Vor 77 Jahren

Asunción/Buenos Aires: An einem 12. Juni vor genau 77 Jahren wurde in Argentinien der Friedensvertrag zwischen Paraguay und Bolivien unterzeichnet. Damit fand ein dreijähriger Krieg ein Ende und es begann ein neues Kapitel der bilateralen Beziehungen.

Der Chaco Krieg, der im Februar 1932 wegen territorialen Streitigkeiten begann wurde mit dem Friedensprotokoll von Buenos Aires zum Wohle beider Nationen endgültig besiegelt.

Schon seit 1810 sollten die Grenzen beider Länder auf Drängen Boliviens klar umrissen werden, da dies unter der spanischen Kolonialherrschaft nicht passierte.

Die lateinische Redewendung „Uti possidetis de juris“ war für Bolivien Grund genug sich mit Paraguay zu streiten. Ursprünglich besagte Uti possidetis, dass die Parteien einer kriegerischen Auseinandersetzung das Territorium und andere Besitzungen behalten dürfen, die sie während des Krieges gewonnen und zum Zeitpunkt des Friedensschlusses in Besitz hatten. In ihrer heutigen Ausformung beschränkt sich die Regel auf den Grundsatz der stabilen Grenzen. Anwendung erfuhr und erfährt sie insbesondere im Rahmen der Unabhängigkeit der kolonialen Besitzungen sowie bei der Dismembration oder Sezession von Staaten.

Mit der Absicht den Chaco zu besetzen, und das schon während der Kolonialzeit, wurden von den Autoritäten in Asunción diverse Maßnahmen unternommen, um die Hoheit zu garantieren. Darunter fiel die Gründung von Militärstützpunkten und Städten wie Fuerte Olimpo in 1792 und später Bahía Negra.

Die Proteste Boliviens Seite begannen als die argentinische Regierung die Chaco Region als paraguayisches Territorium anerkannte. Die spätere Schlichtung durch die nordamerikanische Regierung in 1878 brachte auch nicht den gewünschten Erfolg.

Im gleichen Jahr als Paraguay formell den Chaco besetzte wurde Bolivien bei seinem Krieg um einen Meerzugang hart geschlagen. Nachdem der Zugang zum Pazifik nicht möglich war wurde ein halbes Jahrhundert später ein Zugang zum Atlantik gesucht, der durch den Chaco führen sollte.

Als trauriges Resultat der Siegermacht Paraguays in besagten Krieg wurden 24.000 bolivianische Kriegsgefangene genommen. In den drei Jahren Krieg starben rund 36.000 Paraguayer während für Bolivien 52.000 Kämpfer ihr Leben ließen.

Paraguay konnte 153.450 Km² zurückgewinnen wenn denn auch drei Jahre nach Kriegsende erneute 17.225 km² an Bolivien abgetreten werden mussten.

Laut historischen Berichten beschlagnahmte Paraguay bei der Gelegenheit auch 2.000 automatische Waffen,  72 Granatwerfer, 37 Kanonengeschütze, 370 Lastkraftwagen, 15.000 Mörser, Millionen Schuss von Gewehrmunition, Kilometer von Telefondraht und Lebensmittel in unkalkulierbaren Mengen.

(Wochenblatt / Abc)

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