UNA: Fisch macht schlau

Vor einiger Zeit kam Maria del Carmen Martinez Mendez in die Schlagzeilen der Presse. Sie wurde von Studenten dabei ertappt, als sie zusammen mit 2 anderen weiblichen Angestellten in der Nacht aus dem Rektorat Dokumente entwenden wollte, wahrscheinlich um diese Dokumente später vernichten zu können.

Als sie von der Polizei verhaftet wurde, verschluckte sie einige Papiere. Andere steckte sie in ihre Unterwäsche. Deswegen wurde sie von der Presse „die Papierfresserin“ (Comepapeles) genannt. Vor ein paar Tagen tauchte ihr Name wieder in der Presse auf.

Sie betreibt in der Stadt Eusebio Ayala einen Fischzuchtbetrieb. Ihre beiden Beschäftigten werden aber auf der Lohnliste der Tiermedizin, Fachrichtung als Angestellte geführt, mit einem monatlichen Einkommen von 4.500.000 Gs. Ausbezahlt bekamen sie jedoch nur 1.600.000 Gs., den Rest steckte offensichtlich die Chefin ein.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wurde zudem die Fischzucht auf dem Gelände der ehemaligen Personalchefin mit Geldern der Nationalen Universität aufgebaut. Ein richtig runde Sache wurde daraus als die Fische anschließend wieder an die UNA verkauft wurden, zum Ausliefern fuhren die Angestellten nach San Lorenzo und unterschrieben bei der Gelegenheit auch gleich jeweils eine Reihe von Anwesenheitslisten.

So etwas ist aber in Paraguay nichts Neues. Der Abgeordnete Ibañez hatte seine 3 Angestellten auf seiner „Granja“ auf der Lohnliste des Parlaments stehen. Dort wurde ihr Gehalt mit je 2.500.000 Gs. geführt. Ausbezahlt wurde ihnen von der Frau des Abgeordneten nur jeweils 1.200.000 Gs. Der Rest wurde einbehalten. Deswegen ist der Abgeordnete wegen Betrugs angeklagt, aber durch Schikanen haben seine Rechtsanwälte bis heute den Prozessbeginn verzögert.

Quelle: Última Hora
Von: Der Bayer, Stefan Undorf