Unterschriften aus dem Jenseits

Asunción: Jacinto Herrera Pistorio wurde 1921 in Asunción geboren. Wie auch viele andere, war er ein Kind von Immigranten, seine Eltern aus Sizilien und Argentinien. Er nahm Kunstunterricht und schaffte es mit jungen Jahren auf diverse Theaterbühnen, hierzulande wie auch in Argentinien. Er war Regisseur, spielte selber in 24 Filmen mit. Mit 47 Jahren erkrankte er schwer und es war vorbei mit dem Leben im Ausland, er kehrte nach Asunción zurück und wohnte da, bis er am 10. Juli 1969 starb.

Das Haus in welchem er lebte, in der Straße Alejo García Nº 1344 im Stadtteil Sajonia, wurde nach seinem Ableben von seiner Schwester Carlota bewohnt, bis auch sie am 2. April 2000 starb. Da beide keine Kinder besaßen und somit niemand erben konnte, kam das Haus in die Hände von Betrügern und Korrupten.

Das ziemlich verfallene Haus in der Nähe des Stadions „Defensores del Chaco“ hatte nun keinen rechtmäßigen Eigentümer mehr. Da in Paraguay die Kontrollen nicht so scharf sind, bemerkte keiner von Seiten des Staates den Zugewinn von Grundstück und Haus.

In den letzten Monaten versuchten allerdings die Familienangehörigen Francisco und Ángel María Parisi an das Grundstück zu gelangen. Die Söhne des Cousins von Jacintos und Carlotas Vater waren die, die einen Schwindel wie er nicht größer sein könnte, aufdeckten.

Sie wollten wissen wie die derzeitige Situation der Immobilie ist, welches als Lager genutzt wird.

Die Geschichte nahm allerdings unerwartete Wege. Überraschend tauchte ein Schriftstück auf, mit welchem Carlota das Haus am 12. Oktober 2009 an Francisco Melgarejo verkauft hat, neun Jahre nach ihrem Tod. Die Transferierung wurde vor den Augen der Notarin Carmen Figueredo de Soto, mit Registernummer 1092 unterzeichnet, besagt das nicht ganz legale Dokument.

Nach Einsicht der Sterbeurkunde der Frau, wurde dieses Dokument für die Notarin zur Falle. Das Schriftstück sagte weiter aus, dass Carlota das Haus für 100 Millionen Guaranies an Francisco Melgarejo veräußert hätte. Dieser verkaufte es erneut an Nimia Azucena Mendieta für 120 Millionen Guaranies.

Die Betreiber des Lagers bei besagter Adresse hatten keine Lust mit den Leuten von der Presse zu sprechen.

Die Verwandten hatten leider keine Möglichkeit das Grundstück vererbt zu bekommen da das paraguayische Recht nicht bis zum 5. Grad Familienzugehörigkeit anerkennt, wie es in dem Fall ist. Kinder, Enkel, sogar Urenkel haben Recht auf Erbe aber eben nicht die Großcousins.

„Wenn die Blutbeziehung von uns nicht ausreichend ist, wären wir dafür, dass sich dieser Ort in ein Kulturerbe der Stadt verwandelt. Der Staat kann dann kulturelle Aktivitäten darin abhalten“, sagte Francisco Parisi.

(Wochenblatt / Última Hora)

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