Viehzüchter im Chaco resigniert vor der Bürokratie

Filadelfia: Ein Viehzüchter im Chaco möchte einen 17-Jährigen auf seiner Estancia beschäftigen. Jedoch macht ihm die Bürokratie einen Strich durch die Rechnung.

Laut der Behörde Codeni, zum Schutz der Rechte Minderjähriger, bekäme der Viehzuchtbetrieb nicht die Genehmigung dafür, den Minderjährigen legal zu beschäftigen. Die Arbeit mit großen Tieren ist als gefährlich für Jugendliche eingestuft worden.

Von Seiten der Verantwortlichen auf der Estancia wurde darauf hingewiesen, dass der 17-Jährige seit drei Jahren keine Schule besucht habe. Nach seiner Anstellung müsse er nur sechs Stunden täglich arbeiten, bekäme ein festes Einkommen und werde in der Sozialversicherungsanstalt IPS angemeldet, sodass er in die Kranken- und Rentenversicherung aufgenommen sei. Zudem ist der Bruder des Minderjährigen schon auf der Estancia beschäftigt und sei bereit, als Tutor zu dienen.

Yenni Franco, die Verantwortliche von Codeni, wurde zu dem Fall konsultiert. Sie erklärte, dass der Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr in die Schule gehen müsse. Sie wollte das Thema nicht weiter vertiefen, deshalb nahm Natalia Sosa aus der Behörde für Kinder und deren Entwicklung (MTESS) weiter Stellung zu dem Fall. Sie erklärte, dass Paraguay ein Übereinkommen über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit, 4951/2015, mit internationalen Arbeitsorganisationen unterzeichnet habe. In dem unterzeichneten Gesetz Nr. 1657/2001 ist die Arbeit auf dem Gebiet eines Viehzuchtbetriebes als gefährlich für Minderjährige eingestuft.

Sosa betonte, dass man von einem internationalen Abkommen, das in Form eines Gesetzes umgesetzt worden sei, keine Ausnahmen machen könne. Diejenigen, die bereits diesen jungen Menschen eingestellt haben, unterliegen einer Strafe.

Das Dekret 4.951 listet 26 gefährliche Tätigkeiten in dem Sektor der Kinderarbeit auf, einschließlich “Arbeit, die mit größeren Tieren zu tun hat“ (Artikel 18).

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Viehzüchter im Chaco resigniert vor der Bürokratie

  1. Thanamjeyasingam Pararasasegaran

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    Das Dekret gefährliche Tätigkeiten in dem Sektor der Kinderarbeit auf, einschließlich “Arbeit, die mit älteren Tieren zu tun hat“. Na, dann kann er arbeiten. Keines der Tiere ist schon 17.

  2. Ah ja, das aber viele Kinder an gefährlichen Kreuzungen in Asuncion betteln oder Kaugummi verkaufen ist hingegen total sicher und vertretbar?

    Vorschlag an den Estanciero: Den Jungen einfach ohne IPS beschäftigen. Im Chaco (!) kontrolliert sowieso keiner. Frage mich, wieso der gleich bei der IPS einen Minderjährigen eintragen lassen wollte. Der 18.Geburtstag wird schon kommen – es sei denn eines von den „älteren Tieren“ (Üubersetzungsfehler?) bringt den Jungen vorher um, wenn er mit dem Motorrad auf einer Ruta gegen ein Rindvieh knallt.

  3. Wolfgang Pöllinger

    Reply

    Übereifriger Europäer? In PY wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Außerdem ist das ein klarer Fall von Verstoß gegen die 285. Erwerbsregel, wenn statt der Einstellung des Minderjährigen noch der ältere Bruder seine Stelle verliert.

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