Villarrica: Die Kriminalpolizei des brasilianischen Bundesstaates Santa Catarina hat die Untersuchungen zum schweren Unfall eines paraguayischen Fernbusses vom 15. Juli abgeschlossen. Das Unglück auf der Landstraße SC-492 bei São Miguel da Boa Vista, bei dem vier Frauen starben und Dutzende Passagiere verletzt wurden, ist laut Gutachten auf menschliches Versagen und nicht auf ein technischen Defekt zurückzuführen.
Gutachten widerlegt Aussage des Fahrers
Der Bus von dem Unternehmen Guairéña aus Villarrica war in einem kurvenreichen und steilen Streckenabschnitt von der Fahrbahn abgekommen und umgestürzt. Der 43-jährige Busfahrer hatte gegenüber den Ermittlern zunächst behauptet, die Bremsen hätten versagt. Forensische Untersuchungen widerlegten diese Aussage jedoch eindeutig: Bremsen, Lenkung und Reifen befanden sich in einwandfreiem Zustand.
Überhöhte Geschwindigkeit nachgewiesen
Die Auswertung des Tachografen lieferte den entscheidenden Beweis: Das Fahrzeug war unmittelbar vor dem Umstürzen mit einer für diesen Streckenabschnitt unzulässig hohen Geschwindigkeit unterwegs. Zeugenaussagen von Insassen bestätigten zudem, dass der Bus bereits vor dem Unfall gefährlich ins Schlingern geraten war.
Die brasilianischen Behörden haben gegen den Fahrer Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Die Akten wurden an die Staatsanwaltschaft übergeben, die nun das gerichtliche Verfahren einleitet. Das paraguayische Konsulat betreute die Opfer und deren Angehörige während der gesamten Ermittlungen vor Ort.
Wochenblatt / ABC Color / Beitragsbild Archiv















