Verteidigung auf Britisch

Asunción: Eigentlich als unkaputtbar kategorisiert schafften paraguayische Soldaten in nur sechs Jahren 58 Land Rover Defender kleinzukriegen. Mehr als 4 Millionen wurden damals investiert.

In einigen Ländern sicherlich als normal bezeichnet wurden diese Fahrzeuge in der Ära Lugo als sinnvolle Alternative bezeichnet, die dem Militär besonders im Chaco einen Vorteil verschaffen. Jetzt stehen ausnahmslos alle auf Stelzen und warten bis sie verschrottet werden. 16 Modelle mit Doppelkabine und 42 mit einfacher Kabine sind hinüber.

Auch wenn es nicht um Waffenlieferungen nach Paraguay ging, bedurfte der Kauf damals die Billigung des britischen Unterhauses. Als die Fahrzeuge dann zum Einsatz kam hob General Hector Grau hervor, dass man auch Ersatzteile für 5 Jahre dazugekauft hätte, was ein weiterer Vorteil ist. Die fünf Jahre sind um und schon zu Beginn, so militärische Fahrer, machten die Einspritzpumpen und andere Bauteile Probleme, speziell im Chaco, wo man deren Einsatzfähigkeit hervorhob. Ein Friedhof der Defender ist nun in der Kaserne Comando del Ejército, in Campo Grande (Ex Caballería) zu bestaunen.

Wochenblatt / Abc Color

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Europakongress

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13 Kommentare zu “Verteidigung auf Britisch

  1. Dasselbe mit den 6 Helikopter R44: alle nicht mehr flugfähig.
    Unfähig, korrupt, aber sympathisch ist dieses Land.
    Erinnert mich im übrigen an Deutschland: Airbus AM400 Transportflugzeug, Helikopter NH90, Gewehr G24, usw.
    Von zivilen Projekten wie dem Flughafen BER ganz zu schweigen. Wenigstens ist die Elb-Philharmonie fertig geworden. Und dazu noch ohne Klau und Korruption. In diesen Disziplinen schlägt PY jedes Land um Längen.

  2. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Ganz einfach. Beschau dir die Karren der lateiner im Chaco an. Trinca trinca (zu gut deutsch: Zusammendreh-Zusammendreh). Ans Steuer setzten – und ab geht die Post. Ohne Wasser (Kuehlerfluessigkeit) nachzusehen, ohne Oelstand nachzusehen und getankt wird ab und an wegen weiterverkaufs der Staasbrennstoffs. Daher faehrt man bis “alle-alle” (bis das Fahrzeug stehen bleibt weil der Tank leer ist), die Einspritzpumpe laeuft “trocken” und bald ist sie kaputt wenn diese sonst nicht sehr robust gebaut ist. Wenn der Tank leer ist so startet der paraguayer dann solange bei trockener Einspritzpumpe bis die Batterie leer ist und so ist die Einspritzpumpe bald kaputt wenn die bei jedem Tank einmal “trocken” laeuft. Oder Kuehlerschraube vergessen raufzutun nach dem Besauffnis des vorigen Tages welches dann ersetzt wird durch eine “gaseosa” Schraube (Coca Cola Flaschenschraube oder Pestiziddosen Schraube aus Plastik). Oder Bauteile werden ausgebaut und in andere Fahrzeuge verbaut.
    Reifen werden sowieso abmontiert und an privat Fahrzeuge angebaut (schau man mal ob in der Gegend ein paar Toyotas oder Nissans mit Landrover Felgen fahren).
    Fuer den “Normalo” sollte der Defender sehr robust sein.
    https://www.youtube.com/watch?v=gRCNX3Q3Aco

  3. So wie man mit den Fahrzeug umgeht solange oder so kurz ist es Funktionsfähig.
    Ohne angemessen ausgebildete Militärkraftfahrer sieht das so aus.Ohne Pflege und Wartung sieht das so aus.
    Ersatzteile für 5.Jahre,General Hector Grau wie haben sie das Geplant haben, bei den wilden Hamstern,die nur Bremse und Gas kennen. Sie machen doch alles klein. Und nebenbei noch einiges Verschwinden lassen!
    Kauft das Geländewagen in Russland,Preiswert,Wartungsarm,Reparatur freundlich, ohne viel Elektronik.
    Zur Not lassen sie sich auch noch mit einen alten Hammer und Sichel, In-Stand setzen!

  4. Das liegt nicht am Defender, denn der ist normal echt stabil, es liegt an den völlig unausgebildeten und daher unfähigen Automechanikern hier, zudem an wenig Willen, auf die Fahrzeuge aufzupassen… Indianer halt?

  5. Wenigstens haben alle involvierten Militärfahren zwischenzeitlich etwas Praxis im Autofahren erwerben können.
    Und wie mit allen Fahrzeugen hierzulande:
    Sind sie neu oder recién importiert, sind sie noch flugtauglich. Mit jedem Flug zu einem Mecánico – Albañil – Pintor – Electricista – Plomero (alles in einer Person) nimmt der Zerfall unweigerlich seinen Lauf. Das ist etwas vergleichbar wie als ich damals zum Petit-Grosi aus dem Flugzeug gestiegen bin. Nach ein paar Flügen über Mondlandschaften zu einem Mecánico – Albañil – Pintor – Electricista – Plomero kannst dein Fahrzeug spätestens nach dem fünften wegschmeißen.
    Wollte ja mal die Gelenkwellen der Vorderachse bei einem Mecánico – Albañil – Pintor – Electricista – Plomero machen lassen. Na, gehst in Laden, kauft neue und baust sie ein. Aber ne, der Tüp hat das wirklich auseinander geschraubt, ein wenig eingefettet und wieder zusammen gesetzt. Hat dann auch 14 Tage gehalten (musste ihm die Kinderarbeit aber schon vorher bezahlen).
    Und über die restlichen Kinderarbeiten, ausgeführt vom Mecánico – Albañil – Pintor – Electricista – Plomero zu berichten, erspare ich uns, würde wohl die Datenbank des Forums sprengen.
    Jedenfalls kann ich getrost behaupten, je weniger so ein Tschal-tschuk dein Auto anfasst, desto länger muss dir kein anderes kaufen. Und das weiss auch jeder Paragauyer, darum bringen sie ihr Fahrzeug auch nie in die Werkstatt. Schlau, nicht?

    1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

      Selbige Erfahrung mit meinem Vehikel. Bringst ihm zum lateiner Vertreter, so verliert er Schmier nach ein paar Monaten (weil eben eine Dichtung nicht verbaut wurde. “Tschau, Tschau bis zum naechstenmal…”).
      Grosser Irrtum Latino mecanico de mierda.
      Ab dann bring ich dem zum lokalen Mennoniten. Problem geloest – fuer ein paar Jahre oder Jahrzehnte.
      Nie wieder fasst mir ein Schwarzer mein Vehikel an

  6. Öffentliches ist zur freien privaten Verfügung und Pflege sowie Wartung ohne Personal nicht möglich. Die paraguayischen Verhältnisse sind an sich bekannt weshalb die Frage gestellt werden muss, warum hier überhaupt solch Gerät angeschafft wird und nicht wie hier schon genannt russisches oder am besten gar keines.
    Da kommt für mich die Souveränität Paraguays ins Gespräch. Quasi alle nennenswerten Rüstungsfirmen sind amerikanisch oder britisch und ich nehme an, dass nach den Gesetzen der freien Wirtschaft hier schon Druck ausgeübt wird sodass dann ein freiwilliges Zwangsgeschäft folgt. Weiter analysiert gibt es ja noch die Gesetze des ewigen Wachstums, weshalb Paraguay also dessen Steuerzahler, die sowieso nicht gefragt werden ein guter Kunde ist. Ich vermute, dass schon die nächsten 50 oder 100 geliefert werden?

    1. Bevor man diesen Wladsef Putlin mit seinen vergeblichen Großmachtbestrebungen noch Geld in den Rachen schmeißt, sollten dann lieber Bemühungen in den Aufbau einer Kavallerie einfließen

      1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

        Siehe hier die Kavallerieattacke gegen 5 bis 7 Tatschankas der anarchisten Nestor Machnows.
        https://www.youtube.com/watch?v=uiv3VT13AcQ
        Dies ist zwar ein glorifizierender Propagandafilm der Anarchisten aber es veranschaulicht gut Kavallerie versus Maxim schweres Maschinengewehr montiert auf einem cachape (Buggy) pferdegezogener Kampfwagen. https://de.wikipedia.org/wiki/Tatschanka
        Wenn Nestor Machno die Tatschanka erfunden hat dann waren es mennonitische Kutschen auf die das Maxim oder Schwarzlose schwere Maschinengewehr aufgebaut wurde. Glueckwunsch! Mennoniten, ihr seid Teil an dieser militaerischen Erfindung (obzwar durchaus unfreiwillig).
        Es waere in der Tat eine Alternative diese Tatschankas wieder einzufuehren. Nur leider wuerden dann die Pferde verdursten gelassen, erschossen werden oder eben man vergass Wasser in die Kuehlung des Maschinengwehrs zu giessen.
        Aber Tatschankas und Pferde eignen sich hervorragend fuer weite leere Steppen und duenne militaerische Dichte (wenig feindliche Soldaten). Fuer dichte Bewaldung ist das nichts, also eventuell nichts fuer Paraguay es sei denn man rodet allen Wald ab (was ja ein vorrangiges Bestreben ist).
        Trotzdem eine billigere Alternative.

        1. @Johan Moritz van Nassau-Siegen
          Die lieben angeführten Maxins wurden auf den Wagen normal in der Flanke eingesetzt.
          Nicht nur die angeführten Mennoniten sind in der Revolution interessant, die Russlanddeutschen hatten sogar eine eigene Abteilung in der Roten Armee.
          Berittene Infanterie ist nach wie vor ein gefährlicher Gegner.
          Richtig im Truppenverband,eingesetzt ist sie ein Terroristenschreck.
          Frag mal Herren Mugabe in Rhodesien/Simbabwe,ob er die leichte Infanterie noch kennt
          Seine Leute/ Er hat sie noch gut kennen gelernt. (Rhodesian Light Infanterie)

    2. Das ist ja das einen aufregt.Egal welches Fahrzeug man von den Russen kauft alle sind Simpel.Den Niva,UAZ zum Beispiel baut jeder normale Kraftfahrer/Hilfsschlosser aus einander/zusammen mit Wald und Wiesenwerkzeug.Ärgerlich ist nur man bekommt sie nur als Benziner/lpg.Der verbrauch ist so gut der gleiche,der Russe ist nur 10.Km langsamer.Ob die Fahrer im Gelände die 137Km ausfahren möchte ich sehen.Der Defender kostet rund 40000, dafür bekommt man 2.von denen.
      Selbst die großen LKW wie URAL sind recht Wartungsfreundlich,mit minimalen Werkzeug wechselt jeder Kraftfahrfahrer dir die Kupplung zu zweit.

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