Vom Stamme Nimm

Fernando de Ia Mora: Vergangene Nacht alarmierten Nachbarn die Polizei, dass ein eingepackter Fernseher auf einer Hausmauer steht und wahrscheinlich von Dieben da vergessen wurde. Die Polizei, interessiert an dem Fall, kam in Windeseile.

Ein Toyota Corolla kam zu einem Haus, wo gegen 02:30 Uhr ein Fernseher auf der Hausmauer stehengelassen wurde. Die Uniformierten Wilfrido Martínez Amarilla und Víctor Hugo Toledo Romero kamen als erstes an den Ort.

In der vergangene Nacht kamen jedoch auch Hernán Chamorro Cortesi und seine Frau Concepción zum gleichen Revier, wo sie einen Einbruch in ihrem Ofermarket anzeigten, ein Geschäft für Haushaltselektronik. Während die Opfer auf der Wache die Überwachungsbänder der Nachbarhäuser durchsehen wollte, zeigten auch die Polizisten großes Interesse.

Entwendet wurden mehrere Fernseher, Elektrische Herdplatten, eine Fritteuse, einen Mixer und eine kleine Bain-Marie.

Da bei der Polizei nicht das Videomaterial zu sichten war, was sinnvoll gewesen wäre, wandten sich die Opfer an die Anwohner der Gegend und hatten Glück. Sie sahen wie zwei Polizisten mit einem Patrouillenfahrzeug einen 60 Zoll LCD Fernseher auf die Ladefläche luden. Einmal zur Wache gebracht, so kam später heraus, nahm Víctor Hugo Toledo Romero das Schmuckstück mit nach Hause.

“Als ich dahinter kam wurde ich sehr wütend Wer hätte den wissen können, dass die Polizisten bei denen wir die Anzeige aufgaben, die sind, die sich einen der Geräte angeeignet haben“, erklärte Concepción de Chamorro. Daraufhin wurden die Polizisten Martínez und Toledo verhaftet. Bisher ist nicht klar, ob die Uniformierten auch aktive Beteiligung bei dem Einbruch hatten.

Wochenblatt / Extra

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9 Kommentare zu “Vom Stamme Nimm

  1. Das Polizisten selbst klauen, Drogen verkaufen, schmuggeln usw. ist ja nun wirklich nichts besonders in Paraguay. Nur, dann darf der Innenminister nicht einen Schwachsinn, wie „mehr Vertrauen in die Polizei“ apellieren, wenn die Handlungsweise der Polizei primitivsten Naturvölkern ähneln, naja eigentlich noch schlimmer.
    Ich glaube, dass man selbst mehr Vertrauen in Polizisten in Ghana, Burundi oder Südsudan haben kann, als im hoffnungslosen Paraguay.

    1. „wenn die Handlungsweise der Polizei primitivsten Naturvölkern ähneln, naja eigentlich noch schlimmer.“
      Ja der Satz trifft genau den Nagel aud den Kopf. Danke!

  2. Auch mir hat die Polizei schon einen gestohlenen Laptop angeboten, einer Freundin wurde 3 mal ins Haus eingebrochen, der Kommisar bot ihr hinterher ihre gestohlenen Sachen zum Kauf an. Eine Bekannte rief die Polizei an um den Tod ihres Mannes anzugeben, die erschienenen Polizisten haben zuerst dem Toten die Taschen geplündert. Fragen?

  3. Diese Polizisten werden spätestens in einem Jahr wieder als Polizisten tätig sein. Wo? Genau am gleichen Arbeitsplatz!

    1. Da liegst Du völlig falsch, nicht in einem Jahr, sondern nächsten Monat, tun sie Ihren Dienst, allerdings eventuell wo anders. Wo doch hier mindestens 5000 Polizisten fehlen, kann man nicht welche, die schon bei der Truppe sind, für ein Jahr aussondern . Philipp, das Ist richtig, ich schrieb es schon an anderer Stelle, “ vertraue der Polizei, und teile möglichst mit, wie viel Geld oder Wertgegenstände Du hast“, wenn nicht, ist die Antwort, wir können nicht kommen, es sei Du bezahlst den Sprit oder wir haben gerade ein anderes “ großes Problem“, alle Kräfte sind im Einsatz.

      1. Ja. Ich kenne das persönlich. Eine Lehrerin wurde entlassen, weil sich in der Schule ein Kind am Wasserkocher verbrüht habe. Ein paar wenige Jahre später laufe ich an einer Klassentür vorbei und sehe die Frau darin unterrichten und ihren Vornamen an der Schulzimmertür (war dann an einem anderen Tag).
        Du hast recht. So wie ich hiesige Mentalität kennengelernt habe wird der Polizist auch gar keine Konsequenzen tragen müssen, er hat den 60″-TV nur mitgenommen weil es in der Asservatenkammer keinen Platz hatte und er hätte ihn am nächsten Tag bestimmt wieder mitgebracht auf dem Moto. So gesehen muss er ein Beförderung erhalten.

  4. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Auch in der naechsten groesseren Paraguayersiedlungen sagt man ist es die Polizei selber die mit Drogen handelt. Den lokalen Drogenhaendler der ein Bordell fuehrte hob man aus – um selber weiterzumachen ohne Konkurrenz.
    Dasselbe fuer Munitionsverkauf. Es ist wohl nach Ordonnanz der lokalen Waffenbehoerde, dass niemand Munition ohne das Aufzeigen des Waffenscheins erwerben kann – welches die Mennonitenkooperativen penibel erfuellen sogar so sehr dass sie nur an Kooperativsmitglieder Ammo verkaufen.
    Was tut der paraguayo, wollen wir mal sagen wenn sein Patron ihm eine Schrotflinte zur Jagd geliehen hat? Er bezieht jegliche Quantitaet von Ammo eben beim Polizisten der Paraguayersiedlung der ganz nebenbei ein Waffengeschaeft (unter der Hand) betreibt. Nix Waffenscheinaufweis noch CI Aufweis, sondern ein etwas hoeherer Preis und alle Munition der Welt kann man da beziehen.
    Wo soll man eine Anzeige machen betreffs des Munitionshandels des Polizisten? Beim Polizisten selber?
    Das klingt etwa so wie wenn man beim Komiteemann eine Anzeige einreicht ueber dessen Verwandten im Verwaltungsrat – rate mal wie weit diese Gentlemen sich gegenseitig decken, den Ball hin und her schieben (pasa pelota) und das Ganze im Sande verlaufen lassen.
    Wo man auch hinschaut: allewege gibts diese Korruptionsstrukturen, nur eben wenns um die Polizei geht kommt’s ab und an in die Zeitung – dasselbe bei Wirtschaftsunternehmen wird nur tatkraeftig verschleiert.
    Gesetze will niemand, da Allemann sowieso irgendwelche gebrochen haben – man hat ja die Bibel, so nach Meinung der meisten Mennoniten. Auf die Idee, dass man beim Gesetzesbruch zugleich die Bibel bricht, kommt niemand – fuer alle Faelle hat man ja den Pfaffen um die Absolution zu erteilen.

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