahre im Betrieb gewesen und setzten sich voll fuer die Interessen der Firma ein. Wenn sie nicht zufrieden waeren hatten sie schon laengst gekuendigt oder waeren entlassen worden. Selbstverstaendlich mit voller Abfindung auch wenn nicht immer gerechtfertigt, aber man trennte sich in Freundschaft.

        Arbeitgeber die sich so verhalten wie von ihnen beschrieben muessen sich dann nicht beklagen wenn sie betrogen, angezeigt, mit Prozessen zu kaempfen haben oder vielleicht sogar umgebracht werden.

  5. Ich kannte ein Färber(stundenlohn)in einer Möbelfabrik,der musste abends bis 9 uhr ungefähr jeden Tag arbeiten um sein Mindestlohn zu bekommen.
    Trozdem kan ich den Möbelfabrikant verstehen weil: eine minute das Sandpapier hin und in der nächsten zurück.So kommt man nicht weiter und die situation ist volgende,der Arbeiter arbeitet nicht weil er nicht gut bezahlt bekommt und der Arbeitgeber bezahlt nicht,weil nicht gute Arbeit.
    Also eine Kettenreaktsion.
    Meine art würde sein sehr zu arbeiten trotz nicht guter bezahlung bis der Arbeitgeber eine positive abhängigkeit merkt und gewillt ist gut und immer besser zu bezahlen.
    sowas nennt man Ehrgeitz glaub ich.

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