Teurer Peso sorgt für Umkehr im Grenzverkehr

Noch vor wenigen Monaten standen die Einwohner Paraguays Schlange an argentinischen Grenzübergängen, um günstig im Nachbarland einzukaufen. Der stetige Verfall des argentinischen Peso und eine weit geringere Konzentration im Einzelhandel im Vergleich mit Paraguay sorgten für günstige Preise aus Sicht der Guaraní.

Nach dem Regierungswechsel in Buenos Aires hat sich das Blatt gewendet. Im letzten Quartal stiegen die Benzinpreise um 30% in Argentinien. In Clorinda, der Nachbarstadt von Asunción, bleiben die Scharen von Schnäppchenjägern inzwischen aus, mehr und mehr Geschäfte stehen zum Verkauf.

„Früher sind wir einmal im Monat zum Großeinkauf nach Clorinda gefahren, inzwischen nur noch unregelmäßig, um Dinge zu kaufen, die es in Paraguay nicht gibt“, sagt Viola R. aus Nueva Columbia, eine deutsche Auswandererin.

In Puerto Iguazú leidet die verwöhnte Tourismusindustrie. Wer die Wasserfälle sehen will mietet sich inzwischen lieber in der brasilianische Nachbarstadt Foz de Iguazú ein, hier ist es günstiger. Im vergangenen Jahr kamen zudem Brasilianer und auch Paraguayer nach Puerto Iguazú zum Restaurantbesuch, zum Einkauf und zum Tanken, heute bildet sich die Schlange an der Grenze in die entgegengesetzte Richtung.

Die Handelskammer von Bernardo de Irigoyen, der östlich gelegensten Stadt Argentiniens an der Grenze zum brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, meldete jüngst einen Rückgang der Verkäufe an Grenzgänger um 90% sowie einen verminderten Absatz an die lokale Bevölkerung.

Quellen: Misiones Online, Wikipedia