Viel Geld in den Sand gesetzt

Der Bürgermeister von Ypacaraí, Fernando Negrete (PLRA), wagt einen neuen Vorstoß für eine Lösung des Ypacaraí Sees. Er betonte, dass nur eine einzige Maßnahme in Frage käme und erfolgversprechend sei.

Technische Studien haben ergeben, dass die industrielle und kommerzielle Verschmutzung im Gewässer 20% der Schadstoffbelastung ausmachen würden, 10% werden durch landwirtschaftliche Tätigkeiten verursacht und 70% sind Haushaltsabfälle in flüssiger oder fester Form.

Auch der Bürgermeister von San Bernardino, Luis Aguilar (ANR), schaltete sich in die Diskussion ein. Er erklärte, jedes Projekt sei sinnlos wenn nicht überall am See Kläranlagen gebaut würden. Aguilar bedauerte das Desinteresse der Regierung für die Wiederherstellung des Sees. Der Mangel an konkreten Umsetzungsmaßnahmen zeige dies in den vergangenen Jahren recht deutlich.

Laut dem Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation (MOPC) wollen 2017 nur fünf Städte mit dem Bau einer Kläranlage beginnen. Es sind Areguá, Itauguá, Ypacaraí, San Lorenzo und Luque. In Itauguá wurde der begonnene Bau gestoppt. Es kam zu Unregelmäßigkeiten bei dem ausführenden Bauunternehmen. Bestenfalls kommt es 2017 zu einer neuen Ausschreibung. Negrete betonte, alle Vorhaben am See hätten nur Erfolg, wenn eine Ringkanalisation entstehe, bei der alle Anliegerstädte mit eingeschlossen werden.

Itaipú steckte schon mehr als acht Millionen US Dollar in Forschungsergebnisse für den See Ypacaraí. Es gab viele Projekte, wie das Bereitstellen von elektrischen Booten zum Angeln, falls überhaupt Fische vorhanden wären. Des Weiteren Techniken zur biologischen Sanierung, Anwendung von Ultraschall, fotografische Überwachung und viele weitere Machbarkeitsstudien. Der Erfolg blieb bis jetzt aber aus.

Quelle: ABC Color

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10 Kommentare zu “Viel Geld in den Sand gesetzt

  1. Man kann das Thema nicht mehr hören! Seit ich in Paraguay lebe (13 Jahre) wird über die Verunreinigung des Ypacarai-Sees diskutiert und nach Lösungen gesucht. Viel Geld ist seit dieser Zeit für unsinnige Untersuchungen und Fachausschüsse ausgegeben worden. Das Geld wurde nicht “in den Sand gesetzt” – es kam “gut an” in den Taschen derjenigen, die an dem leidigen Thema verdienen, vermutlich nicht wenige. Dabei wäre alles so einfach: Endlich jede Anliegergemeinde dazu zwingen funktionsfähige Kläranlagen zu bauen, jeden der ungeklärt Abwasser in den See leitet hart bestrafen. Damit wäre der größte Verursacherfaktor für die Verschmutzung des Sees schon einmal behoben. Danach weiter notwendige Aktionen zur Verbesserung der Wasserqualität und die Menschen kämen aus allen Richtungen um hier ihren Urlaub usw. zu verbringen. Was gäbe das für ein wirtschaftlicher Auftrieb für die gesamte Region und ein Plus im Steueraufkommen. Die Investitionen flossen damit wieder zurück. Die Zuständigen der Politik begreifen offensichtlich nicht die Zusammenhänge. Dann aber sind sie wirklich völlig unqualifiziert und eine totale Fehlbesetzung. Einfach unbegreiflich!

    1. ” Die Zuständigen der Politik begreifen offensichtlich nicht die Zusammenhänge”

      Doch die begreifen schon. Sie haben nur andere Interessen. Welchen persönlichen Vorteil können sie aus der Errichtung einer solchen Kläranlage gewinnen? Welchen Vorteil können haben sie, wenn es so bleibt?

      Meine Vermutung: Bleibt es so, fließen weiterhin Gelder zu “Rettung” des Sees in Richtung Regionalpolitik. Gelder, welche sie in ihre eigene Tasche umleiten können. Sind dort genug Gelder angelangt, kaufen sie sich ein Haus an der Küste in Ururguay und übergeben ihrem Sohn oder Neffen den Posten, damit er das gleiche abziehen kann. So denkt der Paraguayer!

  2. Da die Regionalpolitik (und die SEAM) das nicht auf die Reihe kriegt, ist die “Rettung” des Sees nun auf Ministeriumsebene. Und zwar im MOPC.
    Hier habe ich einen laengeren Beitrag reingesetzt ueber den aktuellen Stand:
    https://wochenblatt.cc/nichts-passiert-am-ypacarai-see/

    Der Bau einer Ringkanalisation ist eine Loesung, jedoch – und da sehe ich die eigentliche Herausforderung – wer und wie wird diese und die dazugehoerige Anlage betreiben? Da gemeindeuebergreifend agiert wird, muss ein Zweckverband oder aehnliches neu gegruendet werden. Diese sollte sich aber nicht nur im Abwassersektor bewegen sondern auch in der Muellentsorgung, Monitoring und der Gebuehreneinnahme. Natuerlich alles ueber ein neues Gesetz und zig Dekrete….wir sind schliesslich in Paraguay.

    Und bis das bewerkstelligt wird, wird wohl noch viel (dreckiges) Wasser in den Ypacarai fliessen, fuerchte ich.

    1. Das ist gut, da haben die oberen das beste und fähigste Ministerium ausgewählt. Die MOPC ist nicht mal in der Lage die Straßen zu reparieren, sanieren oder gar neue zu bauen. Da haben die obersten wieder den Bock zum Gärtner gemacht. Und weitere Sinnlose Gelder fließen. Natürlich nicht zur oder doch ” Sanierung ” der eigenen Familie. Warum hat eigentlich die ANDE oder ESSap nicht diesen Auftrag bekommen, haben wohl zu wenig bezahlt.

      1. Weisst du, Eggi, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ….

        Die Versaeumnisse von mehreren Jahrzehnten kann man nicht auf Teufel komm raus korregieren. Man kann vom Kabinett Cartes halten was man will, aber er hat dazu gebracht, dass die Ruta 8 nun nach zig Jahren Projekt auch endlich realisiert wird. Letzte Woche wurde die Fahrbahnerweiterung der Ruta 2 und 7 an ein Konsortium vergeben. Und der Metrobus ist, trotz heftiger Proteste von ein paar Nasen, auch schon im Kommen. Das Superviadukt wird auch gebaut (von Spaniern) und geht gut voran.

        Der politische Wille ist zurzeit am hoechsten ueberhaupt. Das es krankt, ist teils unfaehigem MOPC-Personal und betruegerischen Baufirmen zu verdanken. Das will ich gar nicht leugnen.

        Aber das alles —– ist und die Gelder alle in die eigenen Taschen gehen, nein, das finde ich zu polemisch.

        1. Philipp, Du hast recht, das Geld geht nicht sofort in die eigenen Taschen, sondern auf Umwegen. Du hast das unfähige Personal bei der MOPC angesprochen, die dann die Aufträge an noch unfähigere Baufirmen vergeben. Und warum ?????? Weil es Familie, Freunde, Geliebte oder sonst etwas sind. Und schon fließt ein Teil des Geldes in außer mein Gehalt ” meine Tasche “..

  3. ich empfehle den Kauf einer Flasche heiligen Wassers aus Israel…ist günstig, 2 Millionen US$. ( so geschehen in Guatemala, zur Rettung eines dortigen, verseuchten See´s. Hat allerdings nicht geholfen). Man könnte dass dann auch mit einer offiziellen Reise verbinden.

    1. Das ist nichts ungewöhnliches in Südamerika. Selbst Hugo Chavez wurde zwischenzeitlich vom Volk (nicht vom Vatikan) heilig gesprochen. Die Menschen beten ihn allen Ernstes an. Kein Wunder, bei den “sozialen Wohltaten & Versprechungen” die er zu seinen Lebzeiten unter den Armen und Ungebildeten hinter lassen hat.

  4. Sobald USA, Korea, Taiwan, Deutschland und oder Japan die Kläranlagen spendet kann die Arbeit begonnen werden. Und irgendwann ein Viertel bis ein Zweitel fertig gestellt werden. Und sie werden auch 14 Tage voll funktionstüchtig sein. Dann beginnt die Erosion, das Klima und die Ameisen an der 2 mm Betonschicht an zu gnaggen. Hier in Paraguei läuft noch vieles mit manueller Arbeit, ich stelle mir die vielen Arbeiter vor, die mit dem Rechen das Gröbste herausfiltern, bevor aerobe Bakterien die Luft um den See in einen Miststock verwandeln. Da ist fein grillieren und Abend genießen, zusammen mit dem sonst auch üblichen Gestank vom verbranntem Müll, damit man sich die Müllabfuhrgebühren für zwei Bier mehr sparen kann. Und der Sand zum Filtrieren ist teuer. Doch die Gringos kennen den Unterschied von Sand zu roter Erde eh nicht. Wenn dann die Kanalisation verstopft ist, wird der See tatsächlich nicht mehr verschmutzt, dafür die Badezimmer der durchlauchten San Bernardiner.

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