Capitán Miranda: Am vergangenen Samstag beschädigte ein Lkw Fahrer den Geländewagen eines Richters nur leicht. Der Geschädigte erließ telefonisch einen Haftbefehl, der tatsächlich umgesetzt wurde.
Auf der Höhe des Hotel Tirol in Capitán Miranda auf der Ruta 6 kam es zu einem leichter Unfall, bei dem der vordere Kotflügel leicht eingebeult wurde. Dem Lkw Fahrer, José Jäger, fiel es noch nicht einmal auf. Einmal zu Hause den Lastwagen abgestellt, wurde er von der Polizei verhaftet und aufs örtliche Kommissariat gebracht. Da, dem Opfer gegenüberstehend, war er bereit für den Schaden aufzukommen.
Der örtliche Kommissar, Cristino Ayala, erklärte, dass er von Nathalia Silva, Staatsanwältin von Encarnación, einen telefonischen Haftbefehl erhielt, den er schlussendlich umsetzte. Da der Richter in Badeschlappen unterwegs war, hätte auch er mit einem Bußgeld belegt werden können, dies geschah natürlich auch nicht.
Sein Fahrzeug, ein Suzuki New Vitara, hat hoffentlich eine Versicherung, damit der Lkw Fahrer nicht wirklich aus seiner Tasche den Schaden bezahlen muss. Telefonisch eine Verhaftung anzuordnen ist ohne eine vorherige Anzeige oder Prozess nicht genehmigt. Ebenso wenig hätte Kommissar Cristino Ayala die Verhaftung durchführen dürfen, da die legale Basis dafür fehlte.
Wochenblatt / Abc Color











Alf A. Romeos
Ein LKW-Fahrer beschädigt ein anderes Fahrzeug nur leicht und fährt davon. Ja, das ist in Paraguay natürlich nicht als Straftat anzusehen. Normalerweise geschieht dann einfach nichts. In Europa heißt das glaub, Moment, ah ja, Fahrerflucht.
Außer wen der Verursacher ein Aleman ist, der hat immer Plata. Dann muss er natürlich blechen oder aufm Polizeirevier sich mit allen Parteien inkl. Polizei monetä äh gütlich einigen. Oder es wird bei der Gelegenheit, bei der man auch noch seine 2.000 anderen Beanstandungen beim Mecanico auf kosten dessen verbasteln lassen kann, wirklich etwas kostspieliger.
Wegen der Fahrerflucht bestand gegen den LKW-Fahrer im Wesentlichen sehr wohl die legale Basis. Naja, in Paragauy ist das natürlich immer fraglich, sagen wir mal, vom Westen Paraguays einmal um die Welt bis wieder im Osten vom Paraguay würde eine legale Basis bestehen flüchtige Unfallverursacher zu verhaften. Unfallverursacher vielleicht nicht wirklich, aber wenigstens aussteigen und sich überzeugen, dass es sich nur um eine Schramme handelt. Auch eine Schramme zu reparieren kostet Geld und der Richter kann ja wohl nichts dafür, dass der Lastwagenfahrer in Autogecheckt hat.
Das Fahrzeug des Richters, ein Suzuki New Vitara, hat hoffentlich eine Versicherung, damit der Lkw Fahrer nicht wirklich aus seiner leeren Tasche den Schaden bezahlen muss. Bezahlen die Versicherungen der Geschädigten den hier in Paraguay nun schon Schäden, damit dem Verursacher seine Versicherung nicht blechen muss oder dieser gar aus der eigenen leeren Tasche nichts zahlen müsste?
Demnach scheint der Fall in Ablauf, Verlauf und Ausgang für Absurdistanlandia wirklich äußerst kurios zu sein.
Simplicus
Wenn man in einem Staat das Recht so verbiegen und nach eigenem Gutdünken auslegen und anwenden kann, dann spricht man von einem Unrechts- oder Willkürstaat. Solche und ähnliche Dingen kommen ja leider immer wieder in PY vor. Es wäre Aufgabe der sogenannten Bürgervertreter endlich dafür zu sorgen, daß das Recht auch wirklich Recht ist und bleibt und sich die Bürger auf das Recht verlassen und der Justiz vertrauen können. Ist das so schwer umzusetzen oder will man das nicht?
Hubertus
Rechtsstaat Paraguay! Ich gehe davon aus das Trump demnaechst auch einen Zaun um ganz Paraguay errichten laesst und danach ganz Paraguay in Tacumbu umtaufen laesst…..
Die billigste Loesung!
Rolf
Alf A. Romeos und Simplicus, Bitte nochmals den Artikel lesen, denn ich glaube beide haben in nicht verstanden.
Es steht doch, dass der LKW Fahrer nicht bemerkte, dass er ein anderes Aute beschädigte. Was auch glaubwürdig ist, bei einem kleinen Schaden.
Alf A. Romeos
Ja, das habe ich schon verstanden. Leider habe ich auch nicht bemerkt als ich bei meinen Banküberfällen in Europa Kugelschreiber statt Bargeld mitgenommen habe. Werde trotzdem von den Europäischen Strafverfolgungsbehörden gesucht (Für Schnelldenker: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht).
P.S. Ich habe schon mehrmals mit meinem Auto kleine Lackschäden gemacht. Nein, keine anderen Autos. Einmal meine Einfahrt gestreift und einmal beim rückwärts Einparken nicht bemerkt, dass der paraguaysche Torpfosten seinen Müll auf Steinen am Rande öffentlicher Straßen lagert. Auch musste ich warten, hinten drängte schon einer und musste zuerst entgegenkommendes Fahrzeug vorbei lassen, so dass ich seinen Müll auf einem Betonklotz leicht gestreift habe. Aber es geht mir darum, dass es jedes Mal so ein Krach gemacht hat, obwohl die Farbe nur leicht angekratzt, dass ich die Ausrede des LKW-Fahrers einfach nicht abnehme. Vermutlich kommt jetzt, wo er verhaftet ist die Ausrede, dass er nichts bemerkte, weil er gerade seiner Freundin seine Briefmarkensammlung in der LKW-Führerkabine zeigte. Das wäre natürlich eine Ausrede, die in Paraguay schon zu einem Freispruch führen müsste. Ist doch logisch Mann.
wolfgang
Sie haben nie in einen Lkw gefahren.Fahre erstmal eine weile,bitte keine Hutschachtel oder einen 7,5 Toner!
Dann bitte den Mund aufmachen.
Nicht alles bemerkt der Fahrer.
Weil es hier ein Richter war,ist das geschreih groß! Bei aderen würde kein Hahn nach krähen.
Simplicus
Rolf, bitte nochmals nachdenken! Mein Kommentar bezog sich ausschließlich darauf, daß ein Richter NICHT entgegen dem Gesetz PER TELEFON die Polizei beauftragen kann, einen HAFTBEFEHL wegen einer relativ kleinen Schramme an seinem Auto auszuführen. Erstens kann ein Haftbefehl nicht per telefonischer Anweisung veranlaßt werden, zweitens bedarf ein Haftbefehl einer schriftlichen richterlichen Anordnung und drittens darf die Polizei keinen Haftbefehl vollstrecken ohne schriftliche, richterliche Anordnung. Hier aber macht jeder was er will und biegt sich die Gesetze hin wie es ihm gefällt. Und niemand unterbindet das, niemand wehrt sich dagegen, niemand wird für Rechtsbeugung bestraft. Alles geschieht eben willkürlich nach Amigo-Manier. Rechtssicherheit sieht anders aus!
Philipp
Geht gar nicht sowas. Das passiert in Paraguay zwar tausend Mal, aber die meisten sind nicht so pingelig und haben keine Lust auf Buerokratie.
Aber wenn es einem Richter passiert, einer selbsternannten hohen Instanz, dann muss der Schuldige verhaftet werden, punkt. Die Schramme faellt natuerlich auf in seinem hochglanzpolierten Fuhrpark (bestehend aus dem nun schwer beschaedigten Suzuki Vitara, einem Toyota Hilux und einer Mercedes Benz S-Klasse).
Vielleicht muss er nun den Suzuki Vitara verkaufen, weil er sich vor seinen Kollegen nicht mehr damit zeigen kann. Dann wird halt eine Hyundai Tucson neu gekauft.
Juergen
Dieses wollte die Redaktion des Wochenblattes mit der Möglichkeit der Kommentare erreichen:
„Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden“
Wo bitte sind bei diesen Kommentaren Wertsteigerungen des Artikels zu finden?
Ich sehe hier nur selbstdarstellerische leicht unverständliche und teilweise in schlechtem Deutsch geschriebene Pamphlete.
Bleibt doch bitte bei der Sache:
Der LKW-Fahrer hat den Kontakt nicht bemerkt (schon möglich weshalb eine Fahrerflucht nicht unbedingt vorliegt, da sie – auch in Paraguay -) nur mit Vorsatz begangen werden kann.
Der Geschädigte ist Richter und entscheidet in eigener Sache unter Weglassung und Mißachtung sämtlicher Rechtsgüter. (Erlaß eines telfonischen Haftbefehls – Schwachsinn, auch nach paraguayischem Recht)
Der Richter hat möglicherweise eine Vollkasskoversicherung, die die Schadensregulierung vornimmt und sich anschließend beim Schädiger widerum schadlos hält.
Der Comisario hat gegenüber dem Staatsanwalt eine sogenannte Remonastrationspflicht, d.h. er muss auf das Unrechtmäßige der von im verlangeten Tätigkeit hinweisen. Das entbindet ihn zwar nicht von der Handlung, schließt aber ein bewußt unrechmässiges Handeln des Comisaro aus.
Für Richter und Staatsanwalt bleiben die Fragen der Rechtbeugung, Vortäuschung einer Starftat bzw. falsche Verdächtigung und Freiheitsberaubung im Amt zu klären.
Oder sieht das jemand anders?
Hans Iseli
Ja, lieber Alf: fahr mal einen LKW – Du merkst nichts.
Aber wieder mal: nie sein Geld in Parguay investieren! Nicht bei dieser Justiz!
Hans Iseli
Danke, lieber Jürgen! Facts, und erst noch ohne Rechtschreibefehler!